Die nächste Gaststätte in Schwandorf schließt: Kein Mittagessen mehr im Tierzuchtzentrum

Und wieder gibt es schlechte Nachrichten aus der Schwandorfer Gastroszene: Daniel und Steffi Kamseder geben den Mittagsbetrieb in der Gaststätte im Tierzuchtzentrum auf. Mangelnde Nachfrage ist aber nicht der Grund.
Mit viel Enthusiasmus ist das Wirtspaar vor knapp eineinhalb Jahren im Tierzuchtzentrum gestartet. Zuvor hatte hier Hans Jäger die Gäste verköstigt. Als dieser altersbedingt aufhörte, nutzten die Kamseders die Chance, neben ihrem Cateringservice ein weiteres Standbein aufzubauen. Und über mangelnde Nachfrage konnten sich die beiden bislang nicht beschweren. Täglich wurden nach eigenen Angaben rund 200 Mittagessen ausgegeben.
Die gutbürgerliche Küche, die die Wirtsleute täglich unter der Woche zur Mittagszeit servierten, kam gut an. Die Gäste lobten dazu die fairen Preise. Doch nun müssen Daniel und Steffi Kamseder die Reißleine ziehen. Der Grund: akuter Personalmangel. Schon Ende vergangenen Jahres hatten die Wirtsleute gegenüber der Mittelbayerischen geäußert, dass sie händeringend zwei Köche suchen. Offenbar ließ sich dieses Problem bis zuletzt nicht in den Griff bekommen.
Viel Mühe in die Suche nach Personal gesteckt, doch leider vergebens
Zum 26. Juni endet nun der öffentliche Mittagsbetrieb in der Gaststätte des Tierzuchtzentrums Schwandorf. Auf der Social-Media Plattform Facebook ist dazu ein längerer Beitrag zu lesen. Darin heißt es unter anderem, dass die Personalnot den Betrieb schon länger begleite, sich in den vergangenen Monaten aber deutlich verschärft habe. Trotz Stellenanzeigen und wiederholter Versuche, neue Mitarbeiter zu gewinnen, sei es nicht gelungen, dauerhaft ausreichend Personal zu finden.

Die Folgen: Oft stand Daniel Kamseder alleine in der Küche, wie es im Beitrag weiter heißt. Eine immense Belastung, die irgendwann einfach nicht mehr zu stemmen sei. Und die fehlende Planbarkeit hätte die Situation verschärft. Während sich Schulessen, Cateringaufträge oder „Essen auf Rädern“ exakt kalkulieren ließen, bringe das Mittagsgeschäft für die Öffentlichkeit ständig neue Herausforderungen mit sich, auf die man reagieren müsse. Das sei mit der dünnen Personaldecke einfach nicht zu stemmen.
In einer Mitteilung an ihre Gäste bedanken sich Daniel und Steffi Kamseder für die Unterstützung in den vergangenen eineinhalb Jahren. In Erinnerung bleiben gemeinsame Feste, Geburtstage, Stammtische und viele persönliche Gespräche. In den Kommentarspalten auf Facebook reagieren die Gäste betroffen. „Das ist aber sehr sehr schade, sind oft bei euch gewesen und immer sehr zufrieden“, ist dort unter anderem zu lesen.
Der Gastronomie bleiben die Kamseders aber treu
Doch es gibt auch beruhigende Nachrichten: Ganz aus der Gastronomie verabschieden sich die Kamseders nämlich nicht. Man schließe lediglich für den öffentlichen Publikumsverkehr, wie das Wirts-Ehepaar auf Facebook weiter bekanntgibt. An ihren Steckenpferden, nämlich das „Essen auf Rädern“, die Schulverpflegung, Cateringaufträge sowie die Bewirtung von Veranstaltungen, halten die beiden fest. Daneben können größere Feiern und Vereinsveranstaltungen weiter im Tierzuchtzentrum stattfinden.
Außerdem planen die Kamseders sogenannte Schmankerltage im Tierzuchtzentrum, an denen die Gaststätte zeitweise wieder öffnet. Und sollte sich in Zukunft doch wieder genügend Personal finden, schließen die Wirtsleute eine Rückkehr zum regulären Gaststättenbetrieb nicht aus.