Als die Burglengenfelder Stadtkirche bundesweit im Fernsehen war: Warum eine Rückkehr ausbleibt

Ein Jahr ist es her, dass die Stadtkirche Burglengenfeld von Übertragungsfahrzeugen belagert wurde. Am 19. Juni 2025 wurde der Fronleichnamsgottesdienst nach ganz Deutschland übertragen. Aber nicht nur das: In den Monaten davor waren auch der Dreikönigsgottesdienst und ein Gottesdienst aus der Adventszeit im Fernsehen zu sehen. Seitdem gab es die Kirche nicht mehr im Fernsehen zu sehen – soll sich das in Zukunft ändern?
Pfarrer Michael Hirmer ist es wahrscheinlich mittlerweile gewöhnt, vor einer Fernsehkamera zu stehen: Fünf Fernsehgottesdienste hat er schon gehalten – zwei in Teublitz und drei in Burglengenfeld. „Es war sehr viel Arbeit und sehr viel zu koordinieren. Vor allem der Fronleichnamsgottesdienst war unglaublich aufwendig, weil wir sehr unter Zeitdruck gestanden sind“, sagt er mit Blick auf den Gottesdienst des vergangenen Jahres. „In 59 Minuten musste man die komplette Eucharistiefeier plus eine kurze Fronleichnamsprozession zeigen.“
Drei Gottesdienste wurden gemeinsam geplant
Die drei vom BR übertragenen Gottesdienste wurden gemeinsam geplant, erklärt der Pfarrer. Auch von Seiten des BR wird dies bestätigt. „Es kommt immer wieder vor, dass mehrmals aus einer Kirche übertragen wird – da ist Burglengenfeld keine Ausnahme. Das hat den Vorteil, dass die Gegebenheiten vor Ort allen Beteiligten bekannt sind“, schreibt der BR auf Nachfrage. Das bedeutet aber auch: In naher Zukunft werde man laut Hirmer keinen Gottesdienst der Burglengenfelder Stadtkirche mehr im Fernsehen zu sehen bekommen. „Es gibt viele andere Pfarrer und andere Chöre, die das auch gut machen“, ist sich Hirmer sicher. Diesen möchte man nun auch den Vorzug lassen.
Wichtiger sei seiner Meinung nach sowieso etwas anderes: „Man will den Menschen zu Hause den Dienst leisten, den Gottesdienst mitfeiern zu können, weil sie es nicht mehr können.“ Genau diesen Menschen scheinen die Gottesdienste aus dem Städtedreieck besonders gut gefallen zu haben. Denn aus dem gesamten deutschsprachigen Raum habe man positive Reaktionen auf die Gottesdienste bekommen.
Aus ganz Deutschland meldeten sich die Leute
Der katholische Gottesdienst wurde parallel im Ersten und im BR übertragen. Laut BR erreichte die Sendung kurzzeitig rund 240 000 Menschen, was einen Zuschaueranteil von etwa 22 Prozent bedeutete. An der Feier zu Fronleichnam sei die Kirchenmusik sehr gelobt worden, erinnert sich Hirmer. Bei Hirmers Predigt am 6. Januar gefiel den Zuschauern die Symbolik der Heiligen Drei Könige, erinnert sich der Pfarrer. Von Südtirol bis an die dänische Grenze, von Belgien bis nach Ostdeutschland meldeten sich die Leute per Telefon in der Pfarrei. „Das sind oft Menschen, die auch alleine zu Hause sind und die sich auch freuen, mit einem Pfarrer telefonieren zu können“, sagt Hirmer.
Besonders die Dynamik und die Begeisterung der Helfer bei der Vorbereitung des Gottesdiensts bleibt dem Geistlichen ein Jahr später noch positiv in Erinnerung. Übrigens: Selbst nach fünf Fernsehgottesdiensten hat Michael Hirmer seine eigenen Auftritte noch nie in ganzer Länge gesehen – dafür schaue er sich lieber andere Stellen öfter an, die Predigt oder die Gabenbereitung zum Beispiel.