Ärger um neuen Schilderwald im Kelheimer Donaupark – flugs war ein Teil wieder weg

Von Beate Weigert · 2. Juni 2026 um 19:00

Im Donaupark waren über Jahre Parkplätze scheinbar öffentlich, nun wies sie das Landratsamt Kelheim für seine Mitarbeiter aus. Das brachte andere Betriebe und deren Mitarbeiter auf die Palme.

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Am Kelheimer Donaupark-Ufer findet sich zwischen Fluss und Straße ein langer, unbefestigter Streifen. Seit langem parken hier Autos. Vor allem von Montag bis Freitag. Vergangene Woche waren plötzlich zahlreiche Schilder montiert, die auf weiter Strecke Parkplätze für Mitarbeiter und Besucher des Landratsamts auswiesen. Bei einigen benachbarten Betrieben sorgte das für Überraschung und Ärger. Ein Inhaber, der sich an die MZ wandte, sah eine „Zwei-Klassen-Regelung“.

Anlieger kritisiert „aus der Zeit gefallene Regelung“

Auf gut 200 Metern Länge waren vergangene Woche plötzlich zahlreiche Schilder montiert (li. Bild) und seit Montag dieser Woche sind sie teilweise wieder weg. - Foto: Beate Weigert

Auf der „ehemals freien Zone“ gegenüber der Außenstelle des Landratsamts im Donaupark 13 wurde nun „exklusiv für Landratsamtmitarbeiter reserviert“. Dies fand der Inhaber eines Betriebs „unerträglich“. Er wertete dies als „Zwei-Klassen-Regelung, völlig aus der Zeit gefallen“.

Die öffentlich anmutende Parkplatz-Fläche, um die es geht, hat das Landratsamt nun nicht etwa angemietet. „Sie befindet sich seit Jahren im Eigentum des Landkreises“, heißt es von der Pressestelle auf unsere Nachfrage. Eine „Widmung als öffentlicher Parkplatz“ habe nie stattgefunden. Das Grundstück sei immer für die Nutzung durch das Landratsamt gedacht gewesen. Nur wusste außerhalb der Behörde niemand davon.

Manch Anrainer stellte einen Zusammenhang mit dem inzwischen eingezäunten Nachbargrundstück (Hintergrund) her, auf dem eine Wohnanlage gebaut werden soll. Einen solchen gibt es nicht, heißt es vom Landratsamt. - Foto: Beate Wegiert

Aktuell seien mehr als 75 Arbeitsplätze im Donaupark 13 eingerichtet. Auf dem Grundstück des Landkreises entlang des Donauufers wurden nun laut Pressestelle circa 50 Parkplätze ausgewiesen. Hintergrund: „Mitarbeiter hatten mehrfach darauf hingewiesen, dass es zu Stoßzeiten teils unmöglich war einen Parkplatz zu bekommen, weil diese durch Fremdnutzer belegt waren“.

In benachbarten Betrieben sah man einen Zusammenhang mit dem Nachbargrundstück der Außenstelle des Landratsamts im Donaupark 13. Dort waren fast zeitgleich Bauzäune errichtet worden. Künftig soll dort gebaut werden.

Ein solcher Zusammenhang besteht laut Landratsamt aber nicht. Die Ausweisung erfolgte rein „aufgrund der Rückmeldungen der Mitarbeitenden“. Dass Parkplatz-Schilder auf dem eigenen Grund eine „derartige Resonanz“ hervorriefen, sei für die Verantwortlichen in der Kreisbehörde „schwer nachvollziehbar“, teilt die Pressestelle weiter mit. „Würde ein Gewerbebetrieb in einer ähnlichen Situation so auf seinem Grundstück handeln, würde dies sicherlich keine ähnliche Reaktion hervorrufen.“

... und seit Montag dieser Woche sind sie teilweise wieder weg. - Foto: Beate Weigert

Allerdings kamen wohl einige anliegende Gewerbebetriebe auf das Landratsamt zu. „Hier wird das Gespräch gesucht und versucht, nach Möglichkeit eine Lösung zu finden“, teilte das Landratsamt Montagmittag noch mit.

Aber nur kurze Zeit nach dem Verschicken dieser Antwort war ein Teil der Parkplatz-Schilder bereits wieder abmontiert. Genau genommen 18 Stück, so Pressesprecher Lukas Sendtner.

Bis auf Weiteres sind 18 Parkplätze wieder freigegeben

Zuvor hatte es am Montagvormittag ein Gespräch mit den betroffenen Betrieben gegeben. Man kam überein, dass „bis auf Weiteres“ eben 18 Stellplätze wieder freigestellt werden, damit sie von Beschäftigten angrenzender Unternehmen und Praxen genutzt werden können. Derweil will man im Landratsamt beobachten, wie viele Parkplätze tatsächlich benötigt werden.