Geister-Roller in Regensburg: Warum das Moped in Stadtamhof seit Monaten stehen bleibt

Von Philip Hell · 7. Juni 2026 um 05:00

Der ewige Trend-Stadtteil Stadtamhof in Regensburg wird gerne als Spitalien verballhornt – daher ist es durchaus passend, dass ausgerechnet hier seit geraumer Zeit ein Geister-Roller herumsteht.

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Gut, bei dem Gefährt handelt es sich nicht um eine Vespa, sondern um das Modell CityLeader der Marke Alpha Motors, das gibt Abzüge in der B-Note in Sachen Dolce Vita. Seit Monaten steht der Roller unberührt am Walhallabockerl – und fiel damit irgendwann auch Beamten der Polizeiinspektion Regensburg Nord auf, deren Dienststelle sich nur wenige Schritte entfernt befindet. Das bestätigt ein Sprecher der Beamten. Für die Entfernung sei man allerdings nicht zuständig, sagt er weiter – und verweist auf die Stadt Regensburg.

Auch dort weiß man nicht genau, wie lange der Roller eigentlich schon dort steht, teilt Sprecherin Juliane von Roenne-Styra mit. Aber: „Die Meldung der Polizei erreichte das Umweltamt am 22. März 2026.“

Ein Roller ist kein Auto – die Regensburger Bürokratie macht da trotzdem keinen Unterschied

Heißt: Der Roller steht dort schon seit knapp drei Monaten. Nun ist so ein Moped kein Auto. Als Laie könnte man auf den Gedanken kommen, dass es daher ein klein wenig leichter – und damit schneller – zu entfernen sein dürfte. Dem ist allerdings nicht so – denn auch in Spitalien gilt nach wie vor die deutsche Bürokratie. „Der Roller kann nicht kurzfristiger entfernt werden, da zunächst die gesetzlich vorgeschriebenen Fristen und Verfahrensschritte eingehalten werden müssen“, stellt Stadtsprecherin von Roenne-Styra klar. Hierzu gehörten insbesondere die Halterermittlung, die Benachrichtigung des Eigentümers sowie die Einräumung einer angemessenen Frist zur freiwilligen Entfernung, teilt sie weiter mit. „Erst nach Abschluss dieser Maßnahmen kann die ordnungsbehördliche Entfernung veranlasst werden.“

Und wann wird das sein? „Aufgrund der erforderlichen Bearbeitungs- und Vorlaufzeiten ist eine Entfernung voraussichtlich frühestens Mitte Juli möglich.“

Es kommt einem eine italienische Lebensweisheit in den Sinn: tutto passa; alles geht vorbei – auch die Zeit eines Geister-Rollers in Spitalien.