Kreis Kelheim: Sprengattacken auf Geldautomaten sorgten für Angst und Millionenschäden

Ende 2023 und Anfang 2024 hielt eine Serie von Geldautomatensprengungen auch die Bevölkerung im Landkreis Kelheim in Atem. Mehrere nächtliche Explosionen richteten erhebliche Schäden an und sorgten für große Verunsicherung.
Ein lauter Knall zerriss in der Nacht zum 18. Oktober 2023 die Ruhe an der Raffineriestraße in Neustadt an der Donau. Anwohner des Kaufland-Gebäudes wurden kurz nach 3 Uhr aus dem Schlaf gerissen und alarmierten die Polizeieinsatzzentrale. Obwohl die ersten Streifen nur wenige Minuten später am Tatort eintrafen, fehlte von den Tätern bereits jede Spur.
Die Wucht der Explosion hatte den Vorraum des Gebäudes verwüstet. Fensterscheiben wurden aus ihren Verankerungen gerissen, der Geldautomat selbst hielt der Detonation jedoch stand. An das Bargeld gelangten die Täter deshalb nicht. Dennoch war der Sachschaden erheblich: Allein die Schäden am und im Gebäude bezifferte die Polizei auf rund 20.000 Euro.
Begonnen hatte die Serie in Niederbayern bereits am 29. Oktober 2021 in Herrnwahlthann. Damals sprengten Unbekannte einen Geldautomaten in der Geschäftsstelle der Raiffeisenbank. Auch dort hielt der Automat der Explosion stand, sodass die Täter ohne Beute flüchten mussten. Der entstandene Sachschaden belief sich auf rund 30.000 Euro.

Am 7. November 2023 geriet die Volksbankfiliale im Herzen von Langquaid ins Visier der Automatensprenger. „Wie eine Bombe“, habe sich die Detonation angehört, berichtete damals eine Mieterin, deren Wohnung sich unmittelbar über der betroffenen Filiale befindet. Nach Angaben der Polizei setzten die Täter Sprengstoff ein. Die Explosion hinterließ ein Bild der Verwüstung.
Auch Anfang 2024 setzte sich die Anschlagsserie in der Region fort. Zunächst traf es im Januar Großmehring im Landkreis Eichstätt, im Februar Wolnzach im Landkreis Pfaffenhofen und Anfang März schließlich Elsendorf im Landkreis Kelheim.
Dort sprengten die bislang unbekannten Täter kurz nach 4 Uhr morgens in zwei benachbarten Bankfilialen jeweils einen Geldautomaten. Ein Teil der Beute wurde durch ein ausgelöstes Farbmarkierungssystem unbrauchbar gemacht. „Es hat sich angefühlt wie ein Erdbeben“, schilderte ein Anwohner die Wucht der Explosion.
Ein halbes Dutzend Spezialisten des Bayerischen Landeskriminalamts (BLKA) untersuchte anschließend den Tatort. Nach dem Ergebnis der Spurensicherung wurden die Automaten mit Sprengstoff in die Luft gejagt. Auch wurde in Elsendorf der Schalterbereich der Bankfilialen schwer beschädigt.