MTV-Pläne für Kulturzentrum in Nittenau: Schnelle Lösung ist nicht in Sicht

Eine Bühne für Nittenau: Das ist der große Wunsch des Musik- und Tanzfördervereins. Wird aus einer alten Turnhalle demnächst tatsächlich ein Kultur- und Veranstaltungszentrum? Klar ist: Mehrere Vereine müssten mitspielen. Bei der Stadt sieht man die Idee kritisch.
Im Frühjahr hatte Werner Götzer, Vorsitzender des Musik - und Tanzfördervereins (MTV), seine Vision bei einer Infoveranstaltung in Muckenbach öffentlich vorgestellt. Man plane die Gründung einer gemeinnützigen GmbH für Kultur und Veranstaltungen. Gelingen könne dies mit dem Erwerb und Umbau der alten Turnhalle auf dem Gelände des TSV Nittenau an der Fischbacher Straße.
Zu diesem Vorhaben gab es bereits Gespräche im Rathaus sowie mit Vertretern anderer Vereine. Zudem habe er Fachleute befragt und bereits erste Planunterlagen für einen möglichen Umbau der Turnhalle erstellen lassen, erklärte Götzer. Am Ende der Infoveranstaltung vereinbarten die anwesenden Vereinsvertreter, Rücksprache mit ihren Vorstandskollegen zu halten bzw. das Thema bei den anstehenden Mitgliederversammlungen zu behandeln.
Nittenaus Bürgermeister hat Zweifel am Vorhaben
Seitdem hofft Götzer auf positive Nachrichten. „Wir hängen in der Luft und sind gezwungen abzuwarten und zu schauen, wie die anderen reagieren. Das ist traurig, aber es ist eben so“, sagt er. Ein positives Signal von der Stadt, die Eigentümerin der alten Halle ist, habe er noch nicht erhalten. Bürgermeister Benjamin Boml (FW) begründet das mit Zweifeln, die er am Vorhaben hege. „Mir fehlt tatsächlich das Finanzierungskonzept dahinter“, sagt er. Götzer habe ihm bislang nicht genau erklärt, wie es aussehen solle. „Ich gehe deshalb davon aus, dass das hinfällig ist“, so Boml.
Ich sehe es extrem kritisch, wenn wir ein Kulturzentrum umsetzen – aber der TSV mit seinen Abteilungen müsste schauen, wo er bleibt. Das ist kein Weg, den ich mitgehen könnte.Benjamin Boml, Nittenaus Bürgermeister
Vom TSV Nittenau habe er das deutliche Signal erhalten, dass dieser bereit sei, die Halle zu übernehmen. „Wir werden uns jetzt darüber machen zu erarbeiten, wie das aussehen könnte“, sagt der Rathauschef. Da sich die Halle am TSV-Gelände befinde und der Verein derzeit der Hauptnutzer sei, sei es sinnvoll, dass dieser seinen gewohnten Betrieb auch weiterführen könne. „Für mich ist es keine Lösung, dass ich einem Verein Räume wegnehme, damit der andere sie hat. Ich sehe es extrem kritisch, wenn wir ein Kulturzentrum umsetzen – aber der TSV mit seinen Abteilungen müsste schauen, wo er bleibt. Das ist kein Weg, den ich mitgehen könnte “, lautet Bomls Fazit.
TSV Nittenau wartet auf Vertragsentwurf der Stadt
Beim TSV selbst ist noch keine finale Entscheidung gefallen, wie es mit der Halle weitergehen soll. Man habe kürzlich eine Ausschussitzung abgehalten und in dieser Runde beschlossen, mit der Stadt den Weg der Übernahme der Halle weiterzugehen. Nun warte man auf den Vertragsentwurf aus dem Rathaus. Doch die endgültige Entscheidung liege bei der Mitgliederversammlung, die für November angesetzt sei. Hier könne man dann auch darüber sprechen, ob ein gemeinsamer Weg mit dem MTV gewünscht werde oder nicht.

Grundsätzlich sei er nicht gegen eine Kooperation mit dem MTV. „Mir fehlt da ein wenig die Fantasie, bin aber offen und lasse mich gern überraschen“, sagt Hasenbach. Derzeit seien von Seiten des TSV die Sparten Tischtennis, Taekwondo und Coronarsport in der alten Halle aktiv. Auch Rehasport finde hier statt, zudem seien die Allotria mit Proben und auch der MTV mit Kursen im Gebäude vertreten. Tischtennis sei im Fall eines Umbaus der Halle in ein Veranstaltungszentrum aus Platzgründen dann wohl nicht mehr möglich, vermutet Hasenbach.
Feste Räume für Proben und Aufführungen sind wichtig
Deutlich positiver ist derweil der Trend beim Theater- und Festspielverein. „Wir haben sehr großes Interesse daran, dass wir so etwas auf die Beine stellen. Ein Schauspielhaus wäre unser großes Anliegen“, sagt Vorsitzender Albert Meierhofer. Denn dann könne man ganz anders agieren als bisher. Eine feste Unterkunft, egal ob im Sommer oder im Winter, sei sowohl für die Probenarbeit als auch für Aufführungen wichtig.
Nittenau sei groß genug für eine eigene Bühne, ist Meierhofer überzeugt. Wenn man in die Umgebung schaue, habe jede kleine Gemeinde eine Theaterbühne. „Nur wir in Nittenau haben gar nichts“, sagt der Vorsitzende des Festspielvereins. Glücklicherweise sei es wenigstens bei Freilichtstücken immer einfacher, einen Platz für die Aufführung zu finden – so wie heuer für die acht Aufführungen des Stoapfälzer Sommernachtstraums auf der Turnerwiese in Nittenau. Gespielt wird im Zeitraum vom 24. Juli bis 8. August.
Aus Meierhofers Sicht wäre der Umbau der TSV-Halle ein guter Weg. Man sei aber auch anderen Möglichkeiten gegenüber aufgeschlossen und halte auch einen Neubau für eine Option. „Wir wollen das genauso gern umsetzen wie der MTV“, betont Meierhofer. Auch Götzer will seine Vision nicht so einfach aufgeben, sollte die Idee vom Umbau der TSV-Halle nicht funktionieren. Für diesen Fall habe er noch einen Plan B, versichert er.
„Susi Raith und die Spießer“ spielen auf der kleinen Bühne in Nittenau
Der MTV Nittenau organisiert wieder eine Veranstaltung unter dem Motto „Die kleine Bühne“: Am Sonntag, 9. August, treten in der Remise in der Gerichtsstraße 11 hinter dem Rathaus Susi Raith und die Spießer auf und sorgen für „Wilde Zeiten“. Zwischen den Songs erzählen sie persönliche, humorvolle Geschichten aus dem Musikerleben. Karten gibt es bei okticket.de
Seit 2020 ist Susi Raith, bekannt als eine Hälfte der Raith-Schwestern, mit drei Multiinstrumentalisten unterwegs. Einer davon ist ihr Mann Jochen Goricnik, der auch als Gitarrist mit Hannes Ringlstetter tourt.