Kroatien, Italien oder Nordsee: So viel Geld kostet die Fahrt mit dem Auto zum Urlaub am Meer

Von Christoph Eberle · 4. Juni 2026 um 09:30

Egal ob in den Pfingstferien oder erst später im Sommer: Viele Bayern freuen sich schon auf den Urlaub am Meer. Doch hohe Spritpreise könnten das Vergnügen etwas trüben, wenn man Selbstfahrer ist. Ein Vergleich, wie teuer die Fahrt nach Kroatien, Italien oder an die Nordsee mit Benzin-, Diesel- und Elektroauto inzwischen ist – und welche Zusatzkosten neben dem Treibstoff noch anfallen.

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Die Deutsche Bahn rechnete jüngst im Zusammenhang mit ihrem neuen Sommerferien-Familienangebot zum Vergleich vor, dass für eine Fahrt mit dem Familienauto von Hamburg nach München aktuell über 200 Euro Spritkosten anfielen. Das sei mehr als doppelt so viel wie für die „Urlaubsfamilienflatrate“. Die Mediengruppe Bayern hat das für beliebte Urlaubsziele nachgerechnet:

Bei 1700 Kilometern Strecke von Passau nach Split in Kroatien und wieder zurück fallen mit einem gebrauchten Mittelklassenbenziner rund 820 Euro Kosten an. - Foto: Eberle/erstellt mit KI-Unterstützung

Bei einer Strecke wie von Passau nach Split in Kroatien

Bei rund 850 Kilometern einfacher Strecke – was etwa der Strecke von Passau zur Nordsee bei Cuxhaven oder nach Split in Kroatien entspricht, braucht ein Mittelklasse-Benziner mit einem Durchschnittsverbrauch von 6,5 Litern und 1,90 Euro pro Liter E10 Sprit für rund 210 Euro.

Bei einem größeren Diesel-Familienvan mit 8 Litern Verbrauch und 1,92 Euro pro Liter sind es hin und zurück rund 260 Euro. Bei einem Elektroauto mit 20 kWh Verbrauch sind es bei einem durchschnittlichen Strompreis von 39 Cent rund 130 Euro.

Bei einer Strecke wie von Regensburg nach Ravenna in Italien

Bei rund 760 Kilometern einfacher Strecke – was etwa der Strecke von Regensburg nach Ravenna in Italien oder auf die Insel Krk in Kroatien entspricht, braucht ein Mittelklasse-Benziner mit einem Durchschnittsverbrauch von 6,5 Litern und 1,90 Euro pro Liter E10 Sprit für rund 188 Euro.

Bei einem größeren Diesel-Familienvan mit 8 Litern Verbrauch und 1,92 Euro pro Liter sind es hin und zurück rund 233 Euro. Bei einem Elektroauto mit 20 kWh Verbrauch sind es bei einem durchschnittlichen Strompreis von 39 Cent rund 120 Euro.

Bei einer Strecke wie von Ingolstadt nach Rijeka in Kroatien

Bei rund 600 Kilometern einfacher Strecke – was etwa der Strecke von Ingolstadt nach Rijeka in Kroatien entspricht, braucht ein Mittelklasse-Benziner mit einem Durchschnittsverbrauch von 6,5 Litern und 1,90 Euro pro Liter E10 Sprit für rund 148 Euro. Bei einem größeren Diesel-Familienvan mit 8 Litern Verbrauch und 1,92 Euro pro Liter sind es hin und zurück rund 184 Euro. Bei einem Elektroauto mit 20 kWh Verbrauch sind es bei einem durchschnittlichen Strompreis von 39 Cent knapp 95 Euro.

Im Ausland tanken spart nicht immer viel Geld

Wer im Ausland tankt, kommt etwas günstiger weg – sollte aber in Österreich (wie auch in Deutschland) die teuren Tankstellen direkt an der Autobahn meiden. Geht es in den Pfingstferien nach Italien, sollte man vor der Grenze in Österreich noch tanken: Mit 1,98 Euro (Diesel), beziehungsweise 1,94 Euro (Benzin) unterschied sich der Preis am Pfingstwochenende laut ADAC kaum vom Preis in Deutschland. In Österreich hingegen sind es im Schnitt 1,91 Euro (Diesel), beziehungsweise 1,81 Euro (Benzin).

Höher ist das Sparpotenzial in Slowenien – hier kostete Sprit laut ADAC am Pfingstwochenende im Schnitt 1,74 Euro (Diesel), beziehungsweise 1,69 Euro (Benzin). In Kroatien waren es 1,70 Euro (Benzin) – Dieselfahrer können sich während der Pfingstferien laut Medienberichten über staatlich gedeckelte Dieselpreise von 1,66 Euro freuen. Wer von 1700 Kilometer Strecke rund 1200 Kilometer mit dem günstigeren kroatischen Sprit zurücklegen kann, spart bezogen auf das Rechenbeispiel von oben knapp 35 Euro.

Mit dem E-Auto kann es deutlich günstiger sein

Für Fahrer von Elektroautos gilt: Am günstigsten tankt es sich zuhause – idealerweise an der eigenen PV-Anlage. Dann kostet es unterm Strich nur die entgangene Einspeisevergütung. Bei Anlagen, die in den letzten Jahren ans Netz gingen, sind das dann unter 8 Cent.

Ansonsten bekommt man Strom an Ladesäulen in Deutschland üblicherweise ab 39 Cent. Unterwegs, gerade im Ausland, kann es deutlich teurer werden: An Schnellladestationen in Kroatien oder Italien kann der Strom schnell doppelt so viel kosten, was den Spritpreisvorteil schmelzen lässt. Ein Preisvergleich lohnt sich also hier noch mehr als bei Diesel und Benzin.

Hinzu kommen Autokosten wie Wertverlust, Reifen und Verschleißteile

Noch nicht mit einkalkuliert sind Autokosten wie Wertverlust, Reifen, Wartung und Verschleißteile – sowie der dann möglicherweise wieder höhere Spritpreis nach dem Ende des Tankrabatts. Laut ADAC muss man bei einem durchschnittlichen Gebrauchtwagen hier nochmal zusätzlich zum Kraftstoff mit 30 Cent je Kilometer rechnen. Bei Neuwagen je nach Modell oft mehr als das Doppelte. Bei Elektroautos sind es je nach Fahrzeugklasse und jährlicher Fahrleistung 25 bis 60 Cent.

Bei rund 850 Kilometern einfache Strecke kommen hier bei einem Gebrauchtwagen oder einem kleineren Elektroauto nochmal rund 510 Euro (Hin- und Rückfahrt zusammen) an Zusatzkosten hinzu. Bei einem Neuwagen oder größerem Elektroauto sind es etwa 1060 Euro. Hinzu kommen eventuell noch Parkgebühren.

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Bei rund 760 Kilometern einfache Strecke kommen bei einem Gebrauchtwagen oder einem kleineren Elektroauto nochmal rund 456 Euro (Hin- und Rückfahrt zusammen) an Zusatzkosten sowie eventuell Parkgebühren hinzu. Bei einem Neuwagen oder größerem Elektroauto sind es 948 Euro.

Bei rund 600 Kilometern einfache Strecke kommen bei einem Gebrauchtwagen oder einem kleineren Elektroauto nochmal rund 360 Euro (Hin- und Rückfahrt zusammen) an Zusatzkosten sowie eventuell Parkgebühren hinzu. Bei einem Neuwagen oder größerem Elektroauto sind es 748 Euro.

Maut und Vignetten machen Fahrt in Richtung Süden teurer

In Sachen Fahrtkosten sind Nord- und Ostsee der günstigste Urlaub am Meer. Wer in Richtung Süden unterwegs ist, zahlt zusätzlich...

• ...in Österreich auf der schnellsten Route die Autobahn-Vignette 12, 80 Euro (10 Tage) plus Tunnelmaut von – einfache Strecke – 19 Euro (A9 Gleinalm/Bosruck) oder 24 Euro (A10 plus Karawankentunnel), beziehungsweise 12,50 Euro (Brenner).

• ...in Slowenien die Autobahnvignette. Achtung: Bei einem einwöchigen Urlaub braucht man bereits die Monats-Vignette für 32 Euro (normale Autos). Wer mit einem Familienvan oder Camper unterwegs ist, rutscht aber schon in die höhere Kategorie und zahlt 64 Euro.

• ...in Kroatien eine streckenabhängige Autobahnmaut: Wer etwa über Maribor und Zagreb nach Split fährt, zahlt laut ADAC 33,10 Euro für einen normalen Pkw und die einfache Strecke. Fahrzeuge über 1,90 Meter Höhe fallen ebenfalls in eine höhere Mautkategorie. Die kostet etwa ein Drittel mehr.

• ...in Italien gilt ebenfalls eine streckenabhängige Autobahnmaut: Bis Ravenna sind es laut ADAC-Angaben für die einfache Strecke 19,50 Euro.

Alles zusammengerechnet, kann die Fahrt teurer werden als die Unterkunft

Rechnet man alles zusammen, kann die Fahrt in den Urlaub schnell mehr kosten, als die Miete für die Ferienwohnung oder das Hotelzimmer vor Ort.

Bei 1700 Kilometern Strecke nach Split in Kroatien und wieder zurück mit einem gebrauchten Mittelklassenbenziner fallen rund 820 Euro an:

• 210 Euro Sprit

• 510 Euro zusätzliche Autokosten

• knapp 100 Euro für Vignetten, Tunnel- und Autobahnmaut (je nach Route etwas unterschiedlich)

Mit einem gebrauchten Diesel-Van sind es nochmal rund 100 Euro mehr für den Treibstoff. Die restlichen Kosten bleiben gleich. Mit einem Neuwagen hingegen muss laut ADAC bei den zusätzlichen Autokosten mit deutlich mehr kalkuliert werden. Sprit und Vignetten, beziehungsweise Maut hinzugerechnet fallen dann schnell mehr als 1300 Euro an.