Wenn die Blase drückt: Berchinger Unternehmen reinigt bei der Fußball-WM das Abwasser

Von Bernhard Neumayer · 25. Juni 2026 um 04:45

Wenn bei Fans die Blase drückt, reinigen Maschinen des Unternehmens Huber aus Berching (Landkreis Neumarkt) das Abwasser in den Spielorten. Firmenchef Georg Huber erklärt, warum Großereignisse wie die WM nicht nur für Spieler und Trainer ein Härtetest sind.

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Beim 2:1-Sieg der Deutschen gegen die Elfenbeinküste stand zweifellos Deniz Undav im Mittelpunkt. Während der Stürmer mit seinen zwei Toren das Spiel in Toronto entschied, sorgt ein Unternehmen aus Berching für saubere Verhältnisse bei der Weltmeisterschaft.

Die Huber SE, eine weltweit tätige Firma im Bereich Wasseraufbereitung, Abwasserreinigung und Schlammbehandlung aus dem Landkreis Neumarkt, hat zu jedem der 16 Austragungsorte der WM 2026 einen Bezug.

In Toronto leisten die Ideen und Maschinen des Unternehmens im Osten der kanadischen Metropole bereits seit vielen Jahren einen Beitrag zur Abwasserreinigung. In der Kläranlage Highland Creek sind fünf Lochblech-Umlaufrechen der Berchinger Firma im Einsatz. Diese helfen mit, das Abwasser zu reinigen. Davon fällt in Toronto an sich schon einiges an – wenn Fußballfans die Metropole erobern noch viel mehr.

Diese Lochblech-Umlaufrechen der Berchinger Firma Huber sorgen in Toronto dafür, dass das Abwasser der Fans in der Kläranlage gereinigt wird. - Foto: Huber

„Großereignisse wie die WM sind ein Härtetest für die Infrastruktur – auch und gerade bei Wasser und Abwasser“, sagt Georg Huber, Vorstandsvorsitzender und Gesellschafter der Huber SE. Kommunen und Städte bräuchten dabei einen verlässlichen Partner. „Und genau der wollen wir sein: bei der WM genauso wie im ganz normalen Alltag“, betont Huber.

Zuschauer im TV bekommen von den Huber-Anlagen nichts mit

Doch wenn die Welt im WM-Fieber ist, freut es den Vorstandsvorsitzenden besonders, dass in allen Spielstädten Technologie der Firma Huber im Einsatz ist. Die Zuschauer bekommen davon im Fernsehen nichts mit. Denn die Maschinen von Huber leisten abseits des Platzes die Arbeit, die früher Jens Jeremies für die Nationalelf erledigte: Sie machen die „Drecksarbeit“, wie man es im Fußballjargon salopp ausdrückt.

Unweit des Aztekenstadions in Mexiko-Stadt sind Anlagen des Unternehmens Huber in einer der größten Kläranlagen der Welt im Einsatz. - Foto: XinHua/dpa

Doch diese Arbeit der Anlagen von Huber ist enorm wichtig. Während Mexiko beim Eröffnungsspiel im Aztekenstadion 2:0 gegen Südafrika gewann, waren etwa 60 Kilometer außerhalb von Mexiko-Stadt Anlagen des Berchinger Unternehmens im Dienst - um das Abwasser der Fans zu reinigen, wenn diese die Toilettenspülung betätigten.

Für die Kläranlage Atotonilco lieferte die Berchinger Firma Huber Maschinen. - Foto: Huber

Denn die Firma Huber lieferte Maschinen zur mechanischen Vorreinigung für die Kläranlage Atotonilco in Mexiko. Sie ist eine der größten Kläranlagen der Welt, die rund 60 Prozent des Abwassers von Mexiko-Stadt reinigt, wie Huber auf Nachfrage mitteilt.

Huber SE aus Berching hat weltweit 25 Tochterfirmen

Als eines der führenden Unternehmen in der Wasser-, Abwasser- und Schlammbehandlung mit 25 Tochterfirmen weltweit ist Huber seit vielen Jahren in rund 60 Ländern mit eigenen Tochterunternehmen, Vertriebsbüros und Repräsentanten aktiv. Auch an den Spielorten der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 hat Huber bereits zahlreiche Projekte umgesetzt. Die Technologien leisten dort nach Angaben des Unternehmens einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigen Infrastruktur – insbesondere im Bereich kommunaler und industrieller Wasserwirtschaft.

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Am ersten Spielort der deutschen Nationalelf gegen Curaçao hat die Firma aus Berching einen Beitrag zum Hochwasserschutz geleistet. Auch wenn es am Spieltag in Houston über 30 Grad heiß war, ist die Hochwassergefahr in der Stadt in Texas groß.

Sechs Rechen der Firma sind in Houston im Einsatz

Um den Großraum Houston besser vor Fluten zu schützen, wurde ein großes Modernisierungsprojekt in Angriff genommen. Es soll den Abfluss und die Kapazität einer Pumpstation steigern. Entscheidend für den Erfolg des Vorhabens sei die Rechentechnik gewesen, um Grobstoffe abzuscheiden. So sollen die nachgeschalteten Pumpen geschützt werden.

Sechs Grobrechen der Firma Huber SE aus Berching sind im Einsatz, um den Großraum Houston vor Hochwasser zu schützen. - Foto: Huber

Die Firma Huber lieferte dafür sechs Grobrechen. Diese belastbaren Anlagen werden weltweit in Großkläranlagen und Pumpwerken eingesetzt, um enorme Wassermengen zu bewältigen und grobes Treibgut, etwa Äste oder gar Fahrräder, daraus zu entfernen.

Während Huber am Stammsitz im Berchinger Ortsteil Erasbach festhält und Millionen-Beträge investiert, um ihn auszubauen (unter anderem neues Mitarbeiter-Parkhaus, Produktionshalle, Bürogebäude), sei Nordamerika seit vielen Jahren ein zentraler Markt für das Unternehmen, wie Georg Huber sagt.

„Mit unserer Tochtergesellschaft in Denver, North Carolina, eigener Produktion vor Ort und rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind wir in den USA fest etabliert und nah an unseren Kunden“, sagt Huber. Auch in Kanada, mit der Niederlassung in Toronto, und in Mexiko, mit dem Standort in Mexiko-Stadt, ist das Unternehmen seit vielen Jahren vor Ort aktiv – natürlich auch in der Nähe des nächsten Spielortes der deutschen Nationalelf.

Deutschlang gegen Ecuador am 25. Juni um 22 Uhr

Während die Männer von Julian Nagelsmann am Donnerstag ab 22 Uhr gegen Ecuador ihr letztes Gruppenspiel im MetLife Stadium in New Jersey siegreich gestalten wollen, sorgt Technik der Firma Huber in einem Wohnkomplex im benachbarten Brooklyn in New York City dafür, dass aus dem Abwasser Energie gewonnen wird.

Eine Auswahl der Projekte der Berchinger Firma Huber SE in WM-Spielstädten

• New York/New Jersey: Anlage Rahway und innovatives Projekt zur Rückgewinnung von Energie aus Abwasser (Huber ThermWin Core) in einem Wohnkomplex in Brooklyn in New York City

• Houston: Um die Region besser vor zukünftigen Jahrhundert-Hochwassern zu schützen, hat der Fort Bend, TX Deichbezirk Nr. 2, ein großes Modernisierungsprojekt in Angriff genommen, um den Abfluss und die Kapazität einer seiner Pumpstationen um 400 Prozent zu steigern. Entscheidend für den Projekterfolg war Rechentechnik zur Abscheidung von Grobstoffen, um die nachgeschalteten Pumpen zu schützen. Huber lieferte dafür sechs Grobrechen, die jeweils eine hydraulische Leistungsfähigkeit von bis zu 12.000 l/s aufweisen.

• Los Angeles: zahlreiche erfolgreich umgesetzte Projekte sowohl im nördlichen als auch südlichen Teil des Bundesstaates Kalifornien

• Guadalajara: Anlage zur mechanischen Reinigung mit Rechengutbehandlung

• Monterrey: Maschine zur mechanischen Klärschlammbehandlung