TV Burglengenfeld treibt seine Pläne voran – auch zugunsten der Realschule

Mit unverändertem Elan treibt die Spitze des 1875 gegründeten Turnvereins ihre Zukunftspläne voran. Die aktuelle Hürde, die es zu überwinden gilt: die Aufstellung eines Bebauungsplans für das Sondergebiet „Sportanlagen beim Parkhaus“. Der zuständige Ausschuss fasste den entsprechenden Beschluss kürzlich einstimmig.
Wie berichtet, hat der weit über 1000 Mitglieder zählende Sportverein heuer eine ganz wesentliche Weiche bereits gestellt. Um das Vorhaben Turnhallenbau am traditionellen Standort in der Regensburger Straße realisieren zu können, ist er eine Liaison mit dem Landkreis Schwandorf eingegangen.
Dieser will einen Teil des TV-Areals erwerben, um darauf einen Allwetterplatz für die Realschule anzulegen, und beteiligt sich zudem mit 50Prozent an den Kosten für den Bau einer Einfachhalle. Vormittags soll auch sie schulischen Zwecken dienen. Für beide Seiten ergibt sich also eine Win-win-Situation.
Die Pläne des Vereins sind mittlerweile in engem Zusammenhang mit der Entwicklung der Realschule zu sehen. Mehr dazu lesen Sie hier.
Bürgermeister Thomas Gesche (CSU) sprach in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses von einer „hoch erfreulichen Entwicklung“. Der stellvertretende Sprecher der CSU-Stadtratsfraktion, Thomas Hofmann, meinte: „Wenn man ein paar Jahre wartet, kommt manchmal doch auch Gutes heraus.“
Ursprünglich (MZ berichtete) hatte der TV die Absicht, an einem anderen Standort im Stadtgebiet neu durchzustarten, wofür er kräftige Unterstützung durch die Kommune benötigt hätte. Hofmann rückblickend dazu: „Was uns das gekostet hätte!“ Mit der neuen Lösung könnten indes „alle zufrieden sein“.
Abstand zum Parkhaus wegen des Brandschutzes
Michael Hitzek (SPD) erinnerte an die Ideen, die vor rund zehn Jahren beim Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK) eine Rolle gespielt hatten. Demnach sollte das angeblich hohe Potenzial des TV-Geländes zum Beispiel auch für Wohnen genutzt werden. Die Fraktionsgemeinschaft von SPD, Grünen und Die Linke hätte sich „das auch gut vorstellen können“, sagte Hitzek. Das jetzt vorliegende Konzept sei „aber auch ok“.
Gregor Glötzl, Sprecher der BWG, meinte: „Jetzt ist es, wie es ist.“ Allerdings zeigte er sich über den vorgelegten Bebauungsplanentwurf verwundert. Dieser sieht neben sechs Tennisplätzen im östlichen Teil des rund 14.000 Quadratmeter umfassenden Geltungsbereichs eine quadratische Sporthalle vor. Allerdings nicht direkt neben dem Parkhaus. Dazwischen ist ein fast 30 Meter breiter Allwetterplatz eingezeichnet. Geschäftsleiter Gerhard Schneeberger begründete dies mit dem Brandschutz.
Was aus der alten Halle wird, ist noch offen
Eine weitere Frage betraf die Zukunft der vor rund 100 Jahren errichteten Halle an der Regensburger Straße, deren Zustand die Vereinsführung überhaupt erst veranlasste, über einen Standortwechsel nachzudenken, weil die Sanierung ein Fass ohne Boden zu werden drohte. Die Immobilie wurde mittlerweile zum Verkauf ausgeschrieben. Bürgermeister Gesche wusste zu berichten, dass an einem Neubau „wahrscheinlich“ kein Weg vorbei führen werde. Es würde vermutlich ein Wohn- und Geschäftshaus entstehen.
Die Aufstellung des erforderlichen Bebauungsplans war letztlich nur noch Formsache. TV-Vorsitzender Bernd Mühldorf bestätigte auf Anfrage, dass es aktuell keinen heißen Kandidaten für den Hallenkauf mehr gibt. In der Vergangenheit hätten sich immer wieder ernst zu nehmende Bewerber gemeldet, doch Zinserhöhungen und explodierende Baupreise hätten das Interesse erlahmen lassen.
So genial sich die Zusammenarbeit des Vereins mit dem Landkreis auch anhört, leicht gefallen sei der Pakt letztlich doch nicht, berichtete Mühldorf. Zuvor sei nämlich eine zentrale Frage zu klären gewesen: Ließe sich der vom Landkreis in Aussicht gestellte Zuschuss (bei dem es sich letztlich um eine Förderung durch die Regierung handelt) in Einklang bringen mit der erhofften Geldspritze des Landessportverbands? Oder würde genau dies mit Verweis auf eine „unzulässige Doppelförderung“ abgeschmettert werden?
Angst vor einem Veto wegen der Förderung
Die Klärung dauerte, weil es einen vergleichbaren Fall in ganz Bayern noch nicht gegeben haben soll, mehrere Monate. Mühldorf gesteht, „viel geschwitzt“ zu haben, bis alle Ministerien, die mitzureden hatten, ihr Einverständnis erklärt hatten. Und dennoch gibt es laut Mühldorf nach derzeitigem Stand keine Garantie, dass dem TV das Geld für die Realisierung seiner Pläne reichen wird. Zunächst gehe der Verein als Bauherr für alles in Vorausleistung.
Keine Prognose wagt der Vorsitzende ferner zum Ablauf des weiteren Prozederes. Darauf wüssten nicht einmal Architekten eine seriöse Antwort. Fakt sei, dass zunächst die Träger öffentlicher Belange zu hören seien. Auch müsse mit Einwendungen aus dem Umfeld des Vereinsgeländes gerechnet werden.
Mühldorf scheint die Turbulenzen der vergangenen Jahre gut überstanden zu haben. Er wirkt unverändert ruhig und auf die Sache konzentriert. Als Vereinschef, so sagt er sinngemäß, habe er mittlerweile gelernt, dass für ein Großprojekt wie das des TV Burglengenfeld, viele Hürden zu überwinden seien. Einzelne Schritte dauerten deutlich länger als man sich das vorher vorstellen könne.
