Runde um Runde für den guten Zweck: Abensbergs Realschüler erlaufen fast 50.000 Euro

Mit ihrem Spendenlauf unterstützen die Schüler zwei soziale Einrichtungen und dürfen sich auch selbst freuen: Künftig gibt es mehr Abkühlung auf dem Pausenhof.
Schon am Vormittag liegt Bewegung in der Luft. Auf dem Gelände des TSV-Stadions neben der Johann-Turmair-Realschule ziehen sich Schülerinnen und Schüler die Jacken aus, binden Schuhe fester, lachen, winken ihren Freunden zu. Dann geht es los: eine Runde nach der anderen, jeweils ein Kilometer.
Was auf den ersten Blick wie ein sportlicher Schulvormittag aussieht, ist in Wahrheit weit mehr. Beim fünften Sponsorenlauf der Realschule läuft die ganze Schulfamilie für ein gemeinsames Ziel: für mehr Hitzeschutz im Pausenhof und für Kinder, die besondere Unterstützung brauchen.Die Idee war schnell erklärt und für alle greifbar, heißt es in der Mitteilung der Schule: Wer im Sommer schon einmal bei über 30 Grad auf einem aufgeheizten Pausenhof stand, weiß, wie dringend kühle Plätze gebraucht werden. Deshalb soll mit einem Teil des Geldes ein Hitzeschutzplan umgesetzt werden.
Sprühnebel-Kühlgeräte für den Pausenhof
Mobile Sprühnebel-Kühlgeräte sollen künftig im Hochsommer sogenannte Kühlzonen schaffen, in denen sich die Schülerinnen und Schüler erfrischen können, ohne nass zu werden. Die veranschlagten Kosten dafür liegen bei 12.000 Euro.
Doch der Lauf sollte nicht nur der eigenen Schule zugutekommen. Alles, was über diese Summe hinausgeht, wird an zwei soziale Einrichtungen weitergegeben: den Verein zur Förderung krebskranker und körperbehinderter Kinder Ostbayern sowie das Kunstzentrum besondere Menschen, in dem Kinder mit und ohne Handicap durch Tanz und Kunst zusammengebracht werden.
Entsprechend groß war die Motivation. Viele Kinder hatten sich im Vorfeld Sponsoren gesucht: Eltern, Großeltern, Nachbarn, Betriebe oder Freunde der Familie. Für jede gelaufene Runde wurde ein Betrag vereinbart. „Am Anfang dachte ich, ich schaffe vielleicht fünf oder sechs Runden“, erzählt Dominik nach dem Lauf, noch außer Atem, aber sichtlich stolz. „Aber wenn man merkt, dass jede Runde wirklich etwas bringt, läuft man einfach weiter. Irgendwann feuern dich alle an, und dann willst du nicht aufhören.“

Genau diese Stimmung prägte den Tag. Am Streckenrand wurde geklatscht, angefeuert und gezählt. Der Elternbeirat sorgte für Verpflegung, Lehrkräfte halfen beim Ablauf, Mitschülerinnen und Mitschüler motivierten sich gegenseitig. Manche Klassen kamen auf Spendensummen von mehr als 3000 Euro. Für die erfolgreichsten Klassen wurden Preise ausgelobt: ein Freibadbesuch während der Schulzeit, Eis in der Eisdiele oder Eis fürs Schülercafé.
Auch Schulleiter Spateneder war unter den Läufern
Auch Schulleiter Peter Spateneder reihte sich unter die Läufer ein. 60 Euro pro Runde lobte der Elternbeirat für ihn aus. Am Ende schaffte er zehn Runden. „Ich wollte eigentlich nur ein Zeichen setzen“, sagt Spateneder mit einem Lächeln. „Aber wenn der Elternbeirat so großzügig einsteigt und die Schülerinnen und Schüler so viel Einsatz zeigen, kann man als Schulleiter nicht nach drei Runden stehen bleiben. Diese zehn Kilometer waren gut investiert.“
Auch bei den Eltern kam der Lauf gut an. Viele waren nicht nur als Sponsoren beteiligt, sondern feuerten die Kinder am Rand der Strecke an. „Man hat richtig gesehen, wie stolz die Kinder auf jede einzelne Runde waren“, sagt ein Elternteil. „Natürlich schaut man bei den vielen Kilometern auch einmal auf den Betrag, der zusammenkommt. Aber genau das zeigt, wie ernst die Kinder diese Aktion genommen haben. Sie sind nicht für sich selbst gelaufen, sondern für etwas, das allen hilft.“
Nach dem Lauf stand zunächst nicht fest, wie hoch die Gesamtsumme ausfallen würde. Erst als nach einigen Wochen alle Spenden eingegangen waren, war klar: Die Schule hat 49.686,85 Euro erlaufen. Damit wurden die Erwartungen übertroffen. Die Schulfamilie kann sowohl den geplanten Hitzeschutz voranbringen als auch die beiden sozialen Einrichtungen unterstützen.