Großeinsatz bei Neustadt: Bürger meldet Wasserleiche, dann folgt „kuriose“ Entwarnung

Von Nils Mayer, Benjamin Neumaier · 19. April 2026 um 09:58

Ein Mann meldet der Polizei am Samstagmittag eine grausame Entdeckung: Ein unbekleideter und lebloser Frauenkörper treibe in der Abens bei Bad Gögging (Landkreis Kelheim). Direkt eilen zahlreiche Einsatzkräfte zum Fundort. Nach 19 Minuten Großeinsatz dann die Entwarnung: Die Wasserleiche war in Wahrheit eine lebensechte Silikon-Sexpuppe. Feuerwehr und Polizei berichten vom kuriosen Einsatz.

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Um 11.20 Uhr meldet sich ein Bürger bei der Polizei: In der Abens bei Bad Gögging in der Nähe vom Schöpfwerk treibe eine Wasserleiche. Die Nachricht löst einen Großeinsatz bei Polizei, Feuerwehr, Wasserwacht und Rettungsdienst aus. Zehn Minuten später sind die ersten Einsatzkräfte vor Ort. Dann die überraschende Nachricht: Bei der Wasserleiche handelt es sich um eine Sexpuppe. Der lebensechte Silikon-Frauenkörper sorgte auch bei den Feuerwehrlern vor Ort für Aufsehen.

„Ich bin seit 1998 bei der Feuerwehr, aber so etwas habe ich noch nie erlebt“, erzählt Stefan Großmann. Er fuhr den Einsatzwagen der Feuerwehr Neustadt an der Donau zum Einsatzort. „Während der Fahrt dorthin haben wir uns schon unsere Gedanken gemacht, was da gleich auf uns zu kommt.“ Dass sich die Wasserleiche dann als Sexpuppe herausstellte habe ihn erleichtert. In Aktion musste Großmann bei dem Einsatz ohnehin nicht treten: „Ich bin nicht mal aus dem Auto raus gekommen, weil es dann schon Entwarnung gab.“

Polizei grübelt über die Hintergründe

Auch bei der Polizei Kelheim ist kein vergleichbarer Fall bekannt, wie eine Sprecherin verrät. Und auch über die Hintergründe kann die Polizeisprecherin nur grübeln: „Wir wissen nicht, ob die Puppe entsorgt wurde oder ob sie beim Gebrauch einfach davon geschwommen ist.“ Eines steht aber fest: Noch hat sich niemand bei der Polizei gemeldet, der seine Sexpuppe vermisst. Dafür wäre es aber inzwischen sowieso zu spät. „Die Puppe wurde beim Bauhof entsorgt“, sagt die Sprecherin.

Es ist gar nicht so selten, dass vermeintliche Leichen am Ende doch Sexpuppen sind. Und damit am Ende ein kurioser Einsatz mit Schmunzeln endet. Dennoch ist die Situation bei der Alarmierung brisant, denn für Polizei und Rettungskräfte bedeutet jede solche Meldung zunächst einen möglichen Todesfall – entsprechend rücken oft Feuerwehr, Wasserrettung und Polizei mit einem größeren Aufgebot an. Erst bei der Bergung wird oftmals klar, dass es sich nicht um einen Menschen, sondern um eine täuschend echt wirkende Silikonpuppe handelt.

Immer wieder Fälle in ganz Deutschland

Auch in Deutschland gab es zuletzt mehrere solcher Fälle: In Pödeldorf in Oberfranken entdeckte eine Spaziergängerin 2024 in einem Weiher eine scheinbar leblose Frau im Wasser und verständigte die Polizei. Feuerwehrkräfte rückten zur Bergung an, bevor sich vor Ort herausstellte, dass es sich um eine hochwertige Sexpuppe handelte.

In Garbsen bei Hannover meldeten Paddler einen Körper im Wasser, woraufhin ein größerer Sucheinsatz mit Drohnen gestartet wurde. Die Bergung gestaltete sich zunächst schwierig. Bereits 2018 hatte ein Mann in Emden einen ähnlichen Fund gemeldet: Eine im Kanal treibende „Leiche“ entpuppte sich nach kurzer Zeit ebenfalls als täuschend echte Kunststoffpuppe. Auch in Maitenbeth im Landkreis Mühldorf entpuppte sich eine vermeintliche Kinderleiche beim Eintreffen der Polizeibeamten als Sexpuppe.

Hintergrund solcher Fehlalarme ist die zunehmend realistische Verarbeitung moderner Puppen – gerade im Wasser, verschmutzt oder teilweise bekleidet, sind sie auf den ersten Blick kaum von echten Körpern zu unterscheiden.