Paukenschlag nach Hitler-Vergleich: Chamer AfD-Kreisrätin Christl Fischer tritt zurück

Von David Salimi, Christina Hainzinger-Feigl · 19. Juni 2026 um 11:00

Nur einen Tag nach der öffentlichen Debatte um ihren umstrittenen Hitler-Vergleich zieht AfD-Kreisrätin Christl Fischer Konsequenzen: In einem am Freitag in den Sozialen Medien veröffentlichten Video kündigt die Kommunalpolitikerin ihren Rücktritt an.

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„Ich werde von meinem Amt als Kreisrätin offiziell zurücktreten“, erklärt Fischer zu Beginn des Videos. Ihre Entscheidung habe jedoch nichts mit der Kritik von MdL Julian Preidl (Freie Wähler) zu tun. Der Chamer Landtagsabgeordnete hatte Fischer nach deren umstrittenen Äußerungen öffentlich nahegelegt, ihr Mandat niederzulegen.

Bereits vor gut zwei Wochen habe sie mit dem AfD-Bundestagsabgeordneten Reinhard Mixl über einen Rückzug gesprochen, betont Fischer. Als Zeitpunkt für die öffentliche Bekanntgabe habe sie schon damals den 19. Juni festgelegt. Dass Preidl ausgerechnet am Vortag ihren Rücktritt gefordert habe, sei „reiner Zufall“. Mit einem bayerischen Sprichwort kommentiert sie die zeitliche Überschneidung: „Da sind Läuse und Flöhe zusammengekommen.“

„Eine Frau muss tun, was eine Frau tun muss“, begründet Fischer ihren Schritt. Sie habe im politischen Alltag zunehmend gemerkt, „dass ich mich nicht wie eine steife Politikerin verhalten möchte“. Immer wieder sei ihr von verschiedenen Seiten geraten worden, sich mit privaten Beiträgen über Erkrankungen, Diäten oder Urlaubsreisen in den Sozialen Medien zurückzuhalten. Dies lehnt sie jedoch ab. „Ich kann meine Identität nicht verschachern“, sagt Fischer.

Eine Frau muss tun, was eine Frau tun muss.Christl Fischer über ihren Rücktritt als AfD-Kreisrätin

Zudem habe sie die Belastungen des politischen Geschäfts zunehmend gesundheitlich gespürt. Zugleich macht die Kreisrätin deutlich, dass sie weiterhin hinter den politischen Positionen der AfD stehe und Mitglied der Partei bleiben werde. Von Bundestagsabgeordnetem Reinhard Mixl habe sie während ihrer politischen Tätigkeit stets Rückhalt erfahren.

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Fischer war zuletzt in die Kritik geraten, nachdem sie in den Sozialen Medien einen Vergleich zwischen aktuellen politischen Entwicklungen und der Zeit des Nationalsozialismus gezogen hatte. Die Äußerungen hatten parteiübergreifend für scharfe Reaktionen gesorgt.

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Kritk an den jüngsten Äußerungen kommen jedoch auch von ihren Parteikollegen. „Ich hatte ihr schon öfter einen Rücktritt nahegelegt, jetzt hat sie selbst einen Schlussstrich gezogen“, sagt Stefan Eiber, Sprecher der AfD-Kreistagsfraktion, zum Rücktritt von Christl Fischer. Landrat Christian Schindler habe ihn am Donnerstag über das Video informiert, in dem Fischer einen Vergleich zwischen der NS-Zeit und der aktuellen politischen Lage gezogen hatte. Er selbst habe das Video zuvor nicht gesehen, er sei nicht auf Facebook mit Fischer befreundet. Dass Christl Fischer „Sachen macht, die man nicht machen kann“, sei in der Kreistagsfraktion schon länger Thema, „die anderen sieben“ – die Chamer Kreistagsfraktion der AfD umfasst acht Sitze – würden in Ruhe arbeiten und nicht „groß schreien“. Was Fischer mit dem „Flossenbürg-Video“ gemacht habe, sei „ein totales No-go“, sagt Stefan Eiber.

Fischers Rücktritt hat auch unmittelbare Auswirkungen auf die Zusammensetzung des Kreistags. Die AfD-Politikerin war bei der vergangenen Kommunalwahl mit 38.714 Stimmen die mit Abstand erfolgreichste Kandidatin ihrer Partei im Landkreis Cham. Nach den veröffentlichten Unterlagen des Landratsamtes würde Heinz-Josef Eisenhardt als erster Nachrücker in den Kreistag einziehen.

Ein ausführlicher Bericht mit weiteren Stimmen folgt.