Italienische Nacht in Burglengenfeld endet für politischen Mandatsträger in Polizeigewahrsam

Tausende Besucher haben am Wochenende in Burglengenfeld (Landkreis Schwandorf) die Italienische Nacht in vollen Zügen genossen. Trotz der hohen Temperaturen blieb bis zum offiziellen Ende alles friedlich. Aber: Kaum hatte die letzte Band die Bühne verlassen, kam es doch noch zu einer unerfreulichen Auseinandersetzung.
Das Pikante: Hauptbeteiligter war nach gesicherten Informationen ein politischer Mandatsträger. Daher landete die Sachbearbeitung beim Kommissariat 5 der Kriminalpolizei, das für den Staatsschutz zuständig ist.
Was war vorgefallen? Recherchen der Redaktion haben ergeben, dass der Mann, um den es geht, bereits am frühen Samstagabend den Marktplatz aufgesucht hatte, um mit Freunden und Bekannten ausgiebig zu feiern. Am Sonntag gegen 1 Uhr, also unmittelbar nach dem Zapfenstreich, soll er am Stand einer Pizzeria unweit des Rathauses Gäste und Personal beleidigt haben. Weshalb ist unbekannt, aber es sollen auch ausländerfeindliche Sprüche gefallen sein.
Versuch, „dienstliche Einsatzmittel“ zu ergreifen
Der Standbetreiber rief deshalb nach dem Sicherheitsdienst. Es drohe eine Schlägerei, so die Mitteilung per Funk. Die Security, eine Firma aus Burglengenfeld, war nach wenigen Minuten zur Stelle. Ihre Mitarbeiter wollten den Mann zunächst beruhigen und dann zum Gehen auffordern. Doch dieser habe sich geweigert und weitere, teils unflätige Beschimpfungen ausgestoßen, berichtet ein Beteiligter. Daher wurde die Polizei eingeschaltet.
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Selbst die brachte den Mann nicht zur Raison. Gegenüber den Beamten zeigte er sich ebenfalls „unkooperativ und aggressiv“, berichtet Polizeisprecher Jonas Krauß. Ein Platzverweis sei ignoriert worden. Damit nicht genug: Während der Identitätsfeststellung soll der Mann versucht haben, auf ein „dienstliches Einsatzmittel“ (nicht die Schusswaffe) zuzugreifen. Letztlich habe es keine andere Möglichkeit gegeben, als unmittelbaren Zwang anzuwenden. Der Mann wurde gefesselt und in Gewahrsam genommen. Ein Beamter erlitt beim Einsatz leichte Verletzungen und wurde in einem Krankenhaus behandelt. Er blieb aber dienstfähig.
Welche Rolle spielte der Alkoholkonsum?
Die Vermutung, dass bei der Tat Alkohol eine Rolle gespielt haben könnte, liegt nahe. Das Ergebnis einer Blutuntersuchung lag aber laut Krauß bis Mittwoch noch nicht vor.
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Die Kripo Amberg ermittelt nun unter anderem wegen des Verdachts des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und Beleidigung. In diesem Zusammenhang wird um Zeugenhinweise gebeten. Insbesondere werden Personen gesucht, die den Vorfall in der Nacht zum 28. Juni auf dem Marktplatz beobachtet oder gefilmt haben. Sie sollten sich unter Telefonnummer 09621/8900 melden.
Konsequenzen durch Kommunalaufsicht eher unwahrscheinlich
Die Redaktion hat versucht, zu dem Mandatsträger, der aktuell verreist ist, Kontakt aufzunehmen, was aber nicht gelang. Einer seiner Parteifreunde, der sich an der Feier am Samstag bis 21 Uhr beteiligt hatte, zeigte sich von den Schilderungen betroffen und irritiert. Als aggressiv habe er den Beschuldigten bisher nie wahrgenommen, im Gegenteil. Er sei „hilfsbereit und friedlich“.
Ob dem Mann seitens der Kommunalaufsicht Konsequenzen drohen, ist eher unwahrscheinlich. Nach Informationen der MZ geht ein Mandat erst dann automatisch verloren, wenn wegen einer vorsätzlichen Tat eine Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr verhängt wurde.