Illegaler Müll am Keldorado-Parkplatz in Kelheim: Ärger bei Anwohnern und Stadt

Anwohner Markus Fahrmer macht seinem Ärger Luft. „Brutal, wie es da manchmal ausschaut!“ Am Parkplatz beim Keldorado in Kelheim findet sich regelmäßig illegal entsorgter Müll. Auch Bad-Geschäftsführer Thomas Hopfinger ist sauer. Die Stadt hat nicht nur dort ein Müllproblem.
Fahrmer und Hopfinger listen kopfschüttelnd auf, was sie bereits zwischen den aufgestellten Glas- und Kleidercontainern entdeckt haben: Altreifen, Alteisen, Wäscheständer, Dunstabzugshaube, Tische, Teppiche, Kinderspielzeug. „Ich versteh’s einfach nicht“, sagt der Keldorado-Geschäftsführer, der selbst dort parkt und dessen Blick täglich zu den Containern geht. Jede Woche sammelt sich ein anderer Sperr- oder Hausmüll.
„Sind die Leute zu faul, um zum Wertstoffhof zu fahren?“, fragt der 52-jährige Anrainer Fahrmer. Er betreibt einen Dienstleistungsservice und steuert täglich die Annahmestelle an. „Dort kann man vieles problemlos abgeben. Und Sperrmüll wird abgeholt, wenn man ihn anmeldet.“ Es habe sich „mittlerweile eingebürgert, den Dreck einfach auf den Parkplatz beim Keldorado zu schmeißen“. Das liege auch daran, mutmaßt er, dass der hintere Teil, wo die Container stehen, schwer einsehbar sei.
Stadt räumt ständig die „Hinterlassenschaften“ auf
Der Stadt Kelheim ist das Problem bekannt, so Fabian Gruner, Leiter der Abteilung für Öffentliche Sicherheit und Ordnung. „Im Regelfall handelt es sich um Haus- oder Sperrmüll.“ Das Müllfahrzeug der Kommune sei täglich unterwegs beim Leeren der Abfalleimer und „wenn solche Hinterlassenschaften auffallen, werden diese beseitigt“. Um den direkten Umgriff rund um die Glascontainer kümmere sich der Landkreis Kelheim zweimal die Woche.
Beschwerden von Badegästen gab es bislang nicht, sagt Hopfinger. Er und Keldorado-Mitarbeiter machten sich einmal die Mühe, in Müllsäcken nach einer Adresse beispielsweise auf Schriftstücken zu stöbern, um Verursachern auf die Schliche zu kommen. „Das hat nichts gebracht.“ Laut Gruner führen auch Anzeigen zu nichts, da es oft an der Beweisbarkeit scheitere. Wer erwischt wird, dem drohen Bußgelder (siehe untenstehend).

„Den Müllsündern ist offensichtlich nicht bewusst, wie sehr sie die Gegend verschandeln“, sagt Fahrmer. Ein anderer Kelheimer, der namentlich nicht genannt werden möchte, wollte kürzlich Altkleider entsorgen. Beim Anblick des Mülls neben dem Container entfuhr ihm nur ein: „Furchtbar!“ Ein altes Klapptischchen, Bretter, Verpackungsmüll und Zeitschriften lagen dort.
Für Hopfinger sind die illegalen Entsorgungen auch „ein Bild der Wegwerfgesellschaft. Was nicht gebraucht wird, landet irgendwo.“ Es sei offensichtlich „bequem“, den Müll neben Container einfach hinzuwerfen. Nach Wochenenden verunstalten auch Tüten und Becher von Fast-Food-Ketten den Parkplatz. „Ich ärgere mich jedesmal, wenn ich am Montag aus dem Auto steige.“
Überwachen? Dazu gibt es zu viele illegale Abladeplätze
Nach Angaben der Stadt ist nicht nur der Keldorado-Parkplatz eine Problemzone. „Es wird immer wieder Müll rund um Altglas- und auch Altkleidercontainer abgeladen“, sagt Abteilungsleiter Gruner. „Verschiedenste Stellen und Plätze werden für das Abladen genutzt, Seitenstreifen von Straßen, kleine Gehölze, Uferbereiche.“ Wegen der Vielzahl an Abladeplätzen „macht eine Überwachung keinen Sinn“, so Gruner zum Vorschlag, Kameras zu installieren. Illegale Müllentsorgungen kämen nach seiner Einschätzung fast wöchentlich vor.
Auch Gruner hat kein Verständnis für die Missetaten. „Mir ist das unerklärlich, denn der Großteil des Mülls kann ganz regulär über Hausmüll und Papiertonne entsorgt werden. Des Weiteren gibt es die Möglichkeit des Wertstoffhofs und der Anmeldung von Sperrmüll.“ Manche Bürger kämen vielleicht mit der Größe ihrer Mülltonnen nicht aus. „Anstatt sich eine größere Tonne zu besorgen, die natürlich teurer ist, wählen sie diesen Weg.“
Anwohner Markus Fahrmer würde Müllsünder durchaus ansprechen, sollte er einen ertappen. „Es kann nicht sein, dass es so aussieht.“ Keldorado-Geschäftsführer Hopfinger lobt die Arbeit von Stadt und Landkreis, den Platz immer wieder sauber zu machen. „Aber es kann nicht deren Aufgabe sein, Müllsündern hinterher zu räumen.“
Empfindliche Bußgelder
Ordnungswidrigkeit: Schon das Wegwerfen von Pappbechern oder Zigarettenschachteln kann mit 20 Euro geahndet werden. Kommen flüssiger Abfall oder scharfkantige Gegenstände hinzu, wird es bis zu 320 Euro teuer. Sperrmüll zieht ein Bußgeld bis 2500 Euro nach sich.
Strafverfahren: Wer Abfälle, die Gifte oder gemeingefährliche Krankheitserreger enthalten oder Gewässer, Luft oder Boden verunreinigen können, sammelt, ablagert oder beseitigt, hat laut Strafgesetzbuch mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe zu rechnen.