Grüne Oasen vor der Haustür: In Bruck und Schwarzenfeld zeigen Privatleute ihre Gärten

Bienen summen, Schmetterlinge flattern von Blüte zu Blüte, und überall herrschen üppiges Grün und eine bunte Farbenpracht. Am Sonntag haben alle Bürger die Gelegenheit, besonders schöne Privatgärten im Landkreis zu besichtigen. Das sollte man sich nicht entgehen lassen, wie ein Besuch bei den drei Gartenbesitzern zeigt, die zum Tag der offenen Gartentür einladen – zwei in Bruck und einer in Schwarzenfeld.
Ein Spaziergang durch das idyllisch gelegene, rund 1500 Quadratmeter große Grundstück von Marina und Jürgen Bindl am Mossbüchl in Sollbach bei Bruck ist wie ein Kurzurlaub. Überall gibt es liebevoll gestaltete Details zu entdecken: Rosen in verschiedenen Farben, darunter eine alte Sorte der Großmutter, duftende Kräuter, jede Menge Gemüse und zahlreiche gemütliche Sitzplätze. Bereits der Vorgarten lässt erahnen, dass hier eine Gärtnerin mit Herz am Werk ist.
Bienen und Vögel sollen sich hier wohlfühlen
„Mir ist wichtig, dass sich Bienen und Vögel wohlfühlen“, betont Marina Bindl, die jeden Nachmittag mit großer Leidenschaft im Garten tätig ist, den sie gemeinsam mit ihrem Mann selbst angelegt hat. Immer wieder entwickelt sie neue Ideen. Kürzlich entstand rund um den Gemüsegarten eine natürliche Mauer aus Ästen. Entlang der nördlichen Grundstücksgrenze plätschert ein Bach. Dort befindet sich auch der Hühnerstall, in dem Gockel Bazi mit seinen 13 Damen – unter anderem Tina Turner, Lady Gaga und Charlotte – munter gackert.

Über das gesamte Grundstück verteilt wachsen Kornäpfel, Weintrauben, Johannisbeeren, Aprikosen und sogar Maulbeeren, Kakis und Kiwis. Mit Klettergerüsten und Schaukel ist der Garten zugleich ein Paradies für Kinder. Eine Besonderheit sind außerdem das kleine Backhaus mit Holzofen sowie die Dachbegrünung auf dem Carport und einem Gewächshaus. Auch die Kinder machen begeistert mit: Ihre gesäten Sonnenblumen lugen schon aus der Erde.
Etwas Außergewöhnliches und einen Besuch wert ist auch die Grubhof-Brennerei am Eichenweg in Bruck. Der Garten hinter der kleinen Brennerei gleicht einem blühenden Biotop. Eigentümer Charly Berger liegen die Natur und ihr Schutz besonders am Herzen. Auch hier picken Hühner und fressen ihrem Besitzer sogar aus der Hand. „Unkraut gibt es nicht – das sind Beikräuter“, betont er.
Ein kurzer Spaziergang führt zur eineinhalb Hektar großen Streuobstwiese am Grubhofberg. Von hier oben bietet sich ein wunderbarer Blick über ganz Bruck, und die Fülle unterschiedlichster Obstbäume beeindruckt. Im Jahr 2000 begann Berger damit, Birnen-, Apfel-, Kirsch-, Quitten-, Mispel- und Walnussbäume zu pflanzen. Am Rand gedeihen üppig wilde Aronia-Beeren, Waldhimbeeren, Brombeeren, Wacholder und Schlehen. „Spaziergänger dürfen von den Früchten naschen, natürlich auch am Sonntag“, erklärt Charly Berger.

Als immer mehr Obst in Hülle und Fülle reif wurde, kam der Besitzer 2014 auf die Idee, als Hobby eine Brennerei zu gründen – und das auch noch biozertifiziert. Das Angebot stieß sofort auf große Resonanz. Tatsächlich wird die Streuobstwiese streng ökologisch bewirtschaftet. Zu den fleißigsten Mitarbeitern zählen hier die Marienkäfer, die in aufgehängten Tontöpfen mit Holzwolle leben und Schädlinge vertilgen.
Mit Eulenkästen gegen Wühlmäuse
An den Bäumen befinden sich Schleiereulenkasten und auch Sitzstangen für Greifvögel, die Wühlmäuse jagen. Ein Netz zum Schutz der Kirschbäume käme für Berger niemals infrage – alles soll möglichst naturnah bleiben. Im Laufe der Jahre fand er heraus, welche Sorten von den Vögeln weitgehend verschont werden. Die Ernte in Form von Marmeladen, Säften, Edelbränden und Likören wird im Hofladen angeboten.
Begeisterte Hobbygärtner sind auch Evi und Hans Koch in der Feldstraße 33 in Schwarzenfeld. Vor 25 Jahren legte das Ehepaar seinen Garten an. Zuvor mussten riesige Bäume entfernt werden, seither wurde das 950 Quadratmeter große Grundstück immer wieder umgestaltet. Während der Pandemie beispielsweise errichteten die Kochs eigenhändig aus exakt 5000 Steinen eine Mauer. „Das war anstrengend, hat aber auch Spaß gemacht“, schwärmt Evi Koch.
Überall gedeihen üppige Pflanzen, blühen farbenfrohe Blumen und wachsen im Hochbeet sowie im Gewächshaus Gemüse, Kräuter und Salate. Zudem haben die Kochs ein Faible für historische Gegenstände wie alte Tröge oder Waschschüsseln, die als Dekoration dienen. Unkraut gebe es kaum, erklärt Evi Koch und verrät zugleich einen Tipp: Man sollte es möglichst früh und mitsamt den Wurzeln entfernen.
Am Sonntag wird sie den Besuchern sicherlich noch weitere Ratschläge geben. Denn ihr Garten bedeutet ihr „einfach alles“, wie sie es formuliert. Sie ist mit einem großen Garten aufgewachsen und begeisterte sich schon früh für Pflanzen. Bereits als Kind half sie ihrer Mutter gerne bei der Arbeit im Grünen. Heute ist ihr blühendes Refugium ihr liebster Ort. Ab und zu, räumt sie ein, fahren ihr Mann und sie durchaus für eine Woche in Urlaub – länger jedoch auf keinen Fall. Denn schon bald verspüre sie Heimweh nach ihrem Garten. Dort sei es eben am allerschönsten.