Sie badeten in überfluteter Unterführung: Unvernünftige kassieren Platzverweis in Schwandorf

Die Wassermassen hielten in der Nacht von Montag auf Dienstag die Einsatzkräfte in Schwandorf in Atem. Doch einige Unvernünftige bescherten ihnen noch mehr Arbeit: Gegen 22 Uhr wurden Retter der Wasserwacht alarmiert, weil Anwohner badende Personen in der vollgelaufenen Rewe-Unterführung beobachtet hatten – und sich um ihre Sicherheit sorgten. Die Polizei erteilte Platzverweise.
Die Szene sei äußerst skurril gewesen, berichtete ein Augenzeuge der MZ. Er habe rund 15 Personen beobachtet, die an der Unterführung herumgestanden seien. Einige von ihnen hätten pitschnasse Hosen getragen, mindestens drei seien im Wasser gewesen. „Die hatten die größte Gaudi, während ein paar Häuser weiter andere um ihr Hab und Gut fürchteten. Traurig, dass durch diese Aktion offenbar Einsatzkräfte gebunden wurden, die woanders dringend gebraucht worden wären“, ärgerte sich der Schwandorfer. Da könne man nur noch verwundert den Kopf schütteln.
Das sieht harmlos aus, ist aber tatsächlich lebensgefährlich.Stefan Dirnberger, Polizeioberkommissar
Neben Feuerwehr und Wasserwacht machte sich auch eine Streife der Polizeiinspektion Schwandorf auf den Weg zur Unterführung und traf dort einige Badende an. „Das sieht harmlos aus, ist aber tatsächlich lebensgefährlich“, stellte Polizeioberkommissar Stefan Dirnberger fest. Deshalb habe die Streife die Personen auch aus dem Wasser geschickt und ihnen „als gefahrenabwehrende Maßnahme“ einen Platzverweis erteilt. Dem seien die Personen auch nachgekommen.

Wasserwacht rückte mit 21 Einsatzkräften an
Auch Korbinian Kurz von der Kreiswasserwacht Schwandorf rückte nach der Alarmierung zur Rewe-Unterführung aus, und zwar als Einsatzleiter für die Schnelleinsatzgruppen Wasserrettung aus Schwandorf und Schwarzenfeld mit insgesamt 21 Kräften. Sie kamen mit jeweils zwei Fahrzeugen, zwei Motorbooten und einem Raftingboot zur Unterführung – allerdings umsonst, wie sich herausstellte. „Die Unterführung war hüfthoch überflutet, es war aber niemand mehr im Wasser“, sagt Kurz.
Dennoch machten sich die Wasserwachtler nicht sofort wieder auf den Heimweg: Sie blieben in Schwandorf, um im Notfall den an allen Fronten geforderten Feuerwehren schnell zur Seite stehen zu können. Erst gegen 2.45 Uhr traten sie laut Kurz die Heimfahrt an. Geärgert habe er sich über den Vorfall nicht, man sei eher froh darüber gewesen, dass offenbar niemand in echter Gefahr gewesen sei, sagte der Einsatzleiter.