Das teuerste Tiefbau-Projekt des Landkreises Cham: Ein dicker Brocken in Oberkreith

Von Christoph Klöckner · 12. Juni 2026 um 05:00

Am Ende des Termins wollte Christian Schindler doch ein paar Meter weitergehen, um zu sehen, wo und wie hier gearbeitet und 2,4 Millionen Euro verbaut werden. Für Chams neuen Landrat ist das noch kein Alltag, Baustellen zu besichtigen, wie am Donnerstag in Oberkreith. Und die ist ein „dicker Brocken“, wie es der Tiefbau-Chef des Landratsamtes, Thomas Böhm, ausdrückte.

Denn sie ist die teuerste Baustelle im Tiefbaubereich in diesem Jahr im Landkreis. Dafür wird im Dezember eine komplett neue Straße eingeweiht. Das sei ein sportlicher Zeitplan, bemerkte Schindler dazu, zudem ein Kraftakt auch für die Anlieger.

Vertreter der Stadt mit Bürgermeisterin Riedl an der Spitze, Rainer Schwarzfischer vom Wasserzweckverband sowie die Tiefbauer des Landratsamts und Vertreter der Firma Rädlinger erläuterten Landrat Christian Schindler (2. v. li.) die Baustelle. - Foto: Christoph Klöckner

Komplette Erneuerung mit Rad- und Gehweg bringt Sicherheit

Das Projekt sei eine große Herausforderung und er hoffe, dass am Ende alles passe. Auch für die Stadt, denn die sei etwa beim Radweg auch zu 60 Prozent an den Kosten beteiligt.

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Neben der kompletten Straßen-, Kanal- und Trinkwasserleitungserneuerung werde auch ein Rückhaltebecken gebaut, wie die Stützmauern entlang der Straße Richtung Oberkreith. Was auch kommen werde, seien zwei barrierefreie Bushaltestellen, ganz oben im Dorf, wie unten bei der Firma RKT. Wie wichtig die Verbindung sei, würden die Nutzerzahlen zeigen, sagte Schindler. Gezählt worden seien hier an einem Tag 2576 Fahrzeuge, dazu 54 Lastwagen. Sie sei letztlich auch ein wichtiger Zubringer zur Bundesstraße 85.

Das unterstrich auch Bürgermeisterin Alexandra Riedl. Es sei eine wichtige Straße auch für Pösing, zudem führe sie in den Nachbarlandkreis. Zwar sei die Straße noch nicht so kaputt gewesen, doch wegen des fehlenden Rad- und Gehwegs und neuralgischen Punkten wie etwa der vielbefahrenen Abfahrt zum Industriegebiet, also aus Sicherheitsaspekten, habe sie lange beim Landkreis angeklopft, um hier einen Neubau zu erreichen.

Eine Sicherheitslücke wird hier geschlossen

Auch wenn der Bau eine Belastung für die Anwohner sei, erhalte man am Schluss einen Mehrwert für alle. Sie wünschte gutes Gelingen und gutes Wetter, so dass die Straße bis Dezember fertig werde. Dem schloss sich Schindler an und betonte, dass dies die erste Kreisstraße unter seiner Verantwortung sei, die gebaut werde, da müsse alles klappen. Er sehe den Landkreis bei der Baufirma Rädlinger aber in guten Händen.

Landrat Christian Schindler schaute sich die Baustelle nach dem Termin noch genauer an. - Foto: Christoph Klöckner

Markus Heigl, Bereichsleiter der Firma Rädlinger, betonte, dass man sich in Roding zuhause fühle – nicht weit von hier habe man zuletzt lange an der Bundesstraße 85 gebaut. „Das A und O bei solch einer Baustelle ist die Kommunikation“, betonte er. Der Polier sei hier der wichtigste Mann, um mit den Anwohnern Probleme zu klären – da sei Christian Spindler genau der richtige.

300 000 Euro für die neuen Waasserleitungen

Rainer Schwarzfischer, der für den Zweckverband zur Wasserversorgung der Mitterdorfer Gruppe sprach, betonte, dass man die Chance nutzen wolle, um die über 60 Jahre alten Leitungen zu ersetzen. Das koste den kleinen Wasserversorger-Verband zwar gut 300 000 Euro, doch damit sei man auch für Jahrzehnte hier wieder fertig.

Thomas Böhm betonte, dass man in drei Bauabschnitten vorgehe und damit den Anwohnern immer ein Weg offen bleibe. Es sei auch nicht möglich, etwas anderes als eine Vollsperrung zu machen, da der Kanal mitten in der Straße verlaufe. Zudem dauere eine Teilsperrung länger. Auch die Schulbusproblematik sei geklärt – für die Grundschüler fahre ein Kleinbus. Die Müllabfuhr dürfte auch funktionieren – hier bringe die Firma Rädlinger die Tonnen zur Leerung an einen Sammelpunkt.