Wegen Brandanschlägen an Schleuse: 90 Boote machen kuriosen Umweg durch Regensburg

Von Philip Hell · 23. Juni 2026 um 14:00

Da ging es Schlag auf Schlag: Am Dienstagmorgen konnten Frühaufsteher eine große Paddler-Gruppe beobachten, die den Grieser Spitz in Regensburg entlangruderte. Die Geschichte dahinter ist ziemlich irre – und hat mit einem mutmaßlich extremistischen Anschlag zu tun.

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Günter Mertens vom Regensburger Ruder-Klub sorgt im Gespräch mit der MZ für Aufklärung: Es handelte sich nicht um einen Vereinsausflug, sondern um die Tour International Danubien (TIB). Dabei werde die Donau von Teilnehmern aus allen Anrainerstaaten mit nicht-motorbetriebenen Booten passiert. Das heißt: Es waren Kanuten und Paddler dabei. „Es waren 80 bis 90 Boote“, sagt Mertens. Die Strecke wird komplett bis zur Mündung absolviert. Am Montagnachmittag machten die Bootsportler in Regensburg Station – und bekamen vom Ruder-Klub ein Nachtquartier. Das ganze Gelände sei voller Zelte gewesen, sagt Mertens.

Brandanschläge in Regensburg: Ermittler sprechen von extremistischem Motiv

Nur: Warum kamen die Sportler am Grieser Spitz vorbei? Nun, die Antwort ist simpel: Weil der normale Weg über die Sportschleuse am Pfaffensteiner Wehr versperrt ist. Dort gab es vor etwa zwei Wochen Brandanschläge auf kritische Infrastruktur. Die genauen Hintergründe sind unklar – die Ermittler gehen allerdings von einem extremistischen Motiv aus. Die TIB-Abenteurer mussten daher einen Umweg über die Europaschleuse nehmen. Sehr früh hätten sie einen Termin zur Schleusung bekommen, berichtet Mertens – und zwar alle auf einmal. Auch das muss ein durchaus kurioser Anblick gewesen sein.

Auch der Ruder-Klub ist von der Sperre betroffen, berichtet Mertens. Insbesondere wenn es um Ausbildungsfahrten geht. Dazu werde die Schleuse am Wehr gerne passiert, weil die Strömung in diesem Abschnitt der Donau fordernder sei. Der normale Sportbetrieb finde allerdings ohnehin zumeist rund um den Ruder-Klub oder in Richtung der Naab statt.

Tour International Danubien macht Station in Regensburg

Die Teilnehmer der Tour International Danubien haben den kleinen Umweg in Regensburg jedenfalls gut überstanden. Wie im Zeitplan auf der Webseite nachzulesen ist, machen die Sportler am Dienstagabend in Straubing Station. Dann ist erst mal Ruhetag – und am 30. August wollen sie dann in Rumänien ankommen. Schlag für Schlag.