Chalets am Steinberger See sind gefragt – Aus München gab es sogar ein Millionenangebot

Nicht so teuer, nicht so unsicher: Der Heimaturlaub boomt. Kein Wunder, dass sich auch die Ferienchalets unweit der Holzkugel am Steinberger See (Landkreis Schwandorf) großer Beliebtheit erfreuen. Das Interesse scheint mittlerweile sogar so groß zu sein, dass für eines der Häuschen mit Seezugang bereits ein Kaufangebot in Millionenhöhe aus München reinflatterte.
Sebastian Höppe steht die Freude ins Gesicht geschrieben, wenn er über die idyllische Anlage flaniert. Rein optisch dürfte der 26-Jährige einen der schönsten Arbeitsplätze im Landkreis Schwandorf haben. Als Geschäftsführer der Chalet Resort Seenland GmbH kümmert er sich um das Wohl der Feriengäste, die direkt am Ufer des Steinberger Sees ein paar Tage abschalten möchten. Einige Besucher kennt Höppe persönlich, denn sie nehmen sich hier regelmäßig eine Auszeit. „Wir haben beispielsweise eine Frau aus Regensburg, die dreimal im Jahr für über eine Woche zu uns kommt“, sagt er.

Allein das würde zeigen, wie sehr sich die Chalets am Steinberger See mittlerweile etabliert hätten. Im Frühjahr 2022 wurden die ersten Einheiten fertiggestellt. Mittlerweile gibt es 22 Häuschen mit 88 Betten.
Die Auslastung der Chalets kann sich sehen lassen
Sebastian Höppe kennt das Areal wie seine Westentasche, denn er ist seit Beginn der Ferienhaus-Siedlung mit dabei. Zunächst war er als Resort Manager an der Seite von Tom Zeller, bevor er 2024 die alleinige Geschäftsführung des Chalet Resorts übernahm. Seitdem fokussiert sich Zeller auf die Geschäftsführung des Freizeitgeländes samt Erlebnisholzkugel, weiteren Attraktionen, der Kugelwirtschaft sowie der seit 2025 eröffneten Eventlocation. Zeller und Höppe sind ein eingespieltes Team. Und durch die Zusammenarbeit würden sich viele neue Ideen sowie Synergieeffekte bei Verpflegung, Tagungen, Freizeitangebot sowie Übernachtungsmöglichkeiten ergeben, wie Höppe schildert.
Die Auslastung der Chalets kann sich sehen lassen. „Über den Sommer hinweg sind wir um die 90 Prozent belegt“, sagt Höppe. Aber auch im Winter verschlägt es immer mehr Gäste nach Steinberg. Wie der Geschäftsführer erklärt, schätzten die Urlauber vor allem den Luxus und die Privatsphäre, die sie hier erfahren würden. Alle Chalets verfügen über eine Sauna, der Großteil auch über einen Whirlpool. Vor allem an kälteren Tagen werde beides gern genutzt. „Bei der Hitze springen die Gäste dann lieber in den klaren See“, weiß Höppe. Deshalb sei kürzlich auch der Badebereich vergrößert, erneuert und ebenerdig gestaltet worden.



In die Karten spielt den Betreibern sicherlich auch, dass der Urlaub in der Heimat seit Jahren immer weiter an Bedeutung gewinnt. Wegen weltweiter Konflikte, Kostenexplosionen und dem schmaler werdenden Geldbeutel verzichten viele auf Fernreisen. Ein bisschen Urlaub soll aber doch noch rausspringen. Und so entdecken die Deutschen eben ihr eigenes Land.
Vor allem Bayern hat sich als unangefochtenes Urlaubsbundesland Nummer eins etabliert. Das Statistische Landesamt in Fürth verzeichnete im vergangenen Jahr ungeachtet der jahrelangen Wirtschaftsflaute einen Gästerekord. Nach Berechnung der Behörde kamen insgesamt 41 Millionen Gäste nach Bayern, 0,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Das größte Plus verzeichneten Niederbayern und eben die Oberpfalz.
Immer mehr Einheimische übernachten am Steinberger See
Das deckt sich mit den Beobachtungen von Sebastian Höppe. „Wir haben beispielsweise die Erfahrung gemacht, dass viele Gäste aus dem südlichen Raum lieber Richtung Norden zu uns fahren. Weil es verkehrstechnisch entspannter, nicht so überlaufen und günstiger ist.“ Aber auch immer mehr Einheimische nehmen sich hier eine kleine Auszeit, was den Geschäftsführer besonders freut. „Viele schätzen die Möglichkeit, ihren See aus einer ganz besonderen Perspektive zu erleben“, so Höppe.
Wer im Chalet-Ressort am Steinberger See übernachten möchte, zahlt zwischen 239 und 449 Euro für ein Haus pro Nacht – je nach Ausstattung, Größe und Nähe zum Wasser. Für manch einen mag das eine stolze Summe sein, andere halten diese Preise angesichts der exklusiven Lage noch für relativ günstig. Und dann gibt es noch Leute, die sogar auf die Idee kommen, eines der Chalets zu kaufen. Ein Angebot eines Privatmanns aus München sei Höppe und seinem Team dabei besonders im Gedächtnis geblieben. Schließlich wollte der eine siebenstellige Summe hinlegen – für ein Häuschen wohlgemerkt.
Ferienhaus-Siedlung soll nochmals um drei Einheiten wachsen
Doch Höppe betont, dass die Chalets generell unverkäuflich seien. „Wir wollen nicht verkaufen, dürften aber auch gar nicht“, erklärt er. Denn mit der Gemeinde sei einst vereinbart worden, dass die Häuschen lediglich für eine touristische Nutzung gebaut werden dürfen.
Wir wollen nicht verkaufen, dürften aber auch gar nicht.Sebastian Höppe, Geschäftsführer der Chalet Ressort Seenland GmbH
In naher Zukunft könnte die Ferien-Siedlung übrigens noch einmal wachsen. Laut Höppe gibt es Überlegungen, drei weitere Einheiten zu errichten, die jeweils über eine Dachterrasse verfügen. Das sei auch ein Gästewunsch gewesen, welche bei der Planung von Erweiterungen aktiv mit einfließen.