Gastronomie am Hemauer Waldbad: Neue Pächter haben sich gleich in den „Kuhweiher“ verliebt

Von David Santl · 14. Juni 2026 um 15:00

Seit 1. Mai sind Pia, Andrea und Richard Brünsteiner die neuen Pächter des Kiosks am Waldbad in Hemau (Landkreis Regensburg). Die erfahrende Gastro-Familie will die Badegäste mit Pommes, Eis, Cocktails und vielem mehr verwöhnen. Das ist aber nicht das einzig Neue am „Kuhweiher“: Bürgermeisterin Petra Lutz (SPD) will das Waldbad barrierefreier machen. Auch die alte „Hunde-Diskussion“ flammt wieder auf.

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Bevor der große Ansturm kommt, setzt sich Pia Brünsteiner alleine auf eine der vielen Bierbänke am Ufer des Hemauer Waldbads. Sie öffnet sich eine Flasche Limo und schnauft noch einmal durch. Die 26-Jährige ist sozusagen das „neue Gesicht“ der Badesaison am beliebten Weiher. Gemeinsam mit ihren Eltern Richard und Andrea Brünsteiner hat sie zum 1. Mai den Kiosk am „Kuhweiher“ übernommen. Die Drei führen die Gastronomie dort als Familienbetrieb. Die meiste Zeit soll aber die Tochter am Waldbad vor Ort sein und die Badegäste mit Pommes, Pizza, Eis, Cocktails und vielem mehr verwöhnen.

Im Hintergrund plätschert leise die Fontäne, vereinzelt sind schon Familien mit Kindern zu hören. Pia Brünsteiner schaut auf die Wasseroberfläche. „Ist das ein schöner Weiher!“, schwärmt sie, „die Lage ist super und es kommen lauter nette Leute. Sowas findest du nicht oft.“ Dieses Urteil kommt nicht von irgendwem. Denn die Familie Brünsteiner hat Erfahrung in der Gastronomie. Die Familie, die aus Viehhausen kommt, betreibt auch den „Heimathafen“ in Sinzing. Auch früher hätte ihren Eltern schon einmal ein Freibadkiosk gehört, erzählt Brünsteiner. „Wir probieren also was altes Neues.“

Die Pächter Richard und Andrea Brünsteiner und Bürgermeisterin Petra Lutz (r.) freuen sich auf die Saison. - Foto: Doris Wirth

Durch einen Jobwechsel kommt ihr die Arbeit am Kiosk außerdem ganz gelegen. Und auch die Badegäste freuen sich sehr über die neuen Kioskpächter. „Wenn das Wetter passt, kommen viele Leute. Die freuen sich, dass wieder ein Pächter da ist“, sagt Brünsteiner. Insgesamt sei die Saison „sehr gut angelaufen“.

Von den neuen Pächtern, dem 10 000 Quadratmeter großen Weiher und dem ganzen – eintrittsfreien – Erholungsgelände sollen möglichst viele Leute was haben, auch Menschen mit Handicap. Das ist Bürgermeisterin Petra Lutz (SPD) ein besonders großes Anliegen. Sie will, dass die Schotterwege am Areal befestigt werden, damit Leute mit Rollator oder Rollstuhl einen besseren Zugang zum Gelände haben. Ein großer Wunsch von ihr ist außerdem eine behindertengerechte Toilette. Das Ganze will Lutz sehr zeitnah umsetzen.

Auf Anfrage teilt die Bürgermeisterin nun mit, dass sie bereits Gespräche mit dem Inklusionsbeauftragten Roland Weber geführt habe. Aktuell werden verschiedene Umsetzungsoptionen und die damit verbundenen Kosten geprüft. „Wir sind auf einem guten Weg. Sobald die nötigen Rahmenbedingungen geklärt sind, werden wir über weitere Schritte informieren“, sagt Lutz. Auch sie sieht das Waldbad gut für die Saison gerüstet. Zum einen natürlich wegen der „engagierten und erfahrenen Kiosk-Pächter mit ihrem attraktiven Angebot“, zum anderen auch wegen der Wasserqualität.

Mit Fontänen rund um den Weiher setzte die Hemauer Feuerwehr Mikroorganismen ein. So sollen schädliche Stoffe zersetzt werden. - Foto: FF Stadt Hemau

Vor Kurzem gab es am Waldbad darum ein kleines „Fontänen-Spektakel“. Die Feuerwehr pumpte Wasser aus dem Weiher, vermengte es mit Mikroorganismen und spritzte es wieder zurück. Die winzigen Lebewesen sollen dazu beitragen, die Wasserqualität zu stabilisieren. „Die Mikroorganismen breiten sich jetzt im Wasser aus“, erklärt der stellvertretende Kommandant Christian Ziegaus. Die Prozedur sollte jedes Jahr wiederholt werden. „Durch die Cocktail mit den Mikroorganismen zersetzen sich die schädlichen Stoffe“, sagt Ziegaus. Unter anderem kann damit die Algenbildung reduziert werden. Wie die Stadt Hemau außerdem mitteilt, sind die Mikroben für Badegäste unbedenklich.

Wir behalten die Anliegen der Hundefans im Blick und versuchen, für alle Seiten passende Lösungen zu findenPetra Lutz (SPD), Bürgermeisterin von Hemau

Bei einem Punkt in Sachen Wasserqualität scheiden sich aber nach wie vor die Geister: Sollten Hunde nicht doch auf dem Waldbad-Gelände erlaubt werden? In den sozialen Medien jedenfalls gibt es teilweise Kritik am bestehenden Hundeverbot. Es gebe weit und breit keinen Ort, wo sich Hunde bei Hitze abkühlen können und zumindest angeleint könnten die Vierbeiner doch ins Wasser, lauten die Argumente.

Bürgermeisterin Lutz verweist auf einen Beschluss des Stadtrats und die Regelung in der Benutzungssatzung. Der Entscheidung sei eine sorgfältige Abwägung verschiedener Interessen vorausgegangen. Dennoch betont Lutz, Verständnis für beide Seiten zu haben. „Während viele Badegäste ein hundefreies Gelände schätzen, würden andere ihre Hunde gerne mitbringen. Diese unterschiedlichen Bedürfnisse lassen sich nicht immer in Einklang bringen“, sagt sie. Die Stadt will die Anliegen der Hundeliebhaber auf jeden Fall aufmerksam im Blick behalten und versuchen, für alle Seiten zufriedenstellende Lösungen zu finden.

Der Kiosk am Hemauer Waldbad:

• Öffnungszeiten: Bei schönem Wetter ist werktags ab 14 Uhr geöffnet, am Wochenende und in den Ferien ab 12 Uhr. Je nach Wetter und Besuch ist abends bis 20 Uhr offen.

• Angebot: Es gibt Kaffee, Pommes, Pizza, Brotzeiten, Cocktails und Spritz-Getränke (auch alkoholfrei), Eis, Süßigkeiten und Knabbereien. Gäste bekommen einen Pager, der klingelt, wenn das Essen abholbereit ist.