Ehrenamtlicher kritisiert: Gartenschaugelände Furth im Wald verkommt

Von Alexander Frimberger · 10. Juni 2026 um 17:00

Das Landesgartenschaugelände soll das Wohlfühlareal für alle Further sein. Doch es verkommt zusehends, sagt Siegfried Ehrnböck. Sandro Bauer, Bürgermeister von Furth im Wald (Landkreis Cham), sieht das Problem und sagt, es liege an den Wetterverhältnissen im Moment und dass jetzt nach und nach alles abgearbeitet werde.

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SPD-Urgestein und langjähriger Stadtrat Ehrnböck war einer derjenigen, der die Landesgartenschau von Anfang an mit angeschoben hat. Auch als Ehrenamtler hat er sich vor während und nach dem Sommermärchen massiv für das Projekt engagiert.

Um so mehr frustriert ihn, was er in den vergangenen Tagen dort zu sehen bekam. Auf Facebook macht er seinem Unmut Luft. Wörtlich schreibt er: „Es war zu befürchten: Das Gartenschaugelände verkommt zusehends. Reiter und Rösser auf den Wegen (die auch noch Haufen hinterlassen, Anm. der Redaktion), die mehr und mehr verschmutzen, Teile des Geländes wuchern zu. Ebenso die Pastritz in der Lorenz-Zierl-Straße. Die Beete in den Chambauen geben ein erbärmliches Bild ab.“ Das war deutlich.

Frechheit: Reiter auf dem Brückenring

Was er mit der Aussage, dass zu befürchten war, was gerade passiert, meint, hat er auf Nachfrage erklärt. „Weil die Stadt gar nicht die Kapazitäten hat, das große Gelände zu pflegen.“ Das habe sich abgezeichnet, weil bisher nichts passiert sei. „Ich habe mich erbarmt und den Weingarten, der am Fuß des Brückenrings entstanden ist, zweimal gemäht.“ Die Reben, die dort im Zuge der deutsch-österreichischen Freundschaft und Städtepartnerschaft mit Furth bei Göttweig gepflanzt wurden, seien komplett zugewuchert.

Apropos Brückenring: Dort wachse alles zu. Ehrnböck hält es darüber hinaus für eine absolute Frechheit, dass dort Reiter unterwegs sind und deren Pferde auch noch auf den Weg äpfeln. „Was denken sich diese Leute eigentlich?“, fragt er sich.

Ein weiterer Kritikpunkt: Man habe ja ein ehrenamtliches Team, zu dem er auch gehört. Das soll sich um das Gelände kümmern. Doch da sei noch nichts passiert. Er denkt, seine offenen Worte könnten Wirkung gezeigt haben, „am Donnerstag soll es ein Treffen mit Verantwortlichen der Stadt und Ehrenamtlichen geben.“ Er sei auch in Zukunft gerne bereit, seinen Beitrag zu leisten, aber die Ehrenamtlichen könnten nicht die Aufgaben der Stadt übernehmen. Wichtig ist in seinen Augen auch, dass die Pflege nicht einmal in einer großangelegten Aktion stattfindet, sondern es einen konkreten Plan gibt, wie das kontinuierlich gemacht werden soll. Das müsse schnell geschehen, weil bald sei wieder Drachenstich, da rücke alles andere in den Hintergrund.

Bürgermeister Sandro Bauer sieht das Problem nicht nur auf dem Gartenschaugelände, sondern an allen Ecken und Enden der Stadt Furth im Wald. Es habe geregnet, es war heiß, alles Grün schieße im Moment wie verrückt in die Höhe.

Das werde jetzt in den kommenden zwei Wochen nach und nach abgearbeitet. „Dann ist wieder alles 1A in Schuss.“ Im übrigen hätten Freizeitanlagen nicht oberste Priorität. Nach den Unwettern müsse erst in der Stadt auf den Straßen und Wegen für Ordnung gesorgt werden.

Pferdemist auf der Brücke. - Foto: Siegfried Ehrnböck

Unwetter verursachen viel Arbeit

Auch beim Landratsamt, das für Naturdenkmäler verantwortlich ist, komme man nicht mehr hinterher. Es gebe schon Anfragen an die Kommunen, ob sie dort nach dem Rechten sehen könnten. Bauer räumt ein, während es für die Ehrenamts-Abteilung „Grüner Daumen“ schon Pläne gebe, müssen diese für die Gruppe „Pflege“ erst noch erarbeitet werden. Das werde jetzt in Angriff genommen. Auf dem Bauhof werde gerade eine Werkzeugstation für die Ehrenamtlichen eingerichtet und er bestätigt ein gemeinsames Treffen.

Zum Thema Pferdemist hat der Further Rathauschef auch eine klare Meinung: „Das geht gar nicht.“ Man werde über ein Reitverbot in einigen Bereichen nachdenken müssen.

Hier wurde lange nicht gemäht. - Foto: Siegfried Ehrnböck

Viel Zustimmung für Siegfried Ehrnböck im Netz – aber nicht nur

Siegfried Ehrnböck hat in der Facebook-Gruppe „Du bist ein echter Further, wenn...“ seinem Ärger Luft gemacht und dafür zwar nicht nur, aber überwiegend Zuspruch gefunden.

So schreibt ein User mit Blick auf Pferdemist: „Es kann doch nicht sein, dass die da drüber reiten und alles voll...“ Eine Userin sieht die Stadt in der Pflicht, da laut der Bayerischen Gemeindeordnung öffentliche Grünanlagen Einrichtungen der Gemeinde darstellen. Für Unterhalt, Pflege und Verkehrssicherung sei die Stadt verantwortlich.

Weiter schreibt sie: „Vor diesem Hintergrund wäre eine öffentliche Darstellung des Pflege- und Entwicklungskonzeptes für das Landesgartenschaugelände durch die Stadtverwaltung sicherlich geeignet, bestehende Fragen und Kritikpunkte der Bürger nachvollziehbar zu beantworten.“

Ein weiterer Kommentar: „Schon vor der Eröffnung der Gartenschau (...) hab ich bezweifelt, ob die wunderbaren neuen Flecken (...) von unseren Stadtgärtnern gepflegt werden können. Alleine die Hoferinsel erfordert schon großen Aufwand.“

Widerspruch kommt von dieser Userin: „Ich kann ehrlich gesagt nicht nachvollziehen, warum jetzt alles schlecht geredet wird.“ Ansonsten seien Sturm und Niederschläge am derzeitigen Erscheinungsbild schuld. „Wir und so viele andere, die man beim Spazierengehen trifft, erfreuen sich täglich an dem tollen Gelände.“