Neue Rutsche, weiteres Becken? – Das Bulmare in Burglengenfeld soll noch attraktiver werden

Dank der tropischen Hitze dürfte der Poolparty im Bulmare, die am Samstag angesagt war, der Erfolg garantiert gewesen sein. Doch hinter den Kulissen beschäftigen sich die Verantwortlichen in Burglengenfeld im Landkreis Schwandorf hauptsächlich mit ganz anderen, ernsteren Themen: Wie kann das Wohlfühl- und Familienbad sein Profil weiter schärfen? Wie können Investitionen, die die Attraktivität weiter steigern sollen, finanziert werden?
Wie berichtet, hat das Bulmare 2025 sein 20-jähriges Bestehen gefeiert. Das Alter sieht man dem Bad, das jährlich rund 300 000 Besucher anlockt, nicht an. Die Betreibergesellschaft tut alles für eine optimale Pflege der Anlagen. Außerdem gab es ja vor genau zehn Jahren eine umfangreiche Sanierung auf Kosten des früheren Generalunternehmers.
Trotzdem sehen die Geschäftsführer der Bulmare GmbH, Reiner Beck und Stadtwerke(SWB)-Vorstand Johannes Ortner, zeitnahen Handlungsbedarf. Vor allem drängen sie auf eine Erneuerung der beliebten Wasserrutsche. Die blaue Röhre steht im Außenbereich; Witterungseinflüsse haben ihr deutlich zugesetzt. Auch ein Austausch des Treppenturms zur Rutsche erscheint in diesem Zusammenhang sinnvoll.

Ferner weisen Ortner und Beck darauf hin, dass das Lehrschwimmbecken, das sich in unmittelbarer Nähe der Rutsche befindet, längst nicht mehr reicht, um die Bedürfnisse zu befriedigen. Die Nachfrage nach Wasserzeiten für Ausbildung, Training und Baby-Schwimmen übersteige regelmäßig die verfügbaren Ressourcen, heißt es im Wirtschaftsplan der Bulmare GmbH, der dem Haushalt der Stadt beiliegt.
Kostenvorteil, wenn zwei Projekte realisiert werden?
Der dringende Wunsch des Geschäftsführer-Duos: Ein zusätzliches Bassin. Es sollte neben dem bisherigen Lehrbecken entstehen und ebenfalls überdacht sein, so dass also ein Anbau an das bestehende Hauptgebäude nötig wäre. Nachdem am Austausch der Rutsche ohnehin kein Weg vorbeiführe, liege es nahe zu prüfen, ob ein gleichzeitiger Beckenbau nicht Kostenvorteile brächte, so die Überlegung.

Damit nicht genug: Auch über die Energieversorgung zerbrechen sich die Verantwortlichen die Köpfe. Das Bulmare wird über Blockheizkraftwerke mit Strom und Wärme versorgt. In einem wurde erst kürzlich der Motor gewechselt, bei den beiden anderen läuft Ende 2027 die gesetzliche Förderung aus, was die Wirtschaftlichkeit erheblich beeinflussen könnte, heißt es.

Deshalb wird zusammen mit den Stadtwerken (SWB) nach einer „tragfähigen Anschlusslösung“ gesucht. Erst am Donnerstag hatte das Bad dazu eine Expertenrunde zu Gast. Ziel ist es laut Ortner, eine zukunftsfähige Wärmeversorgung zu entwickeln, die nicht nur das Bulmare, sondern perspektivisch auch das umliegende Quartier einbezieht – und nach Möglichkeit auf erneuerbaren Energien basiert.
Summa summarum dürften für die kommenden Jahre weitere Millionen erforderlich sein, um die Pläne zu realisieren. Aber kann sich die Stadt als Finanzausstatterin der Stadtwerke, die wiederum mit der Bulmare GmbH eine Verlustübernahme-Vereinbarung abgeschlossen haben, das leisten?
Bekanntlich drückt die Stadt ein Schuldenberg von knapp 17 Millionen Euro. Die SWB sind mit rund 25,8 Millionen Euro belastet. Der Plan für die Tilgung des Darlehens, das 2023 im Zuge der Konvertierung des Schweizer-Franken-Kredits der Bulmare GmbH aufgenommen wurde, sieht allein heuer 1,408 Millionen an Ausgaben vor. Erst 2052 wird die letzte Rate bezahlt sein.
Kämmerin traf wieder empfindliche Stelle
Vor diesem Hintergrund und angesichts der Tatsache, dass die Kapitaleinlage, mit der die Stadt ihre SWB ausstattet, heuer auf 5,3 Millionen Euro gestiegen ist, hat Kämmerin Elke Frieser in ihrem jüngsten Haushalsvorbericht Alarm geschlagen. Die Belastung binde „erhebliche Mittel“, die für Pflichtaufgaben fehlten, schrieb sie. Gemeinsam gelte es nach Lösungen zu suchen, um den Betrieb wirtschaftlicher zu gestalten.
Damit traf sie bei Ortner und Beck einen empfindlichen Nerv. Sie fühlen sich zu Unrecht kritisiert und kontern regelmäßig, sie würden ohnehin alles in ihrer Macht stehende tun, um die Kosten nicht weiter ausufern zu lassen. Alle seriösen Vorschläge würden diskutiert. Auch eine Reduzierung der Öffnungszeiten, die einst vom damaligen CSU-Stadtrat Josef Gruber ins Spiel gebracht wurde, sei ernsthaft geprüft worden. Ergebnis: Kaum Kostenersparnis, aber ein hohes Risiko, Gäste zu vergraulen.
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Dabei müsse genau das Gegenteil das Ziel sein, erklärt Ortner. Er ist überzeugt, dass sich jede Investition, die die Anziehungskraft des Bulmare weiter erhöht, lohnt.

Allerdings räumt Ortner ein, dass der Finanzbedarf der SWB und des Bads, wie von Frieser befürchtet, eher steigen, denn sinken wird. Zwar orientiere sich die Bulmare-GmbH an den „Leitplanken“ der noch bis Ende 2027 geltenden Verlustübernahme-Vereinbarung mit den SWB. Das laufende Jahr zeige jedoch, dass der festgeschriebene Höchstbetrag (1,132 Millionen Euro) überschritten werde. Ursächlich seien strukturelle Mehrbelastungen im Bereich Personal- und Energiekosten – keine Ausweitung des Leistungsangebots.
Auf die Belastungen gelte es, „angemessen zu reagieren“, mahnt Ortner. Sprich: Die in der Vereinbarung genannten jährlichen Obergrenzen müssten angehoben werden.