Die Realschule in Burglengenfeld soll weiter wachsen – und bleibt noch länger Baustelle

Lehrer und Schüler haben sich schon daran gewöhnt: Die Realschule am Kreuzberg ist eine Dauerbaustelle. Kürzlich wurde bekannt, dass sich die Arbeiten vermutlich sogar über das Jahr 2025, in dem eigentlich Ruhe einkehren sollte, hinziehen werden. Die bisherigen Pläne werden nämlich um einen Bauabschnitt ergänzt.
Wie berichtet, hat der Landkreis für die Generalsanierung der Burglengenfelder Schule viel Geld bereit gestellt. Seit 2018 wurden in vier Etappen mehrere Gebäude von Grund auf modernisiert und teils neu errichtet. Kostenpunkt: rund 16Millionen Euro. Die Sanierung des sogenannten Fachklassentrakts sollte sich als Nächstes anschließen.
Aktuell schon rund 670 Kinder und Jugendliche
Stark gestiegene Schülerzahlen veranlassten das Landratsamt indes schon vergangenes Jahr zu neuen Überlegungen. Wie aus einer Beschlussvorlage, die kürzlich dem Kreistags-Ausschuss für Schulen, Planung und Bau vorlag, zu entnehmen ist, wird die Realschule aktuell von 670 Kindern und Jugendlichen besucht – das seien 70, also über zehn Prozent, mehr als im Jahr 2016, als die Pläne für die Sanierung reiften. Prognosen deuteten drauf hin, dass die Schülerzahl sogar auf 700 wachsen dürfte. Um der schon spürbaren Enge zu begegnen, wurde kurzfristig beschlossen, zusätzliche Klassenzimmer-Container anzuschaffen.
Langfristig soll es freilich eine andere Lösung geben. Die Regierung der Oberpfalz hat laut Landratsamt bereits 2022 ein neues Raumprogramm angefordert. Nach mehreren Beratungen, so heißt es weiter, sei klar gewesen, dass die Schule um acht Klassenzimmer und einen Sanitärblock wachsen müsste.
Den Blick über den Tellerrand hinaus gerichtet
Doch wie sollte das auf dem vorhandenen Gelände gelingen? Die Hochbauabteilung des Landratsamts machte sich Gedanken – und fand eine Lösung, indem sie den Blick über die Grenzen des Schulstandorts hinaus richtete.
Der Kreisverwaltung war nicht entgangen, dass der TV Burglengenfeld seit Jahren bemüht ist, die Weichen für die Zukunft zu stellen. Jüngste Überlegungen (MZ berichtete mehrfach) sahen einen Teilverkauf des Sportgeländes an der Regensburger Straße und den Neubau einer maßgeschneiderten Halle am traditionellen Standort vor.
Genau daran knüpfte das Landratsamt vor genau einem Jahr an. Man bot dem Verein die Partnerschaft an. Im Frühjahr wurde dann bekannt, dass sich beide Seiten darauf verständigten, am Sportgelände an der Regensburger Straße gemeinsam eine neue Turnhalle zu bauen. Außerdem wird der Landkreis einen Teil des TV-Geländes erwerben, um einen Allwetterplatz anzulegen. Halle und Platz sollen künftig für den Unterricht der Schule dienen.
Diese Entwicklung erlaube es nun, auch die Planungen im Umfeld der Realschule „in eine neue Richtung zu lenken“, heißt es seitens des Landratsamts. Mit der Investition an der Regensburger Straße gebe es plötzlich mehr Spielraum am Kreuzberg.
Konzept sieht acht weitere Klassenzimmer vor
Dort war nach Abschluss der Sanierungsmaßnahmen der Bau einer zweiten kleinen Schulsporthalle vorgesehen, was nun nicht mehr nötig wäre. Stattdessen können ein weiteres Gebäude für acht Klassenzimmer, einen Sanitärblock, ein Treppenhaus und einen Aufzug entstehen. Die Räume sollen links und rechts eines Flurs angereiht werden.
Dass die Realschule noch länger Baustelle bleiben wird, könnte man kritisieren, meint MZ-Redakteur Thomas Rieke. Unterm Strich überwiegen aber klar die Vorteile. Lesen Sie zum Thema seinen Kommentar: Medaillenverdächtige Idee aus dem Landratsamt hilft Burglengenfeld doppelt
Die Erweiterung läuft unter dem Titel „fünfter Bauabschnitt“ und soll noch vor der Generalsanierung des Fachklassentrakts realisiert werden, die in weitere zwei Abschnitte unterteilt ist.
Der Ausschuss stimmte dem Vorschlag zu, die entsprechenden Pläne weiterzuverfolgen. Für eine weitere Maßnahme gab er umgehend grünes Licht: den Bau eines 20 auf 28 Meter großen multifunktionalen Sportplatzes am Schulgelände.
Umsetzung der Pläne am TV-Gelände dauert noch
Dieser ist mit rund 200000 Euro veranschlagt und soll „zeitnah“ umgesetzt werden. Der Grund sind wiederum die Pläne, die in Zusammenarbeit mit dem TVBurglengenfeld umgesetzt werden. Die neue Halle auf dem Vereinsgelände und der dort vorgesehene große Allwetterplatz (28 auf 44 Meter) würden aufgrund von Planungsphasen „sicher noch eine Weile dauern“, heißt es. Solange wolle man die Schule aber nicht gänzlich vertrösten. Hinsichtlich des Freisports sei sie leider schon heute nicht mehr in der Lage, den Lehrplan zu erfüllen.
Seitens der Schulleitung war zu diesem Thema aktuell leider keine Stellungnahme zu erhalten.
