Regensburg feiert eine Erfolgsgeschichte: Gründerzentrum wird 25 und sprüht vor Ideen

Von Marion Koller · 10. Juni 2026 um 16:42

Die TechBase am Regensburger Galgenberg feiert eine 25-jährige Erfolgsgeschichte – Sie hat mehr als 350 junge Firmen begleitet. Der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger sieht Bayern vorn bei den Start-ups

Gelöste Stimmung herrscht am Mittwoch im Gründerzentrum TechBase am Galgenberg. Förderer, Leitung, Stadt und Start-ups feiern eine 25-jährige Erfolgsgeschichte. Mehr als 350 junge Firmen sind in dieser Zeit im früheren IT-Speicher und in der TechBase großgeworden. Rund 60 Prozent davon haben sich laut Geschäftsführer Alexander Rupprecht auf dem Markt behauptet. Das lässt für einen Moment die schlechten Nachrichten über den Standort Deutschland vergessen. Rupprecht lobt den besonderen Spirit in der TechBase. „Die Menschen hier jammern nicht über Probleme, sondern sehen die Chancen.“

Das bestätigten Gründer am Rande der Veranstaltung. Nicole Göbel, Leiterin der Rechtsabteilung bei OpusDNS, findet es spannend, ein Unternehmen aufzubauen. Die TechBase biete das unterstützende Umfeld dafür. Der Domain-Händler OpusDNS ist gerade dabei, sich international aufzustellen. Bastian Graßl von Pendura, einer Ausgründung der OTH und Universität, sagt, das Büro in der TechBase sei ein Gamechanger gewesen, um Kunden zu empfangen und die richtigen Leute zu treffen. Pendura entwickelt KI-Sprachassistenten für Mittelständler.

Eine digitale Therapie für Kinder mit ADHS

Benedikt Bäuml von 2Lock bezeichnet die Gründung im Wohnzimmer rückblickend als falsch, weil Beratung fehlte. „Da war dann das Ökosystem TechBase Gold wert.“ 2Lock integriert das Fahrradschloss ins E-Bike und sorgt für höchste Sicherheit. Brainjo wiederum entwickelt eine digitale Therapie für Kinder mit ADHS. Gründer Markus Wensauer sagt: „Man bekommt in der TechBase Antworten auf viele Fragen.“

Wir haben im Wohnzimmer gegründet. Das war falsch, weil ältere Start-ups und Mentoren fehlten. Da war dann das Ökosystem TechBase Gold wert.Benedikt Bäuml, Geschäftsführer 2Lock

Alle haben gespannt auf den bayerischen Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger gewartet. Beim Fototermin sagt Alt-OB Hans Schaidinger zu ihm: „Der Herr Daminger und ich haben in den letzten Jahrzehnten vieles richtig gemacht.“ Der frühere OB und sein Wirtschaftsreferent Dieter Daminger sind die treibende Kraft bei der Ansiedlung von Gründer- und Technologiezentren gewesen.

TechBase-Förderer und Leitung mit Minister Hubert Aiwanger (M.): Stadtwerk-Chef Manfred Koller, der frühere Referent Dieter Daminger, Alt-OB Hans Schaidinger, TechBase-Geschäftsführer Alexander Rupprecht, OB Thomas Burger, Chef-Wirtschaftsförderer Toni Lautenschläger und Herbert Vogler, einstiger Leiter des IT-Speichers (v. l.) - Foto: Tino Lex

„Junge Leute, die Firmen gründen, sichern den künftigen Wohlstand“, betont Hubert Aiwanger. Der Erfolg der TechBase zeige, wie wichtig Gründerzentren für Start-ups seien. Gerade wenn die jungen Leute mit ihrer Idee noch ganz am Anfang stünden, fänden sie dort Unterstützung – Räume, Beratung, Netzwerke und den Kontakt zu anderen Start-ups. In Regensburg und dem Umland sind laut Aiwanger 104 Start-ups tätig. Der Raum sei damit das viertgrößte „Start-up-Ökosystem“ in Bayern. In absoluten Zahlen liegt Regensburg auf Platz 31 aller deutschen Städte, pro Kopf sogar auf Platz 19. Bayern ist bundesweiter Spitzenreiter bei Gründungen.

Wir schätzen dieses dynamische Umfeld in der TechBase. Wenn Sie eine Domain benötigen, können Sie zu uns kommen.Nicole Göbel, Prokuristin OpusDNS

„Mit 785 Neugründungen im Vorjahr, über 4000 Start-ups und einem Finanzierungsvolumen von 3,3 Milliarden Euro liegt der Freistaat auf Platz eins.“ Der Wirtschaftsminister betrachtet die Start-ups als „die Mittelständler der Zukunft, die unseren Wirtschaftsstandort auch morgen erfolgreich machen“. Sie wandelten Innovationen schnell in Geschäftsmodelle um. Leider gehe ihnen in der Wachstumsphase oft das Geld aus, weil zu wenige Menschen in Gründer investieren. „Die USA freuen sich.“

Mit der Initiative „Gründerland Bayern“ stärkt das Wirtschaftsministeriums den Standort. Sie vernetzt über 350 Partner aus dem Freistaat – Gründerzentren, Hochschulen, Kammern, Financiers und Wirtschaftsförderer. Aiwanger schließt mit den Worten: „Bitte sagt, wenn politische Hilfe nötig ist, aber geht zuerst zum OB.“ Oberbürgermeister Dr. Thomas Burger spricht von der TechBase als Leuchtturm der Regensburger Wirtschaftspolitik. „Im Mittelpunkt stand immer die Innovationsförderung.“ Wer wettbewerbsfähig bleiben wolle, müsse Start-ups fördern. Das Credo von Burger, der aus der Industrie kommt: „Innovation entsteht dort, wo Hochschule, Start-up und Wirtschaft zusammenarbeiten.“

Nah an den Netzwerken zu KI und Cybersicherheit

Alexander Rupprecht bedauert, dass die Innovationskraft abnimmt. Er verweist auf eine Studie der Bertelsmann-Stiftung dazu. Auf die TechBase trifft das nicht zu. Dort heiße es nicht „ja, aber“, sondern „warum nicht?“. Aktuell arbeiten am Galgenberg 85 Start-ups. Das Besondere neben dem Spirit? Die Regensburger Netzwerke zu Künstlicher Intelligenz, Digitalisierung, E-Mobilität, grüner Energie und IT-Sicherheit mit Hochschulen und Firmen.