Achtung, Autofahrer: Sanierung des Parkhauses auf der Schanze in Cham verzögert sich

Von Mittelbayerische Zeitung · 27. April 2026 um 14:16

Das Parkhaus auf der Schanze in Cham ist wohl noch bis Juni eine Baustelle. - Foto: Hannah Hötzl

Ein leerer Betonbau. Nur eine einsame Leiter steht dort, wo eigentlich Autos sein sollten. Das Parkhaus auf der Schanze, das den Stadtwerken Cham gehört, macht erneut Probleme. Der Geschäftsführer Stefan Raab weiß, woran es hapert und wieso die Sanierung derzeit auf Eis liegt.

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„Im Parkhaus werden regelmäßig Überprüfungen durchgeführt, um die Sicherheit zu gewährleisten. Beim letzten Mal wurden jedoch einige Mängel festgestellt“, so Raab. „Gutachter haben 100 Kernbohrungen durchgeführt, um den Betonzustand zu überprüfen.“ Der Beton musste an einigen Stellen zusammen mit anderen Schäden erneuert werden. Der Geschäftsführer erklärt: „Es gab kein Aufschieben mehr. Die Pläne wurden festgelegt.“

Kosten steigen auf fast zwei Millionen Euro

So begann also im Spätsommer 2025 die Sanierung. Dabei stellte sich jedoch heraus, dass die Mängel noch viel größer waren als zunächst angenommen. „Von 1,5 Millionen Euro stiegen die Kosten auf knapp 2 Millionen. Dazu kommt natürlich auch eine längere Bauzeit“, teilt Raab mit.

„Die Abflussrohre und Lüftungsschächte wurden saniert, der Brandschutz und die Verkleidung der Stahlträger erneuert.“

Nun treten kurz vorm Ziel erneut Probleme auf. Die Sanierung pausiere derzeit, erklärt der Geschäftsführer der Stadtwerke. „Nachts gefriert es“, was die Bodensanierung derzeit hinauszögere.

Abschluss der Sanierung „wahrscheinlich erst im Juni“

Der Beton soll in drei Schichten aufgetragen werden, die kalten Temperaturen lassen dies jedoch noch nicht zu. „Dem Beton ist es nicht warm genug.“ Außerdem habe der Beton keine Chance, um zu trocknen. „Wir hoffen, diese Woche endlich fortfahren zu können“, so Raab. Auf die Frage, wann die Sanierung abgeschlossen werden soll, antwortet er: „Wahrscheinlich erst im Juni.“ Geplant war ursprünglich Mai.

Doch das Warten lohnt sich. Nicht nur das Erscheinungsbild des Parkhauses wird verbessert, sondern auch das Bezahlsystem. „Bisher hatten wir Schranken, man musste ein Ticket lösen und beim Geldautomaten später mit Bargeld bezahlen, danach das Ticket wieder einstecken und fahren“, erklärt Raab.

Kamerasystem statt Parkzettel

Das soll sich nun ändern, jedoch eher durch Zufall statt durch Planung – im Falle des Parkhauses auf der Schanze nichts Neues mehr für die Stadtwerke. Da es laut Raab für das alte System keine passenden Ersatzteile mehr gibt, musste auch hier eine Lösung her.

„Es wird ein Kamerasystem eingeführt. Diese erfassen das Nummernschild des Kunden. Danach kann der Kunde unter Eingabe des Nummernschilds bar oder mit Karte am Automaten bezahlen und die Kameras am Ausgang erkennen dann, dass das Auto mit dem dazugehörigen Kennzeichen das Parkhaus wieder verlassen möchte.“

Eine weitere Bezahlmethode, über die der Geschäftsführer noch nichts verraten möchte, sei derzeit noch in der Planung. Auch das Parkhaus am Schulberg soll in Zukunft übrigens mit dem neuen System ausgestattet werden.

In der Anfangszeit wird das Parken kostenlos sein.Stefan Raab, Geschäftsführer der Stadtwerke Cham

Eine gute Nachricht gibt es außerdem für die ersten Kunden, die das frisch sanierte Parkhaus im Sommer benutzen: „In der Anfangszeit wird das Parken kostenlos sein“, so Raab. „Das System muss erst einmal eingespielt sein und die Nummernschilder sauber erkannt werden. Es wird den Kunden beim Rausfahren durch eine Anzeige schließlich auch mitgeteilt, ob sie bereits bezahlt haben oder nicht.“

Mit einer KI funktioniert das neue System laut Raab aber nicht. „Es soll genauso sein wie davor, nur eben ohne Ticket ziehen.“