Wird die Sanierung der Bahnstrecke Nürnberg - Regensburg pünktlich fertig?

Von Wolfgang Endlein · 15. Juni 2026 um 19:00

Seit Februar baut die Bahn an der Strecke zwischen Nürnberg und Regensburg. Keine S-Bahn und kein anderer Nahverkehrszug fuhren seither durch den Landkreis Neumarkt. Doch nun naht das vorweg genannte Datum der Fertigstellung. Die Bahn wird sogar noch konkreter und nennt die Uhrzeiten der ersten Züge, die wieder fahren.

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Das Wichtigste vorneweg: „Wir liegen mit den Arbeiten für eine Inbetriebnahme der Strecke am 10. Juli im Zeitplan“, erklärt eine Bahnsprecherin.

Die ersten Züge, die auf der sanierten Strecke wieder fahren werden, sind bereits auf bahn.de hinterlegt. Allerdings müssen sich die Bahnreisende am Freitag, 10. Juli, bis in die Nachtstunden gedulden, ehe nach fünf Monaten wieder ein Zug am Neumarkter Bahnhof abfährt. Um 21.30 Uhr kommt ein Regionalexpress von Nürnberg an und fährt nach Regensburg weiter. Zwei Minuten später fährt die erste S-Bahn in Richtung Nürnberg ab.

1300 neue Masten stehen schon an ihrem Platz

Kommt es tatsächlich so, hätte die Bahn das Megaprojekt ohne größere, öffentlich bekannt gewordene Probleme über die Bühne gebracht. Dessen Ausmaße unterstreichen einige Zahlen: 1300 neue Masten wurden per Hubschrauber installiert, 96 Kilometer Gleise samt Schotterbett erneuert, 80 Kilometer Oberleitung ersetzt, etliche Weichen erneuert, Stellwerke modernisiert und Bahnhöfe saniert. Dafür waren in Spitzenzeiten bis zu 2000 Menschen und 80 Baumaschinen – darunter riesige Hunderte Tonnen schwere Gleisbauzüge – täglich nahezu rund um die Uhr im Einsatz.

Weniger als einen Monat vor der Streckenfreigabe meldet die Bahn, dass die Hauptarbeiten erledigt seien. Bis zum 10. Juli werden beispielsweise noch Kabelarbeiten gemacht und die Stellwerke angeschlossen. An den Bahnhöfen verlegen Arbeiter letzte Pflastersteine und Fliesen. Zudem muss laut Bahn noch letzte Hand an Aufzüge, Beleuchtung, Dächer und Anzeigen angelegt werden.

Eine der größeren verbleibenden Arbeiten ist die neue Brücke im fränkischen Burgthann unweit der Landkreisgrenze. Die neue Brücke werde am kommenden Wochenende eingeschoben, erklärt die Bahnsprecherin.

Bahn erklärt, warum Restarbeiten nach dem 10. Juli nicht den Fahrplan stören

Und weil es beim Zugverkehr auch um die Sicherheit geht, stehen in den kommenden Wochen komplexe Abnahmen der sanierten Strecke und ihrer Infrastruktur an. Für wortwörtlich jede Schwellenschraube muss beispielsweise nachgewiesen werden, dass sie mit dem richtigen Drehmoment angezogen wurde.

Ist all das erledigt und rollen die Züge wieder, werden dennoch planmäßig Restarbeiten zu erledigen sein, wie die Bahn erklärt. So werden beispielsweise die Flächen, auf denen das Material und Maschinen während der Sanierung lagerten, zurückgebaut. Auch an den Bahnhöfen werde teils noch über den 10. Juli hinaus gearbeitet, um beispielsweise Geländer anzubringen.

Was den Neumarkter Bahnhof anbelangt, dessen Gebäude ebenfalls saniert werden soll, erklärt die Bahn: Dies werde wie geplant im Nachgang der Streckensanierung abgeschlossen. Dann sollen auch die von Radfahrern erwarteten Abstellanlagen endlich kommen.

Angesichts all dieser noch anstehenden Arbeiten tritt die Bahn dem möglichen Eindruck entgegen, der Zugverkehr könnte auch nach dem 10. Juli größer beeinträchtigt sein. Das sei nicht der Fall, betont die Bahnsprecherin. Die Restarbeiten werden den Fahrplan nicht einschränken.

Schotter muss im Herbst erneut „gestopft“ werden

Eine kleine Ausnahme sind sogenannte „Qualitäts-Stopfgänge“. Im Herbst sollen sie stattfinden. Dabei verdichten Spezialmaschinen den neuen Schotter des Gleisbetts. Dafür seien kurze eingleisige Sperrungen von Nöten, die jedoch hauptsächlich nachts stattfänden, erklärt die Bahn.

Um 21 Uhr am 10. Juli geht zudem der Schienenersatzverkehr zu Ende. Die Busse in der Farbe Verkehrspurpur waren in den vergangenen fünf Monaten fester Bestandteil des Straßenbilds im Landkreis Neumarkt. „Wir sind zufrieden mit dem Ersatzverkehr“, bilanziert die Bahn die bisherigen Monate des SEV. Dieser habe sich nach einer kurzen Anlaufphase auf einem sehr hohen Qualitätsniveau eingependelt, erklärt die Bahnsprecherin. Die Anzahl der Beschwerden sei bereits nach den ersten ein bis zwei Wochen massiv zurückgegangen.