Großer Tag für TV Burglengenfeld: Hallenbau ist so gut wie genehmigt

Von Thomas Rieke · 10. Juli 2026 um 11:00

Jahrelanges, ehrenamtliches Engagement für den Turnverein Burglengenfeld scheint sich langsam bezahlt zu machen. Der geplante Bau einer neuen Sporthalle am Vereinsgelände in der Regensburger Straße nimmt jedenfalls konkrete Formen an. Am Mittwoch erteilte der Bauausschuss einstimmig für das auf rund 4,4 Millionen Euro veranschlagte Projekt, an dem auch der Landkreis beteiligt ist, das gemeindliche Einvernehmen.

So mühsam es war, im Vorfeld die Grundsatzfrage zu klären, wo der Traditionsverein seine Zukunftspläne überhaupt realisieren möchte und wie der Hallenbau zu finanzieren sei, so wenig Fragen tauchten jetzt dazu im Bauausschuss auf. Quer durch alle Fraktionen war vielmehr Erleichterung zu spüren, dass der TV seine Hausaufgaben offenbar in jeder Hinsicht erledigt hat und alles weitere nur Formsache zu sein scheint.

Rathauschef war wegen des Städtetags verhindert

„Es geht voran“, konstatierte 2. Bürgermeister Sebastian Bösl (SPD). Er vertrat Rathauschef Martin Antretter, der an der Jahrestagung des Bayerischen Städtetags in Landshut teilnahm. Auch Gregor Glötzl (BWG) nahm die Fortschritte beim TV-Projekt mit Freude zur Kenntnis, auch wenn er am Lageplan ursprünglich etwas auszusetzen gehabt hatte. Wie berichtet, hatte er sich um die freie Sicht auf das Wahrzeichen der Stadt gesorgt. Angesichts der Tatsache, dass der Bauausschuss nun den offiziellen Bauantrag absegnen sollte, sprach Michael Hitzek (SPD) von einem „bedeutenden Tag für den Verein“.

Freilich: Genehmigungsbehörde ist das Landratsamt. Doch nachdem der Landkreis selbst zu einem wesentlichen Teil an dem Vorhaben beteiligt ist, dürfte es, was das Baurecht betrifft, keine Komplikationen mehr geben. Zur Erinnerung: Von der Kreisverwaltung war 2023 der Vorschlag gekommen, einen Teil des TV-Geländes zu erwerben, um darauf für die Realschule einen Allwetterplatz anzulegen. Außerdem wurde angeboten, sich an den Kosten für eine Einfach-Sporthalle zu 50 Prozent zu beteiligen. Als Gegenleistung soll auch die Halle von Realschülern genutzt werden dürfen.

Um das Projekt zu realisieren, hat der TV extra einen Bauausschuss gegründet. Ihm gehören neben Vorsitzendem Bernd Mühldorf (Mitte) die Architekten Stefan Katzlinger (l.) und Johann Frankerl (r.) sowie Schriftführer Michael Fischer, Felix Seitz (2. v. r.) und Thomas Strauß (nicht im Bild) an. - Foto: Susanne Suttner

Die Verantwortlichen des TV wollten sich diese Chance nicht entgehen lassen. Wie wertvoll die Liaison mit dem Landkreis ist, sollte sich Ende vergangenen Jahres noch einmal zeigen: Bei einer Besprechung mit dem Bayerischen Landessportverband hatte TV-Vorsitzender Bernd Mühldorf zur Kenntnis nehmen müssen, dass die Auszahlung der vom Verband bereits zugesagten Förderung bis zu fünf Jahre auf sich warten lassen könnte. Die Zwischenfinanzierung sei Sache des Vereins, hieß es.

Das aber hätte den TV rund 100 000 Euro an Zinszahlungen gekostet, berichtete Mühldorf. Das ganze Vorhaben drohte zu scheitern. Retter in der Not war der Landkreis, der sich bereit erklärte, in die Bresche zu springen. Wenige Monate vor den Kommunalwahlen fasste der zuständige Ausschuss des Kreistags sogar einen entsprechenden Beschluss, um dem TV die gewünschte Sicherheit zu geben.

Im Oktober sind noch einmal die Mitglieder gefragt

Das Einvernehmen der Stadt, das jetzt erteilt wurde, bedeutet zwar einen Meilenstein. Arbeit gibt es gleichwohl für den Verein noch jede Menge. Zum Beispiel soll noch im Juli der Vertrag unterzeichnet werden, der dem Landkreis die Nutzung der neuen Halle garantiert.

Auch das könnte Sie interessieren: Cheikho kündigt Rückzug als Wirt des Burglengenfelder Stadthallen-Lokals Gustl an

Außerdem steht laut Mühldorf die überarbeitete Kostenberechnung durch das Architekturbüro aus. „Wenn die passt“ (und daran gebe es eigentlich keinen Zweifel), soll im Oktober eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen werden. Der Vorstand möchte sich durch ein klares Votum erneut bestätigen lassen, dass er das Projekt weiter vorantreiben soll.

Nächstes Jahr könnte der Spatenstich erfolgen

Das Finanzierungskonzept des TV sieht aktuell wie folgt aus: Die Kosten für die neue liegen bei 4,44 Millionen Euro. Der Landkreis übernimmt 1,676 Millionen. Der BLSV hat einen Zuschuss von 1,6 Millionen und ein zinsgünstiges Darlehen in Höhe von 850.000 Euro bewilligt. Durch den Verkauf von Grund und der alten Halle erhofft sich der Verein Einnahmen in Höhe von 430.000 Euro.

Ferner liegt die Genehmigung des BLSV zum vorzeitigen Baubeginn noch nicht vor. Erst wenn das der Fall ist, kann das Architekturbüro mit der Ausschreibung der Gewerke beginnen, berichtete Mühldorf. Einen Spatenstich in 2027 hält er für realistisch.

Auch der auf Eis gelegte Verkauf der alten Turnhalle wird wieder aktuell. Nach MZ-Informationen sollen zwei in der Region fest verwurzelte Investoren Interesse bekundet und Konzepte entwickelt haben. Mindestens ein potenzieller Käufer hat sich zwischenzeitlich aber wieder zurückgezogen.