Mitten in Kelheimer Naturidylle: Üble Überreste von Grill-Partys

Am Altmühl-Kanal bei Kelheim wird gegrillt und gefeiert. Zurück bleiben Müll, Brandlöcher und Kippen. Dabei ist offenes Feuer dort strikt untersagt.
Der Weg ist beliebt bei Radfahrern und Spaziergängern. Von der Schleuse Gronsdorf führt er durch grüne Idylle bis Essing. Doch manchmal sieht es dort „furchtbar“ aus, sagt eine Kelheimerin. Sie spricht Hinterlassenschaften nach Grill-Partys und Feiern am Main-Donau-Kanal an. Nicht nur dieser Schauplatz sorgt für Ärger in der Kreisstadt.
Die 62-jährige Kelheimerin (Anm.: Name der Redaktion bekannt) hat sich an unsere Zeitung gewandt. „Seit Jahren“ biete sich nach sommerlichen Wochenenden der selbe Anblick am Schotterweg südlich des MD-Kanals. „Da liegt Müll herum, zum Teil in den Gebüschen.“ Verpackungen von Grillgut, Einwegteller, Dosen und alles Mögliche wird achtlos weggeworfen. Der Hund ihrer Tochter, mit dem sie öfters spazieren geht, zog jüngst Hühnchenknochen aus der Wiese.
Bei einem Lokalaugenschein mit der Frau finden sich verrauchte Feuerstellen mit Kippen. Müll ist keiner zu sehen. „Den haben die Mitarbeiter des Bauhofs bereits weggeräumt“, lobt die 62-Jährige, noch Stunden zuvor sei alles voller Unrat gewesen. An einem Holztisch, der mit Bänken als Ruheplatz zum Verweilen am Kanal einlädt, zeigen sich zwei tief eingebrannte Brandlöcher. „Jetzt schauen Sie sich das an! Da hat jemand seinen Grill abgestellt oder ein Feuer am Tisch gemacht.“ Mutwillig werde öffentliches Eigentum zerstört.
Offenes Feuer im Uferbereich ist verboten
Dabei ist das Entzünden von Feuer in diesem Abschnitt strikt untersagt. Denn es handelt sich um ein bundeseigenes Ufergrundstück am Main-Donau-Kanal, wo laut Bayerischem Umweltministerium ein generelles Verbot gilt. Daher sind auch keine Grillplätze ausgewiesen. „In unsere Zuständigkeit fällt der Weg und wir haben die Tische und Bänke aufgestellt“, erklärt Fabian Gruner, Leiter der Abteilung für Öffentliche Sicherheit und Ordnung bei der Stadt.

Er kann nur bestätigen: „Müll ist regelmäßig ein Thema dort, es liegt sehr viel herum in dem Bereich.“ Die Mitarbeiter des Bauhofs würden zudem von Vandalismus berichten. „Anfangs haben wir das noch angezeigt. Aber wenn man die Verursacher nicht direkt vor Ort aufgreifen kann, verläuft das im Sand“, sagt Gruner. Deshalb habe man es bleiben lassen.
Für die 62-jährige Kelheimerin ist der Anblick an einer beliebten Freizeitroute beschämend. Doch nicht nur die unappetitlichen Überreste ärgern sie. „Man kann beobachten, dass die Leute mit ihren Autos bis an die Grillstellen fahren, obwohl der Weg für Fahrzeuge gesperrt ist.“ Und überdies werde die Musik laut aufgedreht. „Schade, dass manche Menschen keine Achtung vor so schönen Fleckchen haben.“
Kelheimer Polizei will öfters Streife fahren
Bei der Polizei Kelheim kam es in den letzten Wochen „weder zu Einsätzen im Zusammenhang mit feiernden Personen noch sind uns andere Mitteilungen diesbezüglich bekannt“, erklärt Polizeihauptkommissar Thomas Posset auf Anfrage. Jedoch werde man in den kommenden Tagen die entsprechenden Stellen verstärkt bestreifen, um gegebenenfalls die illegale Entsorgung von Müll unterbinden zu können. Generell kann die Polizei im Dienstbereich keine Feier-Hot-Spots mit Ruhestörungen oder Müllproblemen ausmachen.
Der Kelheimer Bürgermeister Dennis Diermeier hat erst vor wenigen Wochen an einem anderen Vorfall angekreidet, wie respektlos mit öffentlichem Gemeingut umgegangen wird. Am Aumühlparkplatz wurde in den öffentlichen Toiletten „erneut massiv randaliert“, teilte Diermeier über Social Media mit. Die Schäden waren dabei so erheblich, dass die Anlage vorübergehend geschlossen werden musste.
„Öffentliche Einrichtungen sind kein Ort, der mutwillig zerstört werden kann. Was hier beschädigt wurde, kostet nicht nur Geld, sondern vor allem auch Zeit, Nerven und zusätzliche Arbeit für unsere Mitarbeiter vom Bauhof“, sagt der Bürgermeister, „Geld und Arbeitszeit, die wir deutlich sinnvoller einsetzen könnten.“ Er appelliert an „Vernunft und Verantwortungsbewusstsein“. Die 62-jährige Kelheimerin sagt: „Vielleicht hilfts ein wenig, wenn solche Untaten öffentlich bekannt werden.“