Treffelsteiner Paar will Slow Food-Regionaltisch im Landkreis Cham erneuern

Bei Slow- Food-Stammtischen „treffen sich in zwangloser Atmosphäre nicht nur die Mitglieder, sondern auch Interessierte und Genießer. Wir plaudern, tauschen Empfehlungen aus, berichten von unseren Erfahrungen und genießen gemeinsam gutes Essen“. So sind die Stammtische der Slow-Food-Bewegung auf der Homepage beschrieben.
In der Oberpfalz gibt es einen solchen Regionaltisch in Regensburg und in Burglengenfeld. Und es gab bis vor einigen Jahren auch einen Regionaltisch im Landkreis Cham, der seit längerem pausiert. Jetzt wollen Renate und Horst Rohde den Chamer Regionaltisch wiederbeleben. Beide wohnen in Treffelstein und sind dort zum Beispiel beim Drachenturmverein engagiert.
Der Neustart findet am Donnerstag, 9. Juli, im Gasthof Steiner Wirt statt. Teilnehmen kann jeder, der sich für gute, saubere und faire Lebensmittel interessiert und sich mit Menschen unterhalten will, die sich auch für Natur, Umwelt und regionale Lebensmittelkultur engagieren. Anmeldungen werden bis spätestens Montag, 6. Juli, per E-Mail an Regensburg@Slowfood.de oder an horeroh@t-online.de erbeten. Weitere Informationen und Anfragen werden telefonisch unter der Nummer (0 96 73) 91 44 50 beantwortet. Offiziell wird über das Slow Food Convivium Oberpfalz eingeladen, zu dem dann der Regionaltisch gehört.
Den Wunsch, die regionale Gruppe im Landkreis Cham wiederzubeleben, haben Renate und Horst Rohde, weil die Fahrten zur Regionalgruppe in Regensburg auf Dauer doch zu weit sind. Zudem gebe es im Landkreis Cham viel zu entdecken. „Wir würden uns freuen, wenn das wieder läuft“, sagen die Rohdes. Man plane Exkursionen beispielsweise zu Gemüsebauern, den Besuch guter Gasthäuser und Informationstreffen.
Slow Food entstand 1986 in Italien als bewusster Gegenentwurf zum Fast Food. „Gut, sauber und fair“ mit diesen Schlagworten hatte damals der Gründer Carlo Petrini Slow Food definiert. Der deutsche Ableger entstand 1992 als erster nationaler Verein außerhalb Italiens.
„Slow Food versteht sich dabei auch als Brücke zwischen Erzeugern, Händlern, Gastronomen und Verbrauchern und setzt sich aktiv für die Schutz von Natur, Umwelt und regionalen Lebensmittelkulturen ein“, heißt es in der Pressemitteilung der Chamer Gruppe.
Im Mittelpunkt der Bewegung steht aber der Genuss im Sinne einer bewussten Wahrnehmung von Qualität. Dazu brauche es eben Zeit, erklärt der entsprechende Eintrag zur Slow-Food-Bewegung auf Wikipedia. Renate und Horst Rohde verweisen aber auch auf einen anderen Aspekt: „Esskultur und das Bewusstsein für hochwertige Lebensmittel geraten zunehmend unter Druck – durch irreführende Werbung, industrielle Fertigprodukte, Fast Food sowie den hektischen Alltag.“ Gerade auch deswegen dürfte das Symbol der Slow-Food-Bewegung eine Schnecke sein.