Lange Sperre für breitere Straße: Ortsdurchfahrt Oberkreith bis Dezember nicht befahrbar

Am Dienstag war die Ortsdurchfahrt von Oberkreith noch befahrbar, doch das ändert sich nun: Nachdem die Baustelle eingerichtet und die weitläufigen Umleitungen eingeleitet sind, wird die viel befahrene Kreisstraße bis Dezember gesperrt. Der Grund: Sie wird breiter und auch mit einem Radweg versehen.
Zahlreiche Verbesserungen soll es für die Verkehrsteilnehmer durch die breitere Straße und den neuen Gehweg geben, informierten Vertreter von Stadt, Landratsamt, Architekturbüro und der ausführenden Baufirma Rädlinger bei einer Veranstaltung im „Naturnahen Klassenzimmer“ in Oberkreith. Mit Gesamtkosten in Höhe von etwa 2,4 Millionen Euro handle es sich um die mit Abstand größte Maßnahme im Haushalt des Tiefbauamts am Landratsamt in diesem Jahr. Es wird dabei mit Fördergeldern in Höhe von etwa 55 Prozent gerechnet.
Im Schnitt 2500 Fahrzeuge täglich
Die Kreisstraße, auf der täglich im Schnitt ungefähr 2500 Fahrzeuge unterwegs sind, wird von der Einmündung in das Industriegebiet Oberkreith bis zum Ortsende auf einer Länge von 820 Metern ausgebaut und dann 6,20 bis 6,50 Meter breit sein, etwa 30 bis 40 Zentimeter mehr als zuvor.
Bei den Firmen Koller und RKT entstehen Linksabbiege-Spuren. Neben der Straße wird ein Geh- und Radweg gebaut, der außerorts werde eine Breite von 2,50 Metern aufweist.
Lücke im Radnetz wird geschlossen
In Oberkreith wird dieser ein Gehweg, den Radfahrer benutzen dürfen. Dadurch werde eine weitere Lücke im Radwegenetz rund um Roding geschlossen, erläuterte Bürgermeisterin Alexandra Riedl.
Die Kreisstraße wird während der Bauarbeiten von der Wernher-von-Braun-Straße in Roding bis zur Ortsausfahrt von Oberkreith in Richtung Strahlfeld komplett gesperrt, die Umleitungen sind ausgeschildert und erfolgen über Neubäu am See sowie Strahlfeld. Anlieger würden aber „zu 99 Prozent“ weiter zu ihren Grundstücken fahren können, wurde betont, wichtige Termine etwa für Lieferungen könnten mit dem Team vor Ort besprochen werden. Keine Änderungen gebe es beim Schulbusverkehr, wo allerdings kleinere Fahrzeuge als sonst zum Einsatz kämen. Müll, Papier- und Biotonnen werden an Sammelpositionen aufgestellt und dort entleert.
Künftig gelbe Schilder statt grüner Ortstafeln
Gestartet wird mit dem Abschnitt vom Ortseingang aus Richtung Strahlfeld kommend bis zur Einmündung in das untere Dorf. Im Zuge der Bauarbeiten werden auch die Wasserleitungen, die aus den 1960er-Jahren stammen, erneuert. Auch werden die beiden Bushaltestellen im Ort behindertengerecht ausgebaut. Gearbeitet wird in drei Abschnitten, wobei die Tragschicht bauabschnittsweise und die Deckschicht in einem Zug aufgetragen werden sollen.
Nach dem Ausbau wird Oberkreith statt der bisherigen grünen Schilder gelbe Ortstafeln erhalten, da eine „richtige Ortsdurchfahrt“ entsteht. Dadurch gilt dann eine Höchstgeschwindigkeit von 50 statt wie bisher 60 Stundenkilometern.
Sprecher der Verkehrsgruppe Deutschland kritisiert Einschränkungen im ÖPNV
Rufbus nicht erwähnt: Das Landratsamt hat zur Straßensperrung eine Pressemitteilung herausgegeben, in der auf die betroffenen Buslinien und erstellte Baustellenfahrpläne hingewiesen wird. Ob und welche Einschränkungen für den dort verkehrenden Rufbus 901 zu beachten sind, werde aber nicht erwähnt, kritisiert Günter Schmauder, Sprecher der Verkehrsgruppe Cham des Verkehrsclubs Deutschland.
Unterschiedliche Fahrpläne im Netz: Für die Linie 230 seien auf der Internetseite der Rodinger Verkehrsbetriebe und auf der Homepage der Mobilitätszentrale unterschiedliche Baustellenfahrpläne eingestellt, so Schmauder weiter. Die Mobilitätszentrale weise für die Linie 200 darauf hin, dass die Haltestelle Oberkreith ersatzlos gestrichen werde.
Linie 230: Bei der Linie 230 werde auf den ersatzlosen Entfall der Haltestellen Wernher-von-Braun-Str., Oberkreith und Strahlfeld hingewiesen. Langwald Ortsmitte und Tannet wurden auf Linie 200 verlegt, die auch Strahlfeld enthält. Auf der Linie 230 werden im noch gültigen Fahrplan die Haltestellen Wernher-von-Braun-Str., Oberkreith, Strahlfeld, Pösing, Langwald Ortsmitte und Tannet vier Mal jeden Montag bis Freitag an Werktagen in jede Richtung bedient. Im Baufahrplan, gültig seit 26. Mai, nur noch Tannet, Langwald Ortsmitte und Strahlfeld in der angegebenen Fahrtrichtung nach Rötz ein Mal an Schultagen bedient.
Linie 200: Auf der Linie 200 gebe es nur eine Fahrt an Schultagen morgens ab Fronau, Seigen, Strahlfeld regulär und während der Sperrung zusätzlich ab Langwald Ortsmitte und Tannet Richtung Roding-Bahnhof. Mittags bedient in der Gegenrichtung Montag bis Freitag an Schultagen eine Fahrt ab Roding-Bahnhof Tannet und Langwald Ortsmitte (zusätzlich) sowie Strahlfeld (regulär) Roding, Mühlbauer-Platz. Nachmittags fährt ein Bus Montag bis Donnerstag an Schultagen regulär über Strahlfeld (jedoch während der Gültigkeit des Baufahrplans alle Unterwegshalte nur zum Aussteigen) nach Roding-Busbahnhof.
„Keine Möglichkeit, mit gewohntem Bus zu fahren“: Das bedeute für alle Nutzer der ersatzlos gestrichenen Haltestellen bis zum Jahresende keine Möglichkeit, mit dem gewohnten Bus zu fahren, beziehungsweise überhaupt den ÖPNV zu nutzen, kritisiert Schmauder. Durch die geänderte Linienführung entfielen während der gesamten Zeit auch die gewohnten Verbindungsmöglichkeiten zwischen Strahlfeld - Langwald - Tannet und Wetterfeld.