Neue Stadträte der Freien Wähler Furth im Wald für mehr Gewerbe und Wohnungsbau

Theresa Silberhorn und Simon Fischer sind im Stadtratsgremium die beiden neuen Gesichter der Freien Wähler (FW). Was sie antreibt und wie es ist, neben FW Stadtrats-Urgestein Oskar Mühlbauer zu sitzen, haben sie im Gespräch erläutert.
Noch sei außer der konstituierenden Sitzung nicht viel passiert, sagt Fischer. Man wisse jetzt aber, wie so etwas abläuft. Im Juni bietet die Stadt einen Crashkurs für die Neuen an. Begrifflichkeiten und Abläufe werden erklärt.
Froh über die Erfahrung des Parteikollegen
So funktioniere die Buchhaltung in einer Stadtverwaltung völlig anders, als man das aus dem Berufsleben kenne, sagt Fischer, der Betriebsleiter bei der Rädlinger Maschinen- und Stahlbau GmbH ist. Er und auch seine Kollegin Silberhorn sind in diesem Zusammenhang froh, dass mit Mühlbauer ein erfahrener Mann mit ihnen am Tisch sitzt . „Alleine würden wir uns sehr, sehr schwer tun, mit Oskar, das tut gut“, sagen beide unisono.
Natürlich freuen sich beide auch auf die kommenden sechs Jahre, auch über die Zusammenarbeit mit den anderen Kollegen. Parteiübergreifend sind ja viele junge Leute in das Gremium gewählt worden. Man kenne sich aus dem gesellschaftlichen Leben, erzählt Fischer und ergänzt: „Schließlich sind es ja doch immer die gleichen Personen, die sich engagieren.“ Die Freundschaft mit Parteikollegin und Unternehmerin Silberhorn geht sogar bis in die Kindheit zurück. Gemeinsam hat man in der zweiten Klasse Schulter an Schulter die Schulbank gedrückt.
Silberhorn sagt, sie ist ebenfalls noch dabei, Hintergrundwissen zu sammeln und sich einzuarbeiten. Als Unternehmerin und Vermieterin liegt ihr vor allem die Wirtschaft am Herzen. „Es tut weh, wenn in der Stadt jedes zweite Geschäft leer steht.“ Zusammen mit ihrem Mann hat sie gerade ein Haus in der Lorenz-Zierl-Straße gekauft. Hauptsächlich in Eigenregie wird es saniert. Zwei Wohnungen entstehen und im Erdgeschoss soll möglicherweise wieder ein Lokal eröffnet werden.
Der Bedarf ist laut Silberhorn da. Die Wohnungen seien noch gar nicht fertig, schon bekommt sie ständig Anfragen, weil sich Leute einmieten wollen. Nicht die erste Immobilie, die durch die Hände der Familie Silberhorn geht. Daher habe man auch viel Erfahrung, wisse, welche Fördermittel es gibt. Die seien nicht unerheblich, wenn man als Beispiel das Fassadenprogramm der Stadt Furth im Wald oder Mittel von der KfW-Bank nehme. Das Problem sei dabei, dass man bei der Verwaltung durchaus kompetente Antworten bekommen würde, viele aber gar nichts davon wissen und auch nicht nachfragen. Einen Kümmerer oder Ansprechpartner wünschen sich die beiden FW-Neustadträte. „Man muss es publik machen, dass es das gibt“, so Fischer. Im Internet, ein Button auf der Homepage, mittels Flyern: Alles was Öffentlichkeit schafft, sei gut.
Auch mit Blick auf Gewerbetreibende müsse etwas getan werden. Die Idee einer Datenbank mit gesuchten Unternehmen und Geschäften finden beide gut. „Man muss heute aktiv um Mieter werben“, so Silberhorn. Es sei nicht mehr die Zeit, in der die Leute Schlange gestanden haben, um ein Geschäft zu übernehmen
Fischer möchte den Blick für Unternehmer schärfen, die sich in Furth im Wald niederlassen wollen. Ein Schreiner, der in der Drachenstadt nichts bekommen hat, ist nach Arnschwang gezogen. „Ich finde es schade, dass die Stadt da nicht hinterher ist und nicht wenigstens den Vermittler spielt.“ Flächen gebe es genug, aber oft entstehe keine Einigung, ergänzt Silberhorn. Da zu vermitteln, sei Aufgabe der Stadt. Das sieht auch sie so. Fischer: „Es ist in den letzten Jahren häufiger geschehen, dass Firmen abwandern, weil wir uns nicht gekümmert haben“, so Fischer.
Nicht nur auf den Tourismus fokussieren
Jeder Abgang tue weh. So werde das noch Jahre nach dem Flabeg-Aus zu spüren sein. Zum Beispiel, wenn das Abwasser für die Bürger teurer werde, weil der Großverbrauch des Unternehmens fehle. Fischer: „Wir dürfen uns nicht nur auf den Tourismus fokussieren, wir brauchen einige große oder viele kleine Firmen. Genügend Gewerbeflächen haben wir.“ Man müsse den Punkt der Auslastung wie in Arnschwang erreichen, dass die Firmen von selber kommen.
Beide freuen sich auf die kommenden sechs Jahre und wollen eigene Akzente setzen. „Ich möchte das eine oder andere Thema droppen“, sagt Fischer. Da ist es ihm letztlich auch egal, ob sich irgendwann eine andere Gruppierung die Idee auf die Fahne schreibt.
