Neuer Pächter hier, neues Café dort: Bad Abbachs Gastro-Szene ist im Wandel

Es tut sich etwas in der Gastro-Welt Bad Abbachs (Landkreis Kelheim)– und es könnte sich noch mehr tun. So hängt schon seit einiger Zeit im Schaufenster des ehemaligen „Hagl-Hauses“ ein Plakat, das um einen künftigen Café-Betreiber wirbt. Das Gebäude hat mittlerweile neue Besitzer, die es von Grund auf sanieren möchten. Daneben lieferten in jüngster Vergangenheit zwei Lokale weiteren Gesprächsstoff. In einem Fall geht es um feststehende, im anderen Fall um anvisierte Veränderungen.
von Bettina Gröber
Fix ist: Die bisherigen Betreiber des „Waldfrieden“ hören auf. Das Ehepaar Nüßle wird sich aus Bad Abbach zurückziehen – Hauptgrund sei der Personalmangel, vor allem der in der Küche, so Robert Nüßle. Er und seine Frau Heidi wollen sich nun „verkleinern“, wie Robert Nüßle formuliert. Der weitere Weg führt nach Saal, wo die Nüßles ein Café am Kirchplatz eröffnen werden. Den Abschied vom „Waldfrieden“ wollen die Nüßles vor allem mit Dank „an alle Stammgäste, die uns die Jahre über die Treue gehalten haben“, verbinden.
Regionale Spezialitäten bleiben auf der Speisekarte
Für den „Waldfrieden“ ist bereits ein neuer Pächter gefunden: Alexander Dorzaginov, der seit 2024 das „Tbiliso“ in Neumarkt führt, möchte sich in Bad Abbach ein zweites Standbein schaffen. „Die einheimische Küche und dass es ein Familienbetrieb ist – diese beiden Punkte haben mich angezogen“, begründet er den Schritt. Außerdem habe er „die Mittel, die mir zur Verfügung stehen, vernünftig anlegen“ wollen, so der aus Sibirien stammende Gastronom, der seinerzeit als Quereinsteiger in die Branche gestartet ist.

In Neumarkt steht georgische Küche auf der Karte – in Bad Abbach soll alles bleiben, wie es bei den Nüßles gewesen ist. Dorzaginov übernimmt deren Repertoire an Gerichten, zu denen unter anderem regionale Spezialitäten gehören. Auch Kaffee und Kuchen gibt es weiterhin. System und Personal bleiben ebenfalls, „allerdings bin ich bereits auf der Suche nach einem Chefkoch“, sagt Alexander Dorzaginov. Ansonsten sei es ihm wichtig, „dass Herz und Seele der Nüßles im Waldfrieden erhalten bleiben“.
„Alles beim Alten“ heißt es in anderer Hinsicht in der Cucina Vendrame im Innerort. Zwar steht im Raum, dass die bisherigen Betreiber das Ruder der Pizzeria aus der Hand geben, „aber bislang haben wir niemanden für die Nachfolge gefunden“, heißt es auf Nachfrage der Mittelbayerischen Zeitung. Und für alle Gäste lautet die beruhigende Botschaft: „Solange das so bleibt, machen wir weiter.“

Beim ehemaligen Hagl-Haus stehen zunächst einmal umfangreiche und auch langwierigere Umbau- und Sanierungsmaßnahmen an. Das Ehepaar Michaela und Sebastian Schlegl, die das Gebäude Am Markt 17 im Ortskern gekauft haben, planen eine mehrfache Nutzung. In Teilen des Erdgeschosses und im ersten Stock sollen neue Räumlichkeiten für ihr Ingenieurbüro, das sich derzeit in Bad Abbach in der Oberndorfer Straße befindet, entstehen. Daneben sollen im dann sanierten Haus fünf Wohnungen an Feriengäste vermietet werden.
Suche nach einem Café-Betreiber läuft
Für den Teil des Erdgeschosses, der von außen betrachtet rechts liegt, ist ein Café geplant. Die Suche nach einem Betreiber läuft. Es gebe bereits Interessenten, so die Schlegls, „aber bislang befinden wir uns noch nicht in der finalen Phase“. Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen, auch könnten sich Interessierte weiterhin melden. Erwünscht sei ein Lokal, das sowohl innen als auch im Außenbereich Plätze anbietet. Ein weiteres Anliegen sei, dass das Lokal abends länger geöffnet bleibt. Auch Familienfreundlichkeit ist Michaela und Sebastian Schlegl wichtig.

Mit ihrer Initiative wollen die Schlegls auch ein Signal setzen und zur Verbesserung der Attraktivität des Bad Abbacher Ortskerns beitragen: „Man muss es einfach mal ausprobieren“, sagt Michaela Schlegl. Unterstützung kommt von der Marktgemeinde, die das Projekt im Rahmen des kommunalen Förderprogramms für den Innerort begleitet. Wichtig werde sein, „dass auch die Bad Abbacher mitziehen“ und das Café besuchen, wenn es eröffnet ist.
Bis es dazu kommt, wird es allerdings noch dauern. Die abschließende Baugenehmigung muss noch erteilt werden. Und auch weil die Sanierung sich nach den Vorgaben des Denkmalschutzes richtet, kalkuliert das Ehepaar mit rund zwei Jahren, bis alles fertig ist. Ein Einzug im Frühjahr 2028 ist Ziel.