Erstes Schwandorfer Volksfest-Wochenende vorbei: Mehr Besucher als in Vorjahren

Von Jan Lange · 7. Juni 2026 um 19:00

Mit Spannung wurde am Wochenende auf Schwandorfs Volksfest geschaut: Gelingt dem neuen Festwirt Bastian Schuhmann ein erfolgreicher Start? Nach den ersten Festtagen kann das durchaus bejaht werden. Doch es gibt auch noch Potenzial nach oben.

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Das Volksfest war am Freitag nach Einschätzung von Besuchern besser angelaufen als in den Vorjahren. Das lag vor allem auch wieder an der Rabattaktion der Schausteller. Die Fahrgeschäfte konnten zwischen 16 und 17 Uhr für 1,50 Euro genutzt werden. Vor dem Power-Dancer – besser bekannt als Breakdancer – oder dem Autoscooter bildeten sich in der Aktionsstunde längere Schlangen.

OB und Ehrengäste saßen mitten unter den Besuchern

Auch im Festzelt samt Biergarten waren am Freitagabend mehr Plätze besetzt als bei den vorherigen Volksfesten. Kaum ein freier Platz zu bekommen, war dann am Samstag bei der offiziellen Eröffnung samt Bieranstich. Das war nicht ungewöhnlich, denn zuvor fand der Festzug statt, dessen Teilnehmer sich anschließend im großen Bierzelt sammelten.

Die Bierbänke waren so gut gefüllt, dass sogar Oberbürgermeister Andreas Feller (BLS) Probleme hatte, einen freien Platz zu finden. In den Vorjahren hatte es immer Extra-Boxen für die Ehrengäste gegeben, die heuer aufgrund des vergrößerten Biergartens weggefallen waren. Kein Problem für Feller und Co.: Für den Rathauschef und die Ehrengäste waren stattdessen mitten zwischen den anderen Besuchern Plätze reserviert.

Die Ehrengäste stießen zusammen mit Oberbürgermeister Andreas Feller (7. v. l.) am Samstagabend auf ein schönes Volksfest in Schwandorf an. - Foto: Dietmar Zwick

Da er in seiner bisher zwölfjährigen Amtszeit schon viele Bieranstiche absolviert hatte, überließ OB Feller den Akt den Gästen aus den Partnerstädten: Virginie Brouillac, stellvertretende Bürgermeisterin von Libourne (Frankreich), Jan Picka, Vize-Bürgermeister von Sokolov (Tschechien), und Michael Pascolini, Stadtrat in Gualdo Tadino (Italien). Den Fassanstich meisterten sie – trotz der ungewohnten Aufgabe – relativ souverän. So konnte der OB nach wenigen Sekunden verkünden: „Ozapft is!“

Bieranstich war prominenter besetzt als sonst

Der Bieranstich war heuer prominenter besetzt als in der Vergangenheit. Neben dem Rathauschef und den Vertretern der Partnerstädte waren auch die zwei OB-Stellvertreter Matthias Kuhn (SPD) und Peter von Sitt (UW) anwesend, ferner die Parlamentarische Staatssekretärin Martina Englhardt-Kopf (CSU) sowie ihre Bundestagskollegin Tina Winklmann (Grüne), MdL Alexander Flierl (CSU), Vize-Landrat Richard Tischler (FW) und der frühere Vize-Landrat Jakob Scharf (CSU) sowie die Bürgermeister der Nachbargemeinden Wackersdorf und Steinberg am See, Thomas Falter und Christian Meßmann (beide CSU). Danach feierten sie bei einer Brotzeit weiter.

Die Stoasberger Lumpen heizten den Gästen im Festzelt ordentlich ein – auch mit dem Kulthit „Skandal im Sperrbezirk“. - Foto: Jan Lange
Der Kirwaverein Drei Brücken aus Ettmannsdorf war durch sein großes, gelbes Schild schnell zu erkennen. - Foto: Jan Lange
Die Neukirchner Blaskapelle spielte nach dem Festzug auch im Zelt kurz auf. - Foto: Jan Lange
Mitten zwischen den Vereinen und anderen Besuchern hatten der OB und die Ehrengäste Platz genommen. - Foto: Jan Lange
Am Freitagabend war es direkt vor der Bühne schon deutlich leerer. - Foto: Jan Lange

Die Gastschüler aus Italien ließen sich nicht lange bitten, stiegen auf die Bierbänke und sangen ausgelassen bei den Songs der Stoasberger Lumpen mit. Die hatten es sich nach dem jüngsten Eklat um die Erlanger Bergkirchweih nicht nehmen lassen und den Kulthit der Spider Murphy Gang „Skandal im Sperrbezirk“ angestimmt. Nicht nur bei diesem Song waren auch andere Gäste auf die Bänke gestiegen und machten begeistert mit – ein Bild, das es in den Vorjahren beim Schwandorfer Volksfest so kaum zu sehen gab.

Während die Stoasberger Lumpen am Samstagabend die Stimmung im Festzelt ordentlich anheizten, hatte es die Blasmusik Bubach am Samstagmittag deutlich schwerer. Die Blasmusiker spielten vor einem leeren Zelt. In den vergangenen Jahren gab es immer wieder den Wunsch, Schwandorfer Kapellen stärker mit ins Volksfest-Programm einzubinden. Nach zahlreichen Absagen hatten dem neuen Festwirt Bastian Schuhmann immerhin die Blasmusik Bubach und die Neukirchner Blaskapelle zugesagt.

Leckeren Fisch gab es von Michael Gradl (l.) und seinen Mitarbeitern. - Foto: Jan Lange
Die riesigen Wasserbälle waren eine Attraktion vor allem bei den jüngeren Besuchern. - Foto: Jan Lange
Die Fahrgeschäfte konnten am Freitagnachmittag für 1,50 Euro genutzt werden. Die Aktion kam gut an. - Foto: Jan Lange
Auch die Sitze im Kettenkarussell waren in der Aktionsstunde gut gefüllt. - Foto: Jan Lange
Vor dem Power-Dancer bildeten sich am Freitag zeitweise Schlangen. Nach zwei Jahren Pause ist das Fahrgeschäft, das auch als Breakdance bekannt ist, wieder beim Schwandorfer Volksfest dabei. - Foto: Jan Lange
Auch der Autoscooter darf beim Volksfest nicht fehlen. - Foto: Jan Lange
Zum ersten Mal in Schwandorf: das Spaßstadl - Foto: Jan Lange
Eine Schau war am Freitagabend das Feuerwerk. - Foto: Dietmar Zwick

Aber deren Auftritte müssen angenommen werden. Ähnlich äußerte sich OB Feller in Bezug auf den Verzicht von Ruhetagen. Die Pause in den Vorjahren sei „nicht durch irgendwas entstanden“, so Feller, sondern weil die Schwandorfer nicht mehr aufs Fest gegangen seien. Deshalb appellierte er: „Leute, geht aufs Volksfest – es ist Euer Volksfest.“ Nur wenn die Bürger kommen würden, könne man es weiterhin so aufrecht erhalten wie man es heuer tue, meinte der OB.

In den ersten drei Tagen sind die Schwandorfer schon zahlreicher auf den Festplatz geströmt als in den Vorjahren. Das konnte auch der Schwandorfer Pfarrer Christian Kalis beim ökumenischen Gottesdienst am Sonntag feststellen. So fand der OB auch: „Das Volksfest lässt sich gut an.“ Er sei guter Dinge, dass es „ein schönes und freudiges Fest“ werde. In den kommenden Tagen werde für alle Generationen etwas geboten, zeigte sich Feller überzeugt.

Eine positive Bilanz vom ersten Volksfest-Wochenende zog auch Schwandorfs BRK-Bereichsleiter Niko Nesner. Es sei relativ ruhig verlaufen. Am Freitag und Samstag hätten nur 15 Besucher versorgt werden müssen, die meisten hätten lediglich ein Pflaster benötigt. Ein Besucher habe etwas über den Durst getrunken, er konnte aber in der Sanitätsstation versorgt werden. Hitzeprobleme gab es bislang nicht, so Nesner.