„Klein-Wacken“ im Kreis Kelheim: Im August wird das kleine Tollbach wieder zum Metal-Hotspot

Vom Gaudi-Projekt im Corona-Jahr zum Festival: Das Doiboch Open Air in Siegenburg im Landkreis Kelheim wächst weiter. Vom Fleck weg überzeugte es die Besucher.
Als viele Festivals ausfielen und die Sehnsucht nach Livemusik groß war, entstand aus einer spontanen Idee etwas, womit die Organisatoren selbst nicht gerechnet hatten: das D.O.A. Festival (Doiboch Open Air). Was einst als „Gaudi“ unter Freunden begann, hat sich innerhalb weniger Jahre zu einer festen Größe in der regionalen Festivalszene entwickelt.
„Wir wollten damals einfach selbst etwas auf die Beine stellen“, erinnert sich Marcus Niesl im Gespräch mit der Mittelbayerischen. Aufgrund der Corona- Pandemie fielen 2020 sämtliche Festivals aus. Darunter auch das bekannte Metal-Festival „Wacken Open Air“ in Schleswig-Holstein. Lukas Landendinger, Marcus Niesl, Christian Liedl und ein paar weitere Freunde hatten sich aber bereits Urlaub genommen und wollten trotzdem feiern. Also stellten sie glatt selbst ein kleines Festival für sich und Freunde auf die Beine.
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Erfahrung mit der Organisation eines Festivals habe das Team zu Beginn kaum gehabt. Dennoch wagten die Verantwortlichen den Schritt. „Wir sind eigentlich blank reingestartet“, sagt Niesl. Unterstützung kam aus dem Freundes- und Bekanntenkreis. Handwerker halfen mit ihrem Fachwissen, Vereinsvorstände brachten Erfahrungen aus der Organisation größerer Veranstaltungen wie Landjugendfesten mit.
Jahr für Jahr wuchs die Fangemeinde
Dass das Festival so gut angenommen werden würde, überraschte die Veranstalter selbst. Schon bei den ersten Ausgaben kamen viele Tagesgäste, die von der besonderen Atmosphäre und der Location begeistert waren. Die positive Mundpropaganda sorgte dafür, dass die Besucherzahlen stetig stiegen.
„Irgendwann haben die Leute gesagt: Das schaue ich mir an, ich komme nächstes Jahr wieder“, erzählt auch Christian Liedl, der von Anfang an dabei ist. Jahr für Jahr wuchs die Fangemeinde. Gleichzeitig konnten immer bekanntere Bands verpflichtet werden, ohne dabei die musikalische Ausrichtung aus den Augen zu verlieren. „Wir wollen unserem Genre treu bleiben“, betont Liedl.
Mittlerweile stehen an vier Festivaltagen insgesamt 19 Live-Acts auf der Bühne. Das Programm wurde über die Jahre behutsam erweitert. „Es sind immer ein oder zwei Bands mehr geworden“, so die Organisatoren. Das Publikum ist dabei längst bunt gemischt. Neben eingefleischten Rockfans finden sich auch viele Besucher, die ursprünglich wegen einzelner Bands oder der besonderen Festival-Atmosphäre kommen. Einige reisen sogar von weiter her an und verbringen gleich das gesamte Wochenende auf dem Gelände.

Die Entwicklung lässt sich auch an den Besucherzahlen ablesen. Während anfangs rund 300 Gäste übers Wochenende kamen, stiegen die Zahlen in den vergangenen Jahren deutlich an. Für die kommende Ausgabe rechnen die Veranstalter mit etwa 1000 Gästen an den Haupttagen Freitag und Samstag.
Trotz des Wachstums soll das Festival seinen familiären Charakter behalten. „Wir wollen personennah bleiben“, sagt Niesl. Die Eintrittspreise sollen bewusst moderat gehalten werden. Ziel sei nicht, große Gewinne zu erzielen. „Unser wichtigster Punkt ist, dass wir am Ende einfach nichts draufzahlen.“
Dabei wird die Organisation jedes Jahr umfangreicher. Neue Auflagen, steigende Preise und zusätzliche Programmpunkte sorgen für mehr Arbeit. Das Team sucht deshalb regelmäßig den Austausch mit anderen Veranstaltern und schaut sich bei größeren wie kleineren Festen Anregungen ab. „Wenn Probleme auftauchen, versuchen wir daraus zu lernen“, erklärt Niesl.
Bandcontest findet zum dritten Mal statt
Ein fester Bestandteil des Festivals ist inzwischen auch der Bandcontest, der heuer bereits zum dritten Mal stattfindet. Nachwuchsbands erhalten dort die Chance, sich einem größeren Publikum zu präsentieren. Bewertet werden sie von einer Jury aus Musikern, die selbst in Bands spielen oder gespielt haben. Dabei fließen Gesang, Instrumentalleistung und Bühnenpräsenz in die Wertung ein. Auch das Publikum hat ein Mitspracherecht: Der Applaus der Zuschauer wird ebenfalls bewertet.
Neben dem Musikprogramm setzen die Organisatoren auf ein vielfältiges Rahmenangebot. Jahr für Jahr kommen neue Aktivitäten hinzu. Neu gibt es dieses Jahr den Weißwurstfrühschoppen am Sonntag, der ohne Eintritt besucht werden kann.
Dass das Festival trotz steigender Kosten wirtschaftlich funktioniert, liegt nach Angaben der Verantwortlichen auch an der großen Unterstützung aus dem Umfeld. Viele Helfer bringen Material ein oder unterstützen mit ihrer Arbeitskraft. „Wir haben wirklich gute Leute an der Hand“, sagt Liedl. Dadurch könne man viele Kosten auffangen und auch Jahre mit schlechterem Wetter besser überstehen.
Für die Zukunft wünschen sich die Organisatoren vor allem eines: dass das D.O.A. Festival seinen besonderen Charakter behält. Denn genau dieser Mix aus ehrenamtlichem Engagement, familiärer Atmosphäre und handgemachter Livemusik habe dafür gesorgt, dass aus einer spontanen Idee ein Festival geworden ist, das längst weit über die Region hinaus Besucher anzieht.
Doiboch Open Air: Tickets, Bandcontest, Weißwurst-Frühschoppen
• Zeitraum: Das Doiboch Open Air (D.O.A.) findet von 6. bis 9. August im Siegenburger Ortsteil Tollbach statt.
• Tickets: Tickets sind sowohl als Hardtickets als auch online erhältlich. Das Tagesticket kostet 25 Euro, das Wochenendticket 55 Euro.
• Verkauf: Hardtickets können vor Ort in der Gastwirtschaft Landendinger erworben werden. Auf Anfrage werden diese auch per Post versendet. Anfragen an: doiboch.open.air-team@web. de. Kinder unter 14 Jahren erhalten freien Eintritt.
• Battle of the Bands: Am Donnerstag findet der traditionelle Bandcontest statt. Der Eintritt ist frei.
• Weißwurst-Frühschoppen: Am Sonntag lädt das D.O.A. von 10 bis 14 Uhr zum Weißwurstfrühschoppen ein. Auch hier ist der Eintritt frei, so die Organisatoren.