Neue Mannschaft beim Zweckverband Jugendhaus Waldmünchen

Von Martin Hladik · 16. Juni 2026 um 15:31

Es war die erste Verbandsversammlung des Zweckverbandes Jugendhaus Waldmünchen nach den Kommunalwahlen. Dieser Zweckverband kümmert sich um die Gebäudlichkeiten der Jugendbildungsstätte. Weil sich Stadt und Landkreis gemeinsam um die Immobilie kümmern, ist das Gremium auch von Bürgern der Stadt, die nicht unbedingt Stadträte sein müssen, und von Kreisräten des Landkreises besetzt.

Im öffentlichen Teil der Sitzung ging es eher um Formalien. Deutlich wurde dabei aber ein enormer Umbruch. Das beginnt schon bei der Sitzungsleitung. Als neugewählter Bürgermeister ist Wolfgang Kürzinger von Amts wegen Vorsitzender. Der neugewählte Landrat Christian Schindler ist von Amts wegen der stellvertretende Vorsitzende.

Bei der Sitzung wurden auch zum Teil seit Jahrzehnten tätige Verbandsräte verabschiedet. Für die Stadt Waldmünchen ist das Markus Ackermann, der als Bürgermeister auch 16 Jahre Verbandvorsitzender war. Weil Ackermann ganz hinten im Sitzungssaal Platz genommen hatte und Kürzinger als Vorsitzender ganz vorne saß, machte dieser einen kleinen Scherz: „Ungewohnte Perspektive!“ Ansonsten hob Kürzinger hervor, dass Ackermann die dringend nötige Erneuerung des Bettentraktes auf den Weg gebracht habe. Das 15-Millionen-Euro-Projekt, so Kürzinger, werde die Räte auch in nicht öffentlicher Sitzung beschäftigen.

Anton Ruhland war 30 Jahre der Berater bei Geldfragen

Weitere verabschiedete Verbandsräte waren Alois Geschwendter und Christian Pfaffl, die von 2020 bis 2026 im Amt waren. Verabschiedet wurde auch Anton Ruhland. Er war seit 1997 im Rechnungsprüfungsausschuss des Zweckverbandes und seit 2008 auch der Vorsitzende der Rechnungsprüfer. In dieser Funktion, so Kürzinger, habe er mehrfach die Modernisierung des Bettentraktes der Jugendbildungsstätte angemahnt.

Von Seiten des Landkreis scheidet Franz Löffler aus dem Zweckverband aus. Als Bezirktagspräsident bleibt er aber weiterhin mit der Jugendbildungsstätte verbunden, da der Bezirk mehrheitlich der Betreiber der Bildungsstätte ist. Löffler war zunächst von 2002 bis 2010 als Waldmünchner Bürgermeister Vorsitzender des Zweckverbandes und dann von 2010 bis 2026 als Landrat stellvertretender Verbandsvorsitzender. Weitere ausscheidende Verbandsräte sind Barbara Haimerl (2010 bis 2026), Ludwig Prögler (2020 bis 2026), Manfred Ruhland (zunächst 1983 bis 87 Leiter des Jugendhauses und später insgesamt 19 Jahre Verbandsrat) und Alfred Stuiber (2020 bis 2026).

Eine wichtige personelle Entscheidung vor dem Hintergrund einer lang andauernden Bauperiode fällte der Zweckverband mit der Neubesetzung des Rechnungsprüfungsausschusses. Als neuer Vorsitzender wurde Benjamin Schlegl gewählt. Mit ihm sitzen Stephan Thomas und Stefan Wanninger im Rechnungsprüfungsausschuss.

Johannes Himmelhuber ist Leiter der Jugendbildungsstätte. In dieser Funktion erläuterte er der neuen Verbandsräten kurz die grundlegende Bedeutung der Jugendbildungsstätte. Mit 51 Prozent sei der Bezirk der Oberpfalz Träger des Betriebes der Jugendbildugsstätte, am dem auch KAB und CAJ beteiligt seien. Die JuBi sei ein Ort außerschulischer und nicht formaler Bildung, die von Vereinen, Gruppen und dem Jugendring genutzt werde. Diese Gruppen gestalteten ihr Programm selbst und nutzten sozusagen nur die Infrastruktur des Hauses. Dabeben gebe es ein offenes Jahresprogramm mit Themen wie Neue Medien oder Umweltbildung, zu denen man sich selber anmelden könne. Die JuBi habe aber auch feste Kooperationen mit Vereinen, dem Jugendring und insbesondere Schulen. 9400 Menschen seien so vergangenes Jahr an die JuBi gekommen und meist für Kurse von drei bis fünf Tagen geblieben.

Ein Bildungsschwerpunkt der JuBi sei der Übergang von Schule zu Beruf. Jugendliche könnten hier erfahren, welche Berufe sich für sie eignen, wie eine Bewerbung abläuft, aber auch, wie man überhaupt an Ausbildungsangebote kommt. Aber auch Firmen machten ihre Azubitage an der Jubi.

Eine andere Aufgabe der Jubi sei gesellschaftspolitische und interkulturelle Bildung, die insbesondere mit tschechischen Gruppen stattfinde. Gruppenbezogene Jugendarbeit , die früher unter dem Schlagwort „Tage der Orientierung“ lief, gehöre ebenfalls zum Angebot. Viele Schulen fragten aber auch Projektarbeit zur Konfliktlösung innerhalb einer Klasse an. Medienpädagogik, die Jugendleiterschulungen und die Umweltstation rundeten das Angebot ab.

Kürziger konnte aus eigener Erfahrung bestätigen, wie wichtig diese Schulungen seien. Auf seinem Hof seien immer wieder Gruppen und er müsse feststellen, dass „das Thema Erzeugung von Lebensmitteln weit weg ist von den Schülern“. Aus seinem früheren Beruf bei der Agentur für Arbeit wisse er auch, das berufliche Bildung „gut angelegtes Geld“ ist.

Landrat Schindler: „Werde verlässlicher Partner sein“

Er werde ein „verlässlicher Partner“ der Jugendbildungsstätte sein, sagte Landrat Schindler in einem Grußwort. Als Ministrant und Handballer kenne er das Haus aus eigener Erfahrung. Er erinnere sich mit Freude zurück. Eine Darstellung , die Kürzinger aufgriff. Fast jeder sage, wenn er sich erinnere: „Schej woars!“

Die neuen Räte im Zweckverband kommen von Stadt und Landkreis

Neue Räte sind von Seiten der Stadt: Markus Ederer (Vertreter Markus Liegl), Günter Schober(Alois Gschwendtner) Fridolin Mühlbauer (Alexander Schneider) Stefan Wanninger (Eduard Deml), Benjamin Schlegl (Barbara Löffler)

Von Seiten des Landkreises: Dr. Stefan Spindler (Martin Holler), Jonas Strasser (Verena Graßl), Stephan Thomas (Ludwig Reger), Siegfried Wagner (Karin Bucher) Christian Eidenhardt (Ludwig Speigl)

Die neuen Räte im Zweckverband Jugendhaus - Foto: Martin Hladik