Syrer ertrinkt in Regensburg: Warnung vor Baden in Donau – Migranten besonders betroffen

Schon wieder ein Badetoter im Raum Regensburg: Nach einem schwarzen Sonntag am Guggenberger See bei Neutraubling (Kreis Regensburg) ertrank am Dienstagabend ein junger Mann unweit der Nibelungenbrücke in Regensburg. Experten geben Tipps zum sicheren Baden.
Das Polizeipräsidium Oberpfalz teilte am Mittwochmorgen Details zum Einsatz in Regensburg mit. Demnach sei ein 26-jähriger Syrer am Dienstagabend gegen 17.50 Uhr im Bereich der Nibelungenbrücke in die Donau zum Baden gegangen. „Der Mann konnte nicht schwimmen und ist nach Zeugenaussagen bereits nach wenigen Augenblicken von der Wasseroberfläche verschwunden.“ Die groß angelegte Absuche der Rettungsdienste dauerte laut Pressemitteilung der Polizei unter Einsatz von Hubschrauber und mehrerer Suchboote bis in die Abendstunden. „Gegen 20.30 Uhr konnte der Mann mittels Sonar unter Wasser geortet werden. Reanimationsversuche nach der Bergung blieben erfolglos.“ Einer Polizeisprecherin zufolge wurde der Ausländer von Kräften der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) gefunden. Die Institution hat ihren Sitz in unmittelbarer Nähe des Unfallorts. Die Polizei hat die Ermittlungen in dem Fall aufgenommen.
Der Unfall am Dienstagabend in Regensburg reiht sich in eine Serie von schlimmen Badeunfällen in und um die Domstadt. Am Wochenende erlebte der Guggenberger See in Neutraubling einen schwarzen Sonntag. Ein 29-jähriger Nichtschwimmer aus Bulgarien fuhr mit seinem Stand-Up-Paddle-Brett auf den Weiher – und kam nicht mehr zurück. Der Leichnam des Mannes wurde erst am Dienstag gefunden. DLRG-Sprecher Simmel hatte im Nachgang erläutert, dass die Suche nach einem Ertrunkenen im Guggenberger See mitunter schwierig sei. Auch, weil das Gewässer eine Fläche von 54 Hektar hat. Dazu komme, dass Zeugen die Einsinkstelle oft nur grob schätzen könnten. Durch feinen Schlamm, Algen und aufgewirbelte Sedimente herrsche unter Wasser „nahezu keine Sicht, sodass Taucher den Grund regelrecht abtasten müssen“, so DLRG-Sprecher Simmel.
Ebenfalls am Sonntag mussten zwei Männer den Badespaß am Guggenberger See um ein Haar mit dem Leben bezahlen. Ein 35-jähriger Syrer und ein 24-jähriger Bewohner des Landkreises konnten allerdings gerade noch gerettet werden – beziehungsweise sich selbst retten.
Migranten machen ein Gros der Toten bei Badeunfällen in Deutschland aus
Vier Männer also, die im Wasser in Not gerieten – drei davon mit Migrationshintergrund. Dazu kommt: Schon Anfang Juni ertrank ein Syrer, der eigenen Angaben zufolge schwimmen konnte, im Guggenberger See. Das berichtete seinerzeit die Polizei. Diese Häufung wirft ein Schlaglicht auf eine Debatte, die seit Jahren immer wieder im Sommer geführt wird. Laut Zahlen des DLRG machen Migranten ein Gros der Toten bei Badeunfällen im Bundesgebiet aus. Das liege zum einen daran, dass das Schwimmenlernen in den Herkunftsländern weniger verbreitet sei, betonte Präsidentin Ute Vogt schon vor einigen Jahren. Zum anderen könnten die Ausländer Warnschilder zum Teil nicht gescheit lesen.
In Anbetracht der derzeitigen Rekord-Temperaturen im Raum Regensburg dürften auch in den kommenden Tagen viele Menschen Baden gehen. Wie können Sie sich dabei schützen? DLRG-Sprecher Simmel hat schon vor der Badesaison eine deutliche Warnung ausgesprochen: „Es darf nur an ausgewiesenen Badestellen ins Wasser gegangen werden.“ Man solle starke Strömung meiden und auf Unterwasserstrudel achten. Darüber hinaus könne kaltes Wasser den Kreislauf belasten – gerade bei der Hitze ein guter Tipp. Außerdem warnt Simmel, dass man nie alkoholisiert ins Wasser gehen solle.
DLRG warnt vor dem Schwimmen in der Donau im Stadtgebiet Regensburg
Ganz grundsätzlich solle man die Donau im Stadtgebiet Regensburg meiden, so Simmel weiter. Das gelte auch für die Nähe von Schleusen oder Brücken und Bereiche, in denen Schiffe fahren. Besser seien überwachte Gewässer und Freibäder. Zudem solle man nie alleine Schwimmen gehen, Kinder immer beaufsichtigen, sich vor dem Schwimmen akklimatisieren, Warnschilder beachten, die eigenen Kräfte realistisch einschätzen. Und, so betont Simmel abschließend: „Bei Unsicherheit lieber nicht ins Wasser gehen.“
Tipps der Regensburger Polizei für sicheres Baden
• Warnung: Auch das Polizeipräsidium Oberpfalz weist in einer Pressemitteilung auf mehrere Verhaltensregeln hin, die für ein sicheres Badeerlebnis sorgen sollen.
• Schwimmkenntnisse prüfen: Gehen Sie niemals ins Wasser, wenn Sie sich nicht absolut sicher in der Tiefe und den Bedingungen des Gewässers bewegen können
• Vorsicht bei fließenden Gewässern: Fließende Gewässer bergen auch für erfahrene Schwimmer Gefahren und sollten nur außerhalb des Strömungsbereich genutzt werden
• Keine Selbstüberschätzung: Auch bei warmer Luft kann die Wassertemperatur zu einem Kälteschock führen, der körperliche Reaktionen wie Atemnot auslöst
• Niemals allein baden: Suchen Sie zum Schwimmen immer Orte auf, an denen im Notfall Hilfe schnell verfügbar ist
• Aufsichtspflicht beachten: Kinder und Jugendliche dürfen niemals ohne direkte Aufsicht eines Erwachsenen in der Nähe von Gewässern spielen
• Schnelle Hilfe leisten: Bei scheinbar ertrinkenden Personen Unbeteiligte dazu holen, den Notruf wählen und möglichst von Land Hilfe leisten und ohne sich selbst in Gefahr zu bringen