Parkhaus auf der Schanze in Cham saniert: Ab Mitte Juli soll es wieder offen sein

Die gute Nachricht für Chams Innenstadtparker: Das Parkhaus „Auf der Schanze“ soll Mitte bis Ende Juli wieder geöffnet werden. Die Baustelle dort war nach dem Start im September 2024 immer wieder ausgeweitet worden, weil sich das Parkhaus maroder darstellte, als vorweg gedacht.
Zunächst war 2024 von kurzer Sanierungszeit und schneller Wiedereröffnung ausgegangen worden, wie jetzt Bürgermeister Martin Stoiber und Stadtwerke-Chef Stefan Raab bei einer Besichtigung durch den Stadtrat beschrieben.
Statik im Parkhaus: Stahlbeton ohne Halt
Das stellte sich nach und nach als Trugschluss heraus – am Ende ergab die Untersuchung sogar, dass das Parkhaus nicht mehr standsicher, die Statik also angegriffen ist. Vor allem das Salz des Winters war in die Ritzen geflossen und hatte die Eisenarmierungen im Beton aufgelöst. Mit Kernbohrungen seien die Schwachstellen aufgedeckt worden, „die Bewährung war teilweise ganz weg“, so Raab. Daraus habe sich die Notwendigkeit einer kompletten Betonsanierung ergeben. Sogar ein Abriss und Neubau sei überlegt worden.
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Entschieden habe man sich dann für die Sanierung, die nun 2,1 Millionen Euro verschlinge. 1,5 Millionen Euro waren zwischendurch einmal anvisiert worden.
Ab sofort wird jedes Jahr konntrolliert
Mit einem 3000-Bar-starken Wasserstrahl sei der Beton aufgemacht, die Armierungen erneuert und im Anschluss wieder versiegelt worden. Auf dem Boden sei nun eine dreifache Schicht aufgetragen, die ein Einsickern nicht mehr möglich mache. Das werde ab sofort jedes Jahr kontrolliert. Mit der Erneuerung des Eisens im Beton habe man auch die Möglichkeit geschaffen, mit einer Messung festzustellen, ob und wo es Probleme gibt.
Raab verwies gemeinsam mit Josef Ried vom Bauamt der Stadt auf ein weiteres Problem im Außenbereich. Dort sei ein Hohlraum bei den Wänden entdeckt worden. Hier habe die Decke des Parkhauses ihre Auflagepunkte. Doch da auch hier Wasser eingesickert sei, seien diese Auflagepunkte unbrauchbar geworden. Daher mussten neue Strukturen ins Parkhaus eingezogen werden, um die Stabilität zu gewährleisten, erklärte Ried. So halte nun eine Extradecke die betroffenen Decke darunter.
Mit dem Datum der konkreten Wiederöffnung „vorsichtig“
„Das alles sind natürlich unerwartete Kosten. Die Sanierung war schwieriger als erwartet“, brachte es Bürgermeister Martin Stoiber auf den Punkt. Jetzt sei zumindest ein Ende in Sicht, nachdem die Wiedereröffnung mehrfach verschoben werden musste.
Stoiber sprach von Mitte bis Ende Juli, setzte aber bei seiner Aussicht ein „vorsichtig“ dazu, wohl auch, weil man aus der Sanierungsgeschichte des Parkhauses gelernt hat. Der Bürgersteig vor dem Parkhaus müsse noch erneuert werden, im Parkhaus sei alles fertig.
Parkplätze werden breiter als vorher
Stefan Raab kündigte an, dass nicht alle Parkplätze erhalten werden. Bisher gab es in dem Parkhaus, das 1986 gebaut worden ist, 186 Stellplätze, von denen etwa die Hälfte von Dauerparkern belegt sind. Mit der Sanierung würden auch die Parkplätze, wo möglich, breiter ausgemessen und eingerichtet.
Über die Jahre seit dem Bau seien die Autos einfach größer und breiter geworden – dem trage man nun Rechnung. Dadurch würden einige Parkplätze künftig wegfallen. Und auch die Parkgebühr könnte angehoben werden, wie Raab bereits einmal angedeutet hatte – um die Baukosten reinzuholen und für die nächste Sanierung gewappnet zu sein.
Wassercent kommt auf dei Stadtwerke zu
Bürgermeister Stoiber ergänzte vor den Stadträten, dass sich hier nun auszahle, dass die Stadt über Jahrzehnte keine Gewinne aus der Stadtwerkekasse entnommen habe. Dadurch sei die städtische Tochter flüssig und könne solche Aufgaben stemmen. Das hilft den Stadtwerken auch, den ab 1. Juli in Bayern eingeführten Wassercent zu zahlen.
Pro Kubikmeter gefördertem Wasser müssen Wasserversorger, aber auch andere Unternehmen dieses Wasserentnahmeentgelt abführen. Bei den Stadtwerken macht das bei 2,5 Millionen Kubikmetern Wasser eine Viertelmillion Euro Zusatzkosten aus. Der Wassercent sei auch dazu gedacht, die Lieferanten anzuhalten, ihre Wassernetze in Ordnung zu bringen und zu halten.
Der Wassercent bestraft den Wasserverlust
Es gehe darum, den Wasserverlust durch kaputte Rohre bis zum Kunden möglichst gering zu halten. Bei den Stadtwerken liege dieser Verlust bei unter zwei Prozent, so Raab. Bei vielen Lieferanten aber liege der Wasserverlust im zweistelligen Bereich. Hier zahle sich die Instandhaltung aus, die seit Jahren im Leitungsnetz umgesetzt werde.
Der Stadtwerkechef riet im einem zwinkernden Auge den Stadträten dazu, die gute Sitte, den Stadtwerken nicht in die Kasse zu greifen, beizubehalten. Das sei auch nicht sinnvoll, denn es gebe immer noch Kanäle in der Stadt, die 100 Jahre und mehr auf dem Buckel hätten und irgendwann erneuert werden müssten, ergänzte Bürgermeister Martin Stoiber.