Vom Autohaus zum Ärztehaus: Abriss des Autohauses Maschek in Schwandorf startet

Noch steht das Autohaus an der Regensburger Straße gut sichtbar für vorbeifahrende Autofahrer. Doch in wenigen Wochen dürfte davon nicht mehr viel übrig sein. Ingo Maschek, Gründer von Maschek Automobile, gab am Donnerstag gemeinsam mit Geschäftsleiter Reiner Hochmuth und Christian Metz, dessen Unternehmen den Abriss übernehmen wird, den Startschuss für den Rückbau. Damit geht in Schwandorf eine Ära zu Ende – und macht Platz für neue Innovationen.
Mit dem alten Standort verbinden viele Schwandorfer zahlreiche Erinnerungen, wie Ingo Maschek bestätigt. „Das Autohaus ist Teil der Schwandorfer Geschichte.“ Schon immer habe sich in dem Gebäude alles um Volkswagen gedreht. Vor rund 75 Jahren begann die Geschichte unter dem Namen Hartl, in den 1980er-Jahren übernahm Strasser, später kaufte die Firma Stadler das Autohaus. 2002 schließlich ging es an Maschek über. „Bald haben wir sozusagen Silberhochzeit“, sagt der Unternehmer.
Dabei war der weit über den Landkreis Schwandorf hinaus bekannte Unternehmer schon lange vor der Übernahme an der Regensburger Straße tätig. Vor 46 Jahren begann er dort als Juniorverkäufer bei Automobile Strasser. Sein Büro lag prominent im Ausstellungsraum – ein Ort, an dem viele Schwandorfer ein und aus gingen. Als er es kürzlich beim Pressetermin nach langer Zeit wieder betrat, wurde Maschek sichtlich emotional. „Für mich ist nochmals ein Film von 25 Jahren abgelaufen“, berichtet der Autoexperte. Hinzu komme die familiäre Verbindung zum Standort. Sein Vater habe bereits Ende der 1950er-Jahre in dem bekannten Autohaus als Lackierer gearbeitet.
Auch Maschek selbst habe sein Handwerk in dem markanten Gebäude mit der großen Glasfront von Grund auf gelernt. Vieles habe er sich selbst beibringen müssen. Das sei nicht nur mit Erfolgen, sondern auch mit Rückschlägen verbunden gewesen. „Der teuerste Lehrmeister ist das Leben“, gibt der Autohändler deshalb mit auf den Weg.

Beim Rundgang durch den Ausstellungsraum erklärt der Unternehmer zugleich anhand eines Beispiels, warum der erfolgte Umzug seines Autohauses von Schwandorf nach Wackersdorf notwendig gewesen sei. Das Gebäude im Süden Schwandorfs verfüge beispielsweise über keine Klimaanlage. Diese nachzurüsten wäre nicht nur teuer gewesen. Am neuen Standort könne ökologisch klimatisiert und zugleich nachhaltig Strom erzeugt werden. „Eine Photovoltaikanlage wäre auf dem Dach des ehemaligen Standortes so nicht möglich gewesen“, erklärt Maschek.
Metz Erdbau arbeitet als Baustoff-Recyclingsbetrieb mit der Wiederverwertung von mineralischen Bauabfällen
Nachhaltigkeit soll nun auch an der Regensburger Straße eine wichtige Rolle spielen. Deshalb habe man die Firma Metz Erdbau mit dem Abriss beauftragt. Wie Geschäftsführer Christian Metz erklärt, handelt es sich bei seinem Unternehmen um einen zertifizierten Baustoff-Recyclingbetrieb. Mineralische Bauabfälle wie Beton oder Bauschutt würden wiederverwertet, aufbereitet und zu güteüberwachten, hochwertigen Sekundärbaustoffen verarbeitet. „Wir können das Pflaster direkt vor Ort nutzen und müssen keinen Naturschotter besorgen“, betont Metz.
Man vergisst schnell, was für eine unglaubliche Fachkompetenz vor Ort gegeben istIngo Maschek (Gründer Maschek Automobile)
Auch auf die Anwohner wollen die Verantwortlichen während der Abbrucharbeiten Rücksicht nehmen. „Wir haben vereinbart, dass für die Nachbarn so wenig wie möglich zu spüren ist“, sagt Maschek. Im Vorfeld gab es in der Bevölkerung Sorgen, dass die Libourne-Allee oder die vielbefahrene Regensburger Straße durch die Bauarbeiten beeinträchtigt werden könnten. Wie Metz erklärt, erhalten die Baufahrzeuge eigene Stellflächen auf dem Grundstück. Die Zufahrt erfolge über die Aldi-Seite.
Moderne Staubbinderanlage arbeitet mit Wassernebel in meterweiten Radius
Und auch angesichts der Hitze, die bereits im Juni vielen Schwandorfern zu schaffen machte, bestehe wegen möglicher Staubentwicklung kein Grund zur Sorge. Laut Metz kommt während der Abrissarbeiten eine moderne Staubbinderanlage zum Einsatz. Dabei handele es sich um eine der modernsten Maschinen zur Staubbindung auf dem Markt. „In einem Radius von 8 bis 10 Metern kann mithilfe von Wassernebel gearbeitet werden.“ Die Geräte erinnerten an überdimensionale Schneekanonen und würden direkt von einem Maschinisten aus dem Cockpit gesteuert.

Die ersten Vorbereitungen für den Abriss sollen im Laufe der Woche starten. In der kommenden Woche rollen dann auch die ersten Großgeräte an, um Baustraßen und Arbeitsflächen anzulegen. Mitte Juli startet schließlich der eigentliche Rückbau des Gebäudes. Zunächst werde mit sogenannten Zangenmaschinen gearbeitet, die Fenster und andere Bauteile gezielt herausbrechen. Dies sei wichtig, um die Materialien anschließend möglichst sortenrein trennen und verwerten zu können.
Insgesamt werden laut Metz zwei Großmaschinen sowie mehrere Minibagger auf der Baustelle im Einsatz sein. Täglich sollen dort acht bis zehn Mitarbeiter arbeiten. Das ist auch nötig: Bereits Ende August beziehungsweise Anfang September sollen die Abrissarbeiten abgeschlossen sein. Im Oktober ist dann der Spatenstich für den ersten Bauabschnitt geplant. Zunächst sollen bis Ende 2027 ein Ärztehaus und Gewerbeflächen entstehen. Später sollen dann noch ein Parkhaus und um die 120 Wohnungen gebaut werden.
Die Bauarbeiten für das neue Gebäude übernimmt die Firma Gebr. Donhauser – ebenfalls ein Unternehmen aus der Region. „Aufträge regional vergeben. Das ist die Maschek Firmenpolitik“, erklärt Hochmuth. Und Maschek ergänzt: „Man vergisst schnell, was für eine unglaubliche Fachkompetenz vor Ort gegeben ist.“ Mit dieser geballten regionalen Kraft sollen nun die Weichen für die Zukunft in Schwandorfs Süden gestellt werden.