Kreisstraße von Oberkreith bis Roding lange gesperrt: Danach mehr Platz für Autos und Radler

Von Oliver Hausladen · 12. Mai 2026 um 19:00

2576 Fahrzeuge sind im Schnitt täglich auf der Kreisstraße CHA 29 zwischen Oberkreith und Roding unterwegs, für etwa neun Monate werden es bald wesentlich weniger sein: Weil es einen Ausbau gibt und zusätzlich ein Geh- und Radweg entsteht, ist eine lange Sperrung nötig.

Danach aber ist mehr Platz für Autos und Radler – und die Kreisstraße zählt dann auch als Durchfahrtsstraße von Oberkreith, gelbe Ortstafeln und Tempo 50 inklusive.

Der Landkreis Cham, die Stadt Roding und der Zweckverband Mitterdorfer Gruppe bauen die Kreisstraße CHA 29 gemeinsam von der Wernher-von-Braun-Straße bis zum Ortsausgang von Oberkreith in Richtung Strahlfeld aus. Neben der Erneuerung der Straße werden ein parallel verlaufender Geh- und Radweg entstehen und die Wasserleitungen erneuert. In einer sehr gut besuchten Informationsveranstaltung am Dienstagnachmittag im Naturnahen Klassenzimmer in Oberkreith gab es Details zu Planung, Bauablauf und der geplanten Entwässerung.

Lückenschluss im Radwegnetz

Bürgermeisterin Alexandra Riedl freute sich, dass trotz des Termins am Nachmittag so viele Besucher gekommen waren. Es waren sogar weitere Stühle sowie Biertische nötig, damit jeder einen Platz fand. Alle Experten für den Bau seien versammelt und würden Fragen beantworten, so die Rathaus-Chefin, die zunächst einen Überblick über die Maßnahme gab. Die Verbreiterung der Straße mache auch den Bau eines Geh- und Radwegs möglich, so dass ein Lückenschluss von Strahlfeld bis Roding entstehe – zumindest bis zur Eisenbahnbrücke, die ein „natürliches Hindernis“ darstelle. Auch im Bereich von Strahlfeld nach Langwald und weiter nach Pösing solle sich in Sachen Radweg noch heuer etwas tun und somit eine weitere Lücke geschlossen werden, kündigte Thomas Böhm vom Tiefbauamt am Chamer Landratsamt an.

Mit dem Ausbau der Kreisstraße werde zudem der lang gehegte Wunsch nach einer Ortsdurchfahrtsstraße erfüllt, sagte die Bürgermeisterin. Danach gilt dann zwischen den gelben Ortstafeln Tempo 50 statt wie bisher 60.

Das Interesse an der Informationsveranstaltung war sehr groß. - Foto: Oliver Hausladen

Böhm erläuterte, dass die Breite der Fahrbahn künftig zwischen 6,20 und 6,50 Metern betragen werde und somit 30 bis 40 Zentimeter mehr als bisher. Bei den Firmen Koller und RKT würden Linksabbiege-Spuren gebaut. Der Geh- und Radweg außerorts werde eine Breite von 2,50 Metern aufweisen. In Oberkreith sei dieser ein Gehweg, den Radfahrer benutzen dürfen. Dieser würde sich optisch nicht unterscheiden, erklärte Riedl, allerdings hätten Fußgänger in diesem Bereich absolute Priorität, Radler müssten deshalb entsprechend langsam unterwegs sein.

Kosten liegen bei 2,4 Millionen Euro

Ansonsten hätte es aber auch in Oberkreith einen Schutzstreifen zur Straße gebraucht, was zusätzliche Grundstücksverkäufe von Anwohnern an die Stadt nötig gemacht hätte. „Das wollten wir vermeiden“, sagte Riedl, die sich in diesem Zusammenhang bei den Anwohnern bedankte, dass diese Fragen sehr gut hätten gelöst werden können.

Die Maßnahme ist mit Kosten in Höhe von 2,4 Millionen Euro die teuerste heuer im Haushalt des Tiefbauamts, so Böhm. Es wird mit 55 Prozent an Fördergeldern gerechnet.

Es wird immer ein Ansprechparner vor Ort sein.“Alexandra Riedl

Christian Simmeth vom Architekturbüro Altmann erklärte, dass die Maßnahme in drei Bauabschnitte aufgeteilt wird. Start ist im Ort selbst, da es dort auch viele Wasserleitungen gibt. Erledigt werden die Arbeiten von der Baufirma Rädlinger aus Cham-Windischbergerdorf.

Ab dem 26. Mai wird die Kreisstraße komplett gesperrt, Anlieger würden aber „zu 99 Prozent“ weiter zu ihren Grundstücken fahren können, wurde betont. Wenn es nicht geht, werde dass frühzeitig mitgeteilt. Riedl betonte, dass „auch immer Ansprechpartner vor Ort da sein werden, um Fragen zu klären“. Abgeschlossen sein soll die Großmaßnahme vor Weihnachten.