Des einen Freud‘, des anderen Leid - Nicht jeder fühlt sich im Straßenverkehr sicher

Zu wenig Rücksicht, zu schnelle Autofahrer und zu wenig Parkplätze: Viele Fußgänger fühlen sich im Straßenverkehr unsicher. Und Autofahrer klagen über zu wenig Rechte. Auf einen Brennpunkt wurde jetzt im Stadtrat hingewiesen.
Es ist der Ulrichspark an der Regensburger Straße in der Innenstadt. Hier ist in den letzten Monaten ein neuer Spielplatz entstanden. Er ist naturnah, aufgrund seines alten Baumbestands auch im Sommer sehr schattig und Kühl. Für Kinder und Eltern aus dem nahen Neubaugebiet Heiligenstädter Moos ist es eine Naherholungszone, die den Bolzplatz auf der anderen Seite der Regensburger Straße ergänzt.
Dort gebe es ein Parkplatzproblem, merkte dazu die neue Hienheimer Ortssprecherin Doris Maria Schaller in der jüngsten Stadtratssitzung an. Mütter würden ihre Autos komplett auf die Straße stellen. Gemeint war die Ludwig-Thoma-Straße, die am Ulrichspark in die Regensburger Straße mündet. „Ich glaube, dass dort ein Parkverbot sinnvoll ist“, folgerte Doris Maria Schaller.
Tatsächlich ist die Ludwig-Thoma-Straße so etwas wie eine Abkürzung. Mit ihr kann man innerörtlich die komplette Altstadt umfahren. Entsprechend viele Fahrzeuge sind hier vor allem auch im Feierabendverkehr unterwegs.
Bei Feierabend herrscht viel Verkehr am Spielplatz
Doch nicht nur die Durchfahrt wird behindert. Auch Fußgänger sind von der Verkehrssituation nicht gerade begeistert. Eine Großmutter, die mit ihren beiden Enkeln regelmäßig den Spielplatz besucht, lobte gegenüber dieser Zeitung zwar den Spielplatz selbst, klagte aber auch: „Hier an der Ecke von Regensburger Straße und Ludwig-Thoma-Straße ist bei Feierabend viel Verkehr. Da muss man aufpassen.“
Ein junger Vater gestand, dass er Angst um seinen Sohn habe, wenn der auf den Spielplatz gehen wolle. „Da gehe ich lieber mit und passe auf, wenn wir über die Straße gehen“, sagte der Mann.
Bürgermeister Thomas Memmel (CSU) reagierte in der Stadtratssitzung prompt. Er kündigte ein einseitiges Parkverbot am Ulrichspark an. „Das ist initiiert“, sagte er.
Ähnliche Probleme wie am Ulrichspark gibt es auch andernorts in Neustadt a.d. Donau. So beschwerten sich Bürger, dass mit einem Mal Busse durch die Sudetenstraße fahren. Die ist offiziell nur für Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen und als „Anlieger frei“ ausgewiesen. Immer wieder – „regelmäßig“, wie ein Anlieger sagte – fahren jedoch Busse durch, die als Schienenersatzverkehr unterwegs sind.
Wobei: Auch die übersichtliche Sudetenstraße wird gern als Umfahrung der Altstadt benutzt. Bisweilen werden die Kraftfahrer sogar darauf hingewiesen – meist dann, wenn der Stadtplatz für ein Fest gesperrt ist.
Geschwindigkeitskontrolle für die Herrnstraße
Auch die Herrnstraße ist ein Problemfall. Sie bindet die Siedlung Schwaigfeld an die Innenstadt an. In diesem Sommer soll die Anbindung durch einen Kreisverkehr an der Kreuzung mit der Herzog-Ludwig-Straße, Bahnhofstraße und Reußstraße verbessert werden.
Daneben hat die Herrnstraße noch ein weiteres Problem. Kurz vor der Siedlung Schwaigfeld gibt es ein Tempolimit, an das sich jedoch viele Autofahrer nicht halten. Stadtrat Stefan Wagner (SPD) , der hauptberuflich bei der BRK-Bereitschaft in Neustadt a.d. Donau beschäftigt ist, erlebt jeden Tag, wie schnell auf der Herrnstraße gefahren wird – die Rettungswache des BRK hat hier ihren Standort. Zuletzt hat er deshalb auch im Bau- und Verkehrsausschuss des Stadtrats den Bürgermeister darauf hingewiesen und um Geschwindigkeitsmessungen gebeten.
Man darf gespannt sein, was passieren wird. Alles hat zwei Seiten. Im Fall der parkenden Autos am Ulrichspark könnte man auch argumentieren, dass jedes Auto am Straßenrand dazu beiträgt den Verkehr zu beruhigen. Es gibt noch viel zu tun. Sogar in der Pfarrpfründestraße wurde schon ein Bus des Schienenersatzverkehrs gesehen, was in Anbetracht der Enge der Straße eine recht sportliche Aktion war.

