Hitze in Regensburg: Darf man eigentlich in Brunnen baden? Verordnung gibt klare Antwort

Von Philip Hell · 9. Juni 2026 um 17:00

Zugegeben: Diese Woche drängt sich die Frage, ob man in den Brunnen in Regensburg baden darf, oder nicht, nur bedingt auf. Sie stellt sich allerdings trotzdem, nachdem Oberbürgermeister Thomas Burger genau das unlängst angedeutet hatte. Eine Nachfrage bei der Stadt zeigt: Ganz so einfach ist das nicht – aber bald könnte Bewegung in die Sache kommen.

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Der OB hatte unlängst im Gespräch mit einem Radiosender gesagt, dass er davon ausgehe, dass es erlaubt sei, in den Brunnen zu baden. Gegenüber der MZ betonte das Stadtoberhaupt nun, dass es sich bei der Bemerkung eher um eine Humoreske gehandelt habe. Apropos Humor: Bei solch strittigen Fragen empfiehlt sich in der Bundesrepublik meist ein Blick in die entsprechende Vorschrift – in diesem Fall die Satzung für die Benutzung der öffentlichen Grünanlagen und Spielanlagen der Stadt Regensburg (Grünanlagensatzung – GrünanlS) vom 25. Juli 2019. Genauer gesagt in Paragraf 3, Ziffer 6, Satz 8. Dort steht: In den Grünanlagen und Spielanlagen ist den Benutzern untersagt, in Weihern, Teichen und Springbrunnen zu baden.

Nun steht allerdings nicht jeder Brunnen in Regensburg in einer Grünanlage – am Neupfarrplatz oder am Haidplatz ist das beispielsweise unstrittigerweise nicht der Fall. Darf man deshalb dort baden, sofern man es überhaupt in das Brunnenbecken schafft? Stadtsprecherin Juliane von Roenne-Styra sagt: nein. Bei den Brunnen handele es sich um Baudenkmäler. „Die sind tabu.“ Na gut. Aber der am Bismarckplatz? Dort sei das Baden auch nicht erlaubt, sagt von Roenne-Styra. Unter anderem deshalb, weil es sich um einen sogenannten Umlaufbrunnen handelt und die Wasserqualität unter dem Baden leide.

Baden in Brunnen ist verboten – aber: Es gibt viele schöne Stellen zum Schwimmen in Regensburg

Zugleich betont die Stadtsprecherin, dass die Ordnungshüter sensibel mit dem Thema umzugehen. Es müsse keiner, der mal einen kleinen Zeh in einen der beiden Bismarckplatzbrunnen hält, damit rechnen, dass sofort das Ordnungsamt um die Ecke schießt. Es seien keine Fälle bekannt, in denen das Amt tätig geworden sei, sagt von Roenne-Styra und macht zugleich deutlich: „Wir haben viele schöne Badestellen in Regensburg, zum Beispiel an der Donau oder in öffentlichen Badeanstalten. Da ist man richtig.“

So ganz will sich Oberbürgermeister Thomas Burger nicht von der Idee der Bade-Brunnen verabschieden, wie er im Gespräch mit der MZ andeutet. Man überlege derzeit, zu prüfen, ob es in Bezug auf ein oder zwei öffentliche Brunnen nicht doch möglich wäre, das strikte Badeverbot aufzuheben. Gerade mit Blick auf Hitzeschutzmaßnahmen erscheine das sinnvoll.

Eine Stimme dürfte Burger dabei gewiss sein: Künstler-Stadtrat Jakob Friedl (Ribisl-Partie) machte einst im Rahmen einer Kunstaktion mit einem Bad in einem Brunnen Schlagzeilen. Erlaubt war das ganz sicher nicht – er war dabei nämlich nackt.