Sicherheitsbericht für Schwandorf: Weniger Kriminalität, mehr Unfälle

Von Vanessa Ebert · 25. Juni 2026 um 05:00

„In der Großen Kreisstadt lässt es sich sehr sicher leben“, zu diesem Schluss kam die Polizeiinspektion Schwandorf bei der Vorstellung des Sicherheitsberichtes für das Jahr 2025. Positive Entwicklungen vermeldete die Polizei im Hinblick auf die Gesamtstraftaten, vor allem bei der Straßenkriminalität. Im zurückliegenden Jahr gab es jedoch mehr Verkehrsunfälle mit mehr Toten als in den vergangenen Jahren.

„Sehr erfreulich“ sei der Rückgang bei den Gesamtstraftaten in der Stadt Schwandorf, wie Stefan Amann beim Pressetermin am Dienstag verkündete. Der Erste Polizeihauptkommissar, der im Januar die Leitung der PI Schwandorf übernommen hatte, berichtete zum ersten Mal in dieser Funktion an Oberbürgermeister Andreas Feller (BLS). Laut Amanns Ausführungen ist die Zahl der Straftaten demnach im Vergleich zum Vorjahr um fast 17 Prozent gesunken. 1340 Fälle habe es 2025 gegeben, 2024 waren es noch 271 Fälle mehr, nämlich 1611. „Das ist der niedrigste Wert in den vergangenen sechs Jahren“, machte Amann deutlich.

Gute Tendenzen zeigt der Bericht, der der MZ vorliegt, besonders im Hinblick auf die Straßenkriminalität. Die Zahl der Fälle verringerte sich demnach um 53. Insgesamt verzeichnete die Polizei hier 173 Fälle im Jahr 2025. Vor rund einem Jahr stach die Straßenkriminalität in der Großen Kreisstadt noch negativ heraus: 226 Fälle waren es damals. Unter diesem Punkt führt die Polizei unterschiedlichste Delikte, wie etwa sexuelle Belästigung, exhibitionistische Handlungen, Raub, Handtaschenraub, Diebstahl, Körperverletzung oder Sachbeschädigung.

Kein positiver Trend jedoch bei den Körperverletzungen

Die Zahl der Gewalttaten bleibt laut Bericht auf einem ähnlichen Niveau: 69 Taten hat die Polizei Schwandorf im vergangenem Jahr erfasst, 2024 waren es 70. Die Zahl der Körperverletzungen folgt dem insgesamten Positivtrend ebenfalls nicht: 232 Fälle verzeichnete die Polizei im aktuellen Berichtszeitraum, 2024 waren es 202 Fälle.

Diebe schlugen in Schwandorf im abgelaufenen Jahr dagegen weniger häufig zu als in den vergangenen Jahren. 251 Fälle wurden der Polizei bekannt, in 78 Fällen handelte es sich dabei um schweren Diebstahl. Davon spricht die Polizei zum Beispiel, wenn der gestohlene Gegenstand sicher versperrt war. 114 Fälle von Ladendiebstahl nahmen die Beamten der PI auf, 2024 waren das noch 34 Fälle mehr. Fahrräder werden laut Polizei inzwischen ebenfalls weniger häufig gestohlen als früher. 30 Fälle im Jahr 2025 sind der PI bekannt, 2024 waren es 43.

Weniger Kinder wurden straffällig

Der Sicherheitsbericht aus dem Jahr 2024 zeigte eine negative Entwicklung, was die Altersstruktur der Tatverdächtigen betrifft. Vor rund einem Jahr hatte die Polizei vermeldet, dass mehr Kinder als früher auffällig geworden seien. Dieser Trend hat sich 2025 nicht fortgesetzt: 39 Kinder (2024: 54) und 81 Jugendliche (2024: 99) konnten als Tatverdächtige ermittelt werden.

Bundesweit wird seit einigen Jahren immer wieder die zunehmende Gewalt gegen Polizeibeamte und Rettungskräfte thematisiert. In der Stadt Schwandorf scheint sich dieser Trend nicht zu bestätigen. 13 solcher Fälle verzeichnete die Polizeiinspektion in 2025. Einen Höhepunkt weist der Bericht im Jahr 2022 aus, wo sogar 37 Fälle bekannt wurden. Seither ist die Zahl rückläufig. „Viele Kollegen nutzen inzwischen Bodycams“, erklärte Polizeichef Amann. Dies trage möglicherweise zu einer Verbesserung bei. Außerdem seien die Beamten geschult, was die Kommunikation in solchen Situationen angehe.

Kriminalitätsbelastung dennoch höher als im Oberpfalz-Durchschnitt

Die Abnahme der Gesamtstraftaten spiegelt sich auch in der Häufigkeitszahl wider. Um diese zu ermitteln, werden die registrierten Straftaten auf 100.000 Einwohner hochgerechnet. Mithilfe dieser Kennzahl kann schließlich die Kriminalität verschiedener Regionen unabhängig von der Einwohnerzahl verglichen werden. Die Zahl liegt laut Amann mit 4485 zwar oberhalb der Kriminalitätsbelastung der Gesamt-Oberpfalz (3877), dennoch könne die Lage bei einem solchen Wert als sicher bezeichnet werden. Einen Brennpunkt gibt es nach der Einschätzung der Schwandorfer Beamten in der Großen Kreisstadt nicht. Das sei auch am Bahnhof nicht der Fall. Hier würden zwar immer wieder Delikte – auch durch die regelmäßige Polizeipräsenz – aufgedeckt, auffällig sei dieser Ort jedoch nicht.

Mehr als 75 Prozent aller Fälle werden in der Großen Kreisstadt aufgeklärt. Die Quote habe sich zwar im Vergleich zum Jahr 2024 gering vermindert, bleibt laut Amann aber dennoch oberhalb der Quote der Gesamtoberpfalz (rund 73 Prozent) und der bayernweiten Quote (rund 68 Prozent).

„Wir sind stolz auf die Arbeit von Polizei und Ordnungsamt“, stellte OB Feller abschließend fest. Auch weiterhin setze man auf den regen Austausch miteinander.

Die Lage zur Verkehrssicherheit in der Großen Kreisstadt im Jahr 2025

Verkehrsunfälle gesamt: Polizeihauptkommissar Deniz Birol gab als zuständiger Sachbearbeiter Verkehr einen Überblick über die Sicherheit auf den Straßen in der Großen Kreisstadt und deren Umgebung. Er vermeldete dabei eine negative Entwicklung.

Stadt Schwandorf: Die Zahl der Verkehrsunfälle in der Stadt stieg im Jahr 2025 auf einen Wert von 1096 und erreicht somit den zweithöchsten Wert in den vergangenen sechs Jahren. Drei Menschen kamen dabei ums Leben.

Landkreis: Hier gab es 5044 Verkehrsunfälle, dabei starben 17 Menschen – signifikant mehr als in den Jahren zuvor (2024: 7). Darunter seien tragische Unfälle mit mehreren Toten gewesen, erklärte Birol. Etwa der Unfall im November 2025 bei Ponholz, bei dem drei Menschen in einem Kleinbus tödlich verletzt wurden.

Alkoholeinfluss: Bei 14 Unfällen im Stadtgebiet war laut Bericht Alkohol im Spiel. Im Landkreis wurden 59 Unfälle unter Alkoholeinfluss verursacht.