Kreis Schwandorf lässt sich Technologiecampus und Business-Forum 18 Millionen Euro kosten

Von Vanessa Ebert · 25. Juni 2026 um 05:45

Der Landkreis Schwandorf will in der Nähe zur A93 bei Wackersdorf einen Technologiecampus sowie ein Business-Forum bauen. Nun gibt es eine erste Kostenschätzung: Rund 18 Millionen teuer soll das Vorhaben werden. Mehrheitlich stimmte der Kreisausschuss den Planungen zu. Damit wolle man den Landkreis für die Zukunft stärken, so die Stimmen der Räte.

Video ansehen

Es tut sich was, im künftigen Interkommunalen Gewerbegebiet (Interkom) an der A93. Mit dem offiziellen Spatenstich hat kürzlich nach der äußeren Anbindung nun auch die innere Erschließung begonnen. Hier wird der Landkreis auch „eines der schönsten Projekte derzeit“ umsetzen, wie es Landrat Thomas Ebeling (CSU) bei der Sitzung des Ausschusses für Schulen, Planung und Bau am Mittwoch formulierte.

Eine zentrale Anlaufstelle für den Wissenstransfer

Der Technologiecampus (TC) im Landkreis Schwandorf soll zusammen mit der OTH Amberg-Weiden und der OTH Regensburg betrieben werden. Er versteht sich, wie aus den Sitzungsunterlagen hervorgeht, als zentrale Anlaufstelle für regionale Forschung, Innovation und Wissenstransfer im Landkreis. Insbesondere für die Unternehmen aus Industrie, Mittelstand, Handel, Handwerk und Dienstleistungen will der Campus ein starker Partner sein, wenn es um praxisnahe Lösungen, Technologietransfer, Qualifizierung und Weiterbildung geht.

Dreh- und Angelpunkt sind dabei zentrale Zukunftsthemen: Umweltgerechte Energietechnik, Kreislaufwirtschaft und Ressourceneffizienz, Nachhaltigkeit in der Produktion, Digitalisierung und industrielle Innovation.

Lesen Sie dazu auch: Meilenstein: Start für innere Erschließung im Interkommunalen Gewerbegebiet an der A93

Neben dem TC soll das Business Forum als Nachfolger des bekannten Mittelstandzentrums Maximilianshütte errichtet werden. In der Business Forum GmbH sind der Landkreis Schwandorf, die Große Kreisstadt Schwandorf und die Gemeinde Wackersdorf Gesellschafter. Sie werden sich, wie auch die Hochschulen, in das geplante Gebäude einmieten.

Als Bauherr für beide Gebäude – TC und Business Forum – tritt der Landkreis auf. In einer Sitzung des Bauausschusses im November 2025 hatten die Kreisräte den ersten Grundrissideen für die Gebäude zugestimmt. Daraufhin hat das beauftragte Planungsbüro Stürzl Planung und Projektmanagement aus Regensburg den finalen Grundriss, die grundsätzliche Bauweise (Hybrid) und erste Gedanken zur Fassadengestaltung erarbeitet. Bei der Sitzung stellte Architekt Frank Stürzl den – zum Teil neuen – Kreisräten das Projekt im Detail vor.

Meinung der CSU: Kosten über Jahrzehnte hinweg sehen

Der Technologiecampus und das Business Forum, früher auch als Gründerzentrum bekannt, sollen im südöstlichen Teil des Areals errichtet werden, unmittelbar an die dortige Esso-Tankstelle angrenzend. Auf dieser Fläche sind drei Gebäude geplant, die miteinander verbunden sein werden. Auch repräsentative Außenanlagen gehören dazu. Für den gesamten Komplex schätzt der Architekt die Kosten auf 18 Millionen Euro.

„Eine stolze Hausnummer", nannte Karl Bley von der SPD die Summe, die der Landkreis schultern will. Dennoch, das Projekt sei zukunftsorientiert, so der Kreisrat. Den Blick in die Zukunft richtete auch Dieter Jäger von den Freien Wählern. Das Projekt sei eine gute Sache, die den Landkreis in den kommenden Jahren voranbringen werde. Auch Anita Forster (CSU) bezeichnete das Vorhaben als „sehr wertvoll“. Sie wies ebenso darauf hin, dass man die Investition über viele Jahrzehnte hinweg sehen müsse. Rudi Sommer von den Grünen begrüßte das Projekt und insbesondere einige nachhaltige Aspekte des Baus ebenfalls. Anders äußerte sich die AfD. Die Kosten seien in Zeiten „von klammen Kassen viel zu hoch“, sagte deren Kreisrat Thomas Borcuch. Wenig später schlug er jedoch vor, statt einer Außenstelle doch gleich eine eigene Hochschule zu bauen.

Wirtschaftsreferent Meyer: Die Projekte laufen bereits

Christian Meyer, Wirtschaftsreferent des Landkreises, informierte die Räte darüber, dass bereits jetzt vielversprechende Projekte im Schulterschluss mit der regionalen Wirtschaft laufen würden. „Auch wenn das Gebäude noch nicht steht, sind wir schon operativ tätig“, sagte er. Vonseiten der Unternehmen des Landkreises hätte das Projekt bereits viel Zuspruch erfahren. Mit großer Mehrheit stimmte der Ausschuss der vorgeschlagenen Planung und der Kostenschätzung für den Neubau zu. Zwei Gegenstimmen von den beiden im Ausschuss anwesenden AfD-Kreisräten.