Wetterstation bei Waldmünchen: Juni knackt mit 37,7 Grad fast den Hitzerekord

Mit 19,7 Grad Celsius im Durchschnitt war der Juni an der Wetterstation Wullnhof bei Treffelstein der zweit-heißeste jemals dort gemessene Junimonat. Gemessen wird an der Agrarwetterstation der Landesanstalt für Landwirtschaft seit Anfang der 1990er Jahre.
Nur ein einziges Mal war ein Juni wärmer: 2019 erreichte die Durchschnittstemperatur in Wullnhof 20,2 Grad. Der Juni 2019 hat als Beginn einer großen Hitzewelle sogar einen eigenen Wikipediaeintrag. Die heuer gemessenen 19,7 Grad Durchschnitttemperatur entsprechen auch dem bayernweiten Durchschnittswert. Hier verweist der Deutsche Wetterdienst in seiner Pressemeldung zum Juni auf den heißen Sommer 2003, der wärmer war.
Damit weicht der Juni 2026 um 5,2 Grad von einem durchschnittlichen Juni ab, der zwischen 1960 und 1990 bei 14,5 Grad lag. Das bisherige Halbjahr war 1,2 Grad wärmer als die Periode vor 30 Jahren. Selbst wenn man die höheren Durchschnittswerte von 1981 bis 2010 zum Vergleich nimmt, weicht der Juni 2026 um 4,7 Grad vom Durchschnitt ab. Eine ungewöhnlich hohe Abweichung.
Der bislang heißeste Tag des Jahres mit 37,7 Grad
Mit 37,7 Grad hatte der Juni am vergangenen Sonntag seinen heißesten Tag. Das war der heißeste Junitag der vergangenen 20 Jahre. Am gleichen Tag wurde auch der deutschlandweite Temperaturrekord geknackt: In Neißemünde-Coschen direkt an der polnischen Grenze wurde eine Temperatur von 41,7 Grad erreicht. Eine Temperatur über 40 Grad wurde in Wullnhof nur einmal im Juli 2022 mit 40,6 Grad gemessen.
Die Hitzewelle insbesondere am Ende des Junis bescherte uns zwölf „Heiße Tage“. Diesen Ausdruck verwenden Wetterkundler, um Tage mit Temperaturen über 30 Grad zu beschreiben. Sommertage, also Tage mit über 25 Grad, gab es sogar 17. Die warmen Nächte werden in Wullnhof nicht statistisch ausgewertet. Wir haben die Stundenwerte der Junitage durchgeklickt, und siehe da: Während der letzten heißen Junitage sank die Temperatur nur nach Mitternacht unter 20 Grad. In der Nacht zum 29. Juni – also vom besonders heißen Sonntag auf den Montag – blieb das Thermometer in Wullnhof sogar über Nacht über der 20-Grad-Marke. Das gilt dann als tropische Nacht. Dazu sollte man wissen , dass die Messstation in Wullnhof abseits der Bebauung auf freiem Gelände steht. In Waldmünchen beispielsweise, also einem bebauten Gebiet, können die Nächte durchaus wärmer gewesen sein.
Es regnete im Juni deutlich zu wenig
Bei solcher Hitze wäre Regen wichtig. Auf den hat man im Juni allerdings meist vergeblich gewartet. Regen gab es nur in geringen Mengen am Anfang des Monates und dann durch die die Hitzewelle ablösenden Gewitter ab 29. Juni. Summarisch hat es im Juni mit 25,8 Prozent ein Viertel zu wenig geregnet. Die 68,8 Millimeter Niederschlag bessern damit auch nicht die Jahres-Niederschlagsbilanz auf. Es fehlen zur Jahresmitte 35,2 Prozent der durchschnittlichen Niederschläge. Das liegt aber vor allem an den viel zutrockenen Vormonaten, wo teilweise über die Hälfte des Regens ausblieb. Mehr Niederschläge als üblich gab es nur im Februar.
Die Auswirkungen zeigt zum Beispiel der Wald-Dürremonitor der Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft rund um Waldmünchen, der etliche trockene und sehr trockene Flächen und am Vorderen und Hinteren Hiener sogar Dürre-Flecken ausweist. Auffällig ist auch: Je weiter nördlich die Waldgebiete liegen, desto besser sind sie noch mit Wasser versorgt. Die größte Trockenheit im Altlandkreis Waldmünchen weisen die Wälder westlich von Rötz auf, die sich Richtung Neunburg verstärkt. Entsprechend der wenigen Regentage gab es im Juni mehr Sonne als gewöhnlich. 236 Stunden Sonnenschein verzeichnete die Wetterstation Wullnhof oder plus 13,1 Prozent.