Löhne nicht gezahlt: Solarfirma aus Kreis Schwandorf beschäftigt weiter das Gericht

Von Vanessa Ebert · 6. Juli 2026 um 05:00

Eine PV-Firma aus dem Landkreis ist derzeit Thema vor dem Schwandorfer Arbeitsgericht. Immer mehr Mitarbeiter klagen dort ihre Löhne ein. Dabei stehen schwere Vorwürfe im Raum: Für die Schieflage sollen die Chefs selbst verantwortlich sein. Wie es um die Firma steht, bleibt nach wie vor ungewiss. Für die Geschäftsräume werden jedoch schon Nachmieter gesucht.

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Immer wieder taucht besagte Photovoltaik-Firma derzeit in den Verhandlungslisten des örtlichen Arbeitsgerichtes auf. Mehrere Mitarbeiter hatten bereits kürzlich vor Gericht geschildert, dass sie noch immer auf ausstehende Löhne warten.

Wie berichtet, hatten die Mitarbeiter ihren ehemaligen Chefs vorgeworfen, dass diese sich persönlich bereichert und die Belegschaft hingegen links liegen gelassen hätten. Sie sollen einen großen Teil des erwirtschafteten Geldes selbst eingesteckt und die Firma in finanzielle Schieflage gebracht haben, so hatten es die ehemaligen Mitarbeiter Anfang Juni unabhängig voneinander im Gerichtssaal geschildert.

Kürzlich ging es erneut um ausstehende Löhne. Die Plätze im Gerichtssaal, auf denen üblicherweise die Vertreter der Unternehmen oder deren Anwälte sitzen, blieben leer – wie schon in den Verhandlungen zuvor. Das schien den ersten Kläger an diesem Verhandlungstag nicht zu wundern. Auch er schilderte, dass die Kommunikation einfach abgebrochen war. „Mein Arbeitsverhältnis wurde nie beendet“, erklärte er dem Vorsitzenden Richter Jürgen Sturm. Der ehemalige Chef habe sich nicht bei ihm gemeldet, so der Mitarbeiter.

Bis Ende April sei er noch für die Firma tätig gewesen, meinte der Mann. Im März und April sei jedoch kein Geld geflossen, berichtete er. Zuletzt sei im Februar ein Teil seines Lohnes ausbezahlt worden. Auch bei den vorangegangen Verhandlungen hatte sich das Bild ergeben, dass die Löhne noch bis Januar, bzw. Februar ausbezahlt wurden, wenn auch mit Verzögerungen.

Ehemaliger Mitarbeiter hat wenig Hoffnung auf seinen Lohn

„Sie haben den Lohn verdient“, sagte Richter Sturm an den ehemaligen Mitarbeiter gewandt. Dieser ihm zustehende Lohn könne eingeklagt werden. Die Voraussetzung dafür schuf das Gericht mit dem entsprechenden Versäumnisurteil. Hoffnungen rechnete sich der Kläger dabei nicht aus. „Wer weiß, ob ich das Geld je sehe“, sagte er resigniert.

Bei einem weiteren Mitarbeiter, der an diesem Verhandlungstag mit einem Übersetzer vor Gericht erschienen war, lag der Fall ähnlich. Zuletzt habe auch er im Februar Geld gesehen und im März und April ebenfalls keine Zahlungen erhalten. Im Mai habe er schließlich selbst fristlos wegen ausbleibender Lohnfortzahlungen gekündigt, erklärte der Mann dem Richter. Das sei der richtige Weg gewesen, bestärkte der Vorsitzende den Kläger. Letzterer habe aufgrund der misslichen Lage bereits Schulden, wie der Übersetzer des Mannes berichtete.

Büro der Firma im Landkreis Schwandorf sucht Nachmieter

Bereits bei der Verhandlung Anfang Juni hatten Ex-Mitarbeiter gemutmaßt, dass ihr ehemaliger Arbeitgeber bereits zahlungsunfähig sei und deswegen auch die Gehälter nicht mehr überweisen könne. Entsprechende Einträge auf dem öffentlichen Insolvenzbekanntmachungs-Portal finden sich bisher noch nicht. Das Büro der Firma, das Anfang Juni noch existierte, ist nach MZ-Recherchen jedoch inzwischen geschlossen. Für die Räume wird bereits ein Nachmieter gesucht.