Abschleifen des Kopfsteinpflasters in der Neumarkter Altstadt ging schneller als gedacht

Mit mehr als 700 PS hat sich die Spezialmaschine am Mittwoch und Donnerstag über das Kopfsteinpflaster in der Unteren Marktstraße bewegt. Das zeigte Wirkung: Nach zwei Tagen ist die Hauptarbeit erledigt. Schon während der Arbeiten testeten Radler, Fußgänger und Rollator-Nutzer das alte Pflaster im neuen Gewand.
Mit dem Daumen nach oben zeigte eine Radfahrerin an, was sie vom abgeschliffenen Pflaster hielt. Die Reaktionen der Menschen, die die Arbeiten vor Ort verfolgten, fielen durchweg positiv aus. „Super. Mich hauts beim Radlfahrn nicht mehr so durcheinander“, antwortet ein älterer Radfahrer auf die Frage nach dem ersten Eindruck.
Allein die helle Farbe des Pflasters warf bei manchem Fragen auf. Eric Feind von der gleichnamigen Firma, die die Schleifarbeiten machte, erklärte: Nach einem halben bis dreiviertel Jahre werde das Pflaster wieder annähernd die dunkle Farbe haben wie zuvor.

Abgeschliffenes Kopfsteinpflaster in Neumarkt soll ebener, leiser und griffiger sein
Im Vergleich mit den Vorteilen ist das ein kleiner Preis: Das Pflaster ist sichtbar ebener. Zwischen vier Millimeter und 1,5 Zentimeter hat die Spezialmaschine abgeschliffen und dabei zudem feine Rillen im Stein hinterlassen. Diese sorgen für mehr Griffigkeit, wie Feind erklärte. Vor allem Radfahrer profitierten davon bei Regen. Hinzu kommt, dass das ebenere Pflaster leiser sein soll. Von Feind in Auftrag gegebene Messungen hätten bei einem Auto mit 30 km/h vier bis sechs Dezibel weniger Lärm ergeben. Jenseits solcher Zahlen ist der subjektive Eindruck, dass die Busse hörbar weniger Geräusche auf dem Pflaster erzeugen.

Im Gegensatz zu einem komplett neu verlegten Belag spart man durch das Verfahren zudem viel Zeit und Geld. Als Kosten nennt die Stadt 110 000 Euro. Ein neues Pflaster wäre nach ihren Angaben in die Millionen gegangen. Nachhaltig ist nicht nur durch der geringere Materialeinsatz. Das abgetragene Material, das durch Unterdruck in einen der Schleifmaschine vorneweg fahrenden Lkw gesaugt wird, kann in Beton wiederverwendet werden.
Die Arbeiten interessierten nicht nur in Neumarkt. Unter anderem aus Regensburg waren Verwaltungsmitarbeiter angereist, um sich zu informieren.
Nun stehen noch kleinere Arbeiten an. Unter anderem müssen die Fugen mit grobem Sand verfüllt werden. Ende der Woche oder spätestens am Montag soll alles fertig sein, erklärt die Firma.
Die Strecke am Unteren Markt hatte das Rathaus zu einem Testlauf erklärt. Das bisherige Ergebnis gibt dem Rathaus gute Argumente, möglicherweise im kommenden Jahr die restliche Marktstraße nachzuziehen.