Die Proben für den Drachenstich Furth im Wald gehen bald in die heiße Phase

Von Alexander Frimberger · 28. Mai 2026 um 19:00

Seit Ende März wird geprobt, jetzt beginnt das Hallentraining. Bis zu neun Stunden täglich proben die Darsteller die einzelnen Szenen, ehe es Mitte Juli für den Feinschliff auf die große Bühne auf dem Stadtplatz geht. Am Mittwochabend haben wir Ritterin Julia Baumann und Neu-Chamerauer Florian Fischer über die Schulter geschaut.

Es wird gefeixt und gelacht, die Stimmung zwischen den beiden Hauptdarstellern ist gut. Auch der Schleiertanz von Julia klappt bereits tadellos. Regisseur Alexander Etzel-Ragusa ist zufrieden.

Die Stimmung unter den Spielern ist bestens

„Julia macht ihre Sache sehr gut“, sagt er, ohne mehr zur Rolle und ihrem Spiel zu verraten. Wie immer möchte Etzel-Ragusa es dem Zuschauer überlassen, das für sich selbst zu entscheiden. Doch natürlich wird die aktuelle Ritterin ihrer Rolle wieder ganz eigenes Leben einhauchen. Kann jemand, der ihre offene, freundliche und sympathische Art kennt, Rückschlüsse auf ihr Spiel ziehen?

„Vielleicht werden diejenigen sogar überrascht sein“, bleibt der Regisseur seiner Linie treu. Julia Baumann hat währenddessen sichtlich Freude. Sie strahlt, die Worte sprudeln nur so aus ihr heraus: Sie hat Spaß bei den Proben, es herrscht eine gute Stimmung untereinander. Jeder Probentag sei aufs Neue sehr spannend. Sich zu exponieren und in Szenen, wie der mit den Todesengeln, alles zu geben, damit hat sie kein Problem. „Ich gebe mein Bestes, mal ist es leichter, mal herausfordernder.“ Sie ist gespannt, was sie noch aus sich herausholen kann, schließlich hat sie noch keine Schauspielerfahrung, da ist vieles Neuland. Dazu seien die Proben da, um alle Facetten der einzelnen Rollen zu erfassen und auf der Bühne umsetzen zu können, so ihr Regisseur.

Drachenstichfans erkennen die Szene natürlich gleich. - Foto: Alexander Frimberger

Ein Alter Hase ist dagegen Florian Fischer, der von Kindesbeinen an dabei ist und in den letzten Jahren den Pater Willibald gegeben hat. Wie unterscheidet sich die Rolle des Chamerauers, abgesehen von der Bühnenzeit, von der des Unheil verkündenden Paters? „Tatsächlich in allem“, so Fischer. Eine ganz andere Person, Ankunft, Auftritt, Abgang, alles ist neu. Seit März wird geprobt, jetzt eben in der ehemaligen Tennishalle, in der auch ein Großteil des Bühnenbildes und der Requisiten untergebracht sind. Wenn es Mitte Juli auf die Bühne geht, dann wird an den letzten Ecken und Kanten gefeilt. „Da ist jeder Tag kostbar, es passiert in kurzer Zeit sehr viel“, so Etzel-Ragusa. Bis dahin kann man durchaus von einer extrem fordernden und anstrengenden Zeit sprechen. Bis zu neun Stunden wird täglich geprobt, natürlich nicht immer alle. „Nach drei Stunden bist du fix und fertig, weißt manchmal gar nicht mehr, was Alexander von dir will“, sagt Fischer und ergänzt: „Aber es lohnt sich, es geht voran.“ Baumann bestätigt, wie anstrengend die einzelnen Einheiten sein können. Aber sie schätzt sehr, dass Etzel-Ragusa den Schauspielern die Möglichkeit einräumt, die eigene Persönlichkeit einzubringen und vom Text abweichen zu dürfen, wenn es einem anders gesagt, leichter über die Lippen kommt. Das kann ihr Gegenpart bestätigen. Übrigens wird außerhalb der offiziellen Proben nicht vor dem Spiegel geübt. Damit würden sich nur Fehler einschleichen, erklärt Regieassistentin Marion Buschek. Man verinnerlicht lediglich den Text und die Emotionen, die gefordert sind, ergänzt Julia Baumann. Vor 38 Jahren hat der Chamerauer, der Sandro Bauer abgelöst hat, erstmals auf den Brettern gestanden, die gerade in Furth im Wald die Welt bedeuten. Er möchte kein einziges Mal missen. Er erinnert sich an die Corona-Jahre, in denen keine Auftritte möglich waren, mit Grausen. „Das war echt schwierig, da hat etwas gefehlt.“ Furth und der Drachenstich, das gehört einfach zusammen. Auch weil er die Stimmung vor und während des Festspiels liebt. Alle seien Laien, alle seien gute Leute, die ihr Bestes geben.

Die Familien stehen hinter den Schauspielern

Julias Freund steht voll hinter dem Engagement. Schließlich muss das Ritterpaar auch viele Male die Stadt Furth im Wald repräsentieren. Doch die Ritterin 2026 strahlt wieder, denn auch das macht ihr großen Spaß.

Rund um Drachen und Festspiel

Aufführungen und Preise: Die Generalproben finden am 29. und 30. Juli statt. Die Karten kosten 23 Euro. Für die Premiere am 31. Juli sind Preise zwischen 29 und 39 Euro angesetzt. Bis zum 16. August folgen elf weitere Aufführungen. Karten kosten ab 29 bis 41 Euro, sind unter anderem bei ok-ticket erhältlich.

Historischer Festzug: Der historische Festzug findet am 9. August um 14 Uhr statt. Rund 1200 Mitwirkende, 200 Pferde, mittelalterliche Trosswagen, Musikgruppen und mehr sind dabei. Los geht es in der Michael-Datzl-Straße. Weiter geht es über BräuhausstraßBayplatz, Lorenz-Zierl-Str., Von-Müller-Str., Tradtstraße, Bahnhofstraße zum Stadtplatz. Wer am Straßenrand zuschaut, zahlt fünf Euro, ein Arena-Ticket kostet zehn Euro.

Weitere Höhepunkte: Drachenstichfest (8. bis 17. August), Kinderdrachenstich mit Umzug und Kinderfest (15. und 16. August), Ritterspiele (1. und 2. August) und Cave Gladium (14. bis 16. August).