Storchennachwuchs tot: Horst auf Kamin in Chamer Propsteistraße wurde heruntergeweht

Von Selina Schaefer · 4. Juni 2026 um 09:00

Nur knapp eine Woche war das Jungtier alt, nun ist der Storchennachwuchs in der Propsteistraße am Wochenende Opfer des Windes geworden. Das Nest, das das Paar dort auf einen ungenutzten Kamin gebaut hatte, war von dem starken Wind am Samstag heruntergefegt worden, erzählt die Chamer Horstbeauftragte Jutta Vogl vom Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) in Bayern.

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Zwei Anwohner, die das Vogelpaar beobachteten, verständigten Vogl. Das Jungtier hatte nicht überlebt. Einer der Anwohner räumte das tote Tier weg. „Die Stöcke haben in der Straße gelegen“, beschreibt die Storchenbeauftragte den zerstörten Horst. Den Elternvögeln sei aber nichts passiert. Ob sie wiederkommen, erneut ein Nest bauen und im nächsten Jahr am selben Standort wieder brüten, sei noch offen.

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„Es kann sein, dass sie noch Stöcke zutragen“, sagt Vogl. Einen hätten sie schon wieder Richtung Kamin gebracht. Der Trieb, zu bauen, könnte also noch da sein. Aber: „Mit der Brut ist es dieses Jahr vorbei.“

Die zwei Weißstörche begannen nach ihrer Rückkehr im April mit dem Bau

Grundsätzlich bezögen Störche gerne immer wieder alte Horste, die dann von jeder Bewohnergeneration ausgebessert und ausgebaut werden, so Vogl. Das Nest in der Probsteistraße war dabei ein Neubau: Den Kamin hätten sich die zwei Weißstörche nach ihrer Rückkehr im April ausgesucht. Sie seien im Vergleich zu anderen Störchen damit etwas später dran gewesen, erklärt Vogl. Das nun verunglückte Junge war vermutlich ihr einziges, ein anderes habe die Beauftragte zumindest nicht entdecken können.

Aufatmen können Storchenfreunde aber bei den anderen gefiederten Familien im Stadtgebiet. Ihnen gehe es gut. Insgesamt gebe es derzeit neun Horst-Paare in Cham. Unter anderem haben die Bewohner des Straubinger Turms, Althammer Kamins und am Amtsgericht je zwei Junge. Das Pärchen in der Apothekergasse erwarte zudem bald Nachwuchs, sagt Vogl.