Damit man weiß, was es in Neustadt geschlagen hat – Sanierung wird fortgesetzt

Von Jochen Dannenberg · 17. Juni 2026 um 15:00

Jahrzehntelang tat sich am Neustädter Bahnhof in Punkto Instandhaltung wenig bis nichts. Jetzt steht schon wieder ein Gerüst an der Fassade. Was ist los?

Das Gerüst steht auf dem schmalen Bahnsteig an Gleis 1 an der Südseite der Längsfassade. Hier gibt es zwei wichtige Eingänge zum Bahnhofsgebäude – zum Büro des Fahrdienstleiters und zur Wartehalle, die jedoch seit vielen Monaten für die Reisenden gesperrt ist. Dafür steht in der Wartehalle Baumaterial.

Der Bahnhof hat vor kurzem eine neue Fassade bekommen. Pendler und Reisende sollen sich wieder freuen dürfen, wenn sie nach Neustadt kommen. Dabei geht es auch um die zahlreichen Touristen und Kurgäste, die Neustadt und insbesondere Bad Gögging ansteuern. Der Kurort ist ein touristischer Hotspot im Landkreis Kelheim und verzeichnet über eine halbe Million Übernachtungen jährlich. Das Bahnhofsgebäude mit seiner heruntergewirtschafteten Fassade war da schon lange keine Visitenkarte mehr für die Stadt.

Nach der neuen Farbe für die Fassade sollen jetzt weitere Schritte am Neustädter Bahnhof folgen. An der Seite zu den Bahngleisen soll wieder ein Schriftzug darauf hinweisen, wo sich die Reisenden befinden, wenn die Züge in Neustadt halten. Außerdem sollen sie sehen können, welche Stunde es geschlagen hat. An der Fassade soll eine Uhr montiert werden. Die neue Uhr löst die klassische Bahnsteiguhr ab, die einst montiert war. Die Neue soll ein wenig wie eine Turmuhr, dafür aber um vieles nobler aussehen als die alte aus Bundesbahn-Zeiten.

Ob anschließend auch wieder das Vordach an der Fassade montiert wird, ist noch nicht klar. Bürgermeister Thomas Memmel hatte dazu vor einiger Zeit gegenüber dieser Zeitung erklärt, dass diese Frage noch geprüft werde. Dabei gehe es ganz wesentlich auch darum, ob das Vordach ein historisch bedeutsamer Teil des Bahnhofs ist oder ob es später montiert wurde.

Die Stadt, vertreten durch die Bürgermeister Thomas Memmel und Günter Schweiger, hatte den Bahnhof bei einem Versteigerungstermin am Amtsgericht Regensburg im Dezember 2024 ersteigert. Der Zuschlag erfolgte seinerzeit für 350 000 Euro.