Sanierung der Jugendbildungsstätte kostet der Stadt Waldmünchen viel Geld

Von Martin Hladik · 3. Mai 2026 um 13:00

Ausgerechnet in der allerletzten Sitzung des alten Stadtrates fiel eine Entscheidung, die die Stadt über Jahre finanziell belasten wird: Die Entscheidung, die Jugendbildungsstätte in den nächsten zehn Jahren zu sanieren.

Hintergrund dieser offenbar dringlichen Entscheidung ist eine Förderung. Noch, so der scheidende Bürgermeister Markus Ackermann in seiner allerletzten Sitzung, könne die Stadt – als besonders bedürftig geltend – eine 80-prozentige Förderung über die Städtebauförderung erhalten. Würde der Antrag dazu erst nächstes Jahr gestellt, dann wäre nur eine 60-prozentige Förderung möglich.

Die Sanierung wird der Stadt viel Geld kosten. Wie berichtet, sind Landkreis und Stadt Träger des Zweckverbandes der Jugendbildungsstätte und damit Eigentümer der Immobilie. Betrieben wird die JuBi allerdings vom Bezirk unter einer Beteiligung der KAB und der CAJ. Hintergrund der Sanierung ist der nicht mehr zeitgemäße Zustand der Unterbringung. So sind die Duschen und Toiletten nicht auf den Zimmern, sondern auf der Etage. Dies, so Bürgermeister Ackermann , könne langfristig dazu führen, dass die Jugendbildungsstätte nicht mehr so gebucht werde. Um das zu verhindern, sei die Sanierung nötig.

2036 soll die Sanierung vermutlich beendet sein

Geplant ist ein Sanierungsbeginn 2028 mit einem Sanierungsende 2036. Die Sanierung soll im laufenden Betrieb und in mehreren Bauabschnitten erfolgen. Derzeit beläuft sich die grobe Schätzung der Baukosten auf 15 Millionen Euro brutto. Darin, so Ackermann auf eine Rückfrage von Stadtrat Stefan Paa, seien schon absehbare Baukostensteigerungen eingerechnet. Gegen unerwartete Steigerungen sei man nicht gefeit.

Mit förderfähigen Kosten von zwölf Millionen Euro könnte bei 80-prozentiger Förderung ein Zuschuss von 9,6 Millionen Euro erreicht werden und damit ein Eigenanteil von 5,4 Millionen Euro verbleiben. Der Landkreis hat bereits in der letzten Kreistagssitzung einen Anteil über rund zwei Millionen Euro als Träger der JuBi zugesagt. Diese zwei Millionen müsste als Co-Träger auch die Stadt Waldmünchen aufbringen. Der Rest wird über Kredite und Rücklagen finanziert.

Doch das ist nicht alles. Die Städtebauförderung setzt wiederum voraus, dass sich die Stadt daran zu 20 Prozent beteiligt. Das bedeutet eine weitere Belastung von 2,4 Millionen Euro. Gemildert wird dieser Finanzaufwand dadurch, dass sich das Projekt und die Finanzierung über einen Zeitraum von zehn Jahren erstreckt. Zudem, das machte Bürgermeister Ackermann deutlich, hofft man auf eine weitere Förderung durch die Denkmalpflege, die Landesstiftung und den Bezirk. Ebenso wäre eine Förderung für die energetische Verbesserung über KfW oder die BAFA möglich, heißt es in der Sitzungsvorlage. Förderungen könne man aber erst beantragen, wenn eine genaue Planung vorliege. Deswegen laufe derzeit schon die europaweite Ausschreibung für einen Architekten.

Zudem haben sich die Stadträte zumindest verbal eine finanzielle Bremse in den Beschluss eingebaut. „Eine Umsetzung (...) ist unter Berücksichtigung der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel zu betrachten.“

Stadträte sprechen sich für Sanierung aus

Die Zustimmung zur Sanierung der Jugendbildungsstätte erfolgte einstimmig. Einzelne Äußerungen zeigen die Stimmungslage im Stadtrat. So sagte Stadtrat Anton Ruhland, dass der „Beschluss alternativlos für die Jugendbildungsstätte“ sei. Der Beschluss sei auch für den neuen Stadtrat „unumgänglich“. Auf die „stolze Summe“ verwies Stadtrat Prof. Dr. Oliver Brückl. Man könne aber auch stolz auf die Jugendbildungsstätte sein. Sie sei ein Aushängeschild der Stadt und biete 60 Arbeitsplätze. Für Martin Frank ist man es dem Bezirk als sicheren Betreiber schuldig, für gute Belegungszahlen zu sorgen. Zudem habe die Jugendbildungsstätte auch einen gewissen Charme, der Menschen nach Waldmünchen bringe, so wie den neuen Bürgermeister Wolfgang Kürzinger, der über seinen Zivildienst an der JuBi zum Waldmünchner geworden sei. Der Beschluss zur Sanierung sei eine „sehr, sehr positive Entscheidung“.

Tatsächlich habe er eine persönliche Beziehung zur JuBi, entgegnete Kürzinger. Mit dem Bezirk habe man einen neuen Träger und die JuBi habe bezirksweit, ja sogar europaweit, Ausstrahlung. Auch der Kreistag habe schon zugestimmt, deswegen wünsche er sich ein einstimmiges Votum des Stadtrates.